Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Produktion, Absatz

BERLIN - Neues Personal, teure Labortechnik und Vorräte von Reagenzien und anderen medizinischen Materialien: Viele Labore haben in den vergangenen Monaten kräftig investiert, um die Ausweitung der Teststrategie in der Corona-Pandemie stemmen zu können.

21.08.2020 - 14:06:04

Zwischen Kurzarbeit und Auftragsboom: Labore in der Corona-Pandemie. Gerade auf diese Tests spezialisierte Labore dürften von der gestiegenen Nachfrage profitieren. Bei manchen war allerdings zwischenzeitlich auch Kurzarbeit angesagt - weil Arztpraxen und Krankenhäuser weniger Patienten mit anderen Krankheiten behandelten.

BERLIN - Neues Personal, teure Labortechnik und Vorräte von Reagenzien und anderen medizinischen Materialien: Viele Labore haben in den vergangenen Monaten kräftig investiert, um die Ausweitung der Teststrategie in der Corona-Pandemie stemmen zu können. Gerade auf diese Tests spezialisierte Labore dürften von der gestiegenen Nachfrage profitieren. Bei manchen war allerdings zwischenzeitlich auch Kurzarbeit angesagt - weil Arztpraxen und Krankenhäuser weniger Patienten mit anderen Krankheiten behandelten.

Um Tests auf das Coronavirus durchführen zu können, hätten viele schon frühzeitig zusätzliches Personal eingestellt und sechs- bis siebenstellige Beträge in die notwendige Ausrüstung investiert, heißt auch vom Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM). Allein in den Monaten März bis April seien die Testkapazitäten um das Neunfache gesteigert worden. Die Ausweitung der Teststrategie etwa in Bayern und die Testpflicht für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten habe den Testbedarf demnach weiter erhöht - innerhalb von wenigen Wochen um mehr als 40 Prozent. Die Auslastung der Labore sei rasch auf 67 Prozent der kurzfristig verfügbaren Maximal-Test-Kapazität gestiegen, so der ALM.

150 niedergelassene Labore in Deutschland werten derzeit Corona-Tests aus, sagte Theo Stein, stellvertretender Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Laborärzte (BDL). "Dem ein oder anderen Labor dürfte Corona einen Gewinnzuwachs bringen", sagte Stein. Die Lage sei jedoch uneinheitlich: Während sich einige Labore auf Corona-Tests spezialisiert hätten, verfügten rund 30 Prozent von ihnen nicht über die notwendige Technik. Gerade kleinere Labore würden teils vor den hohen Investitionen zurückscheuen.

Vor allem am Anfang der Pandemie mussten Labore demnach teilweise Kurzarbeit anmelden oder ihre Mitarbeiter Überstunden abbauen lassen. Grund dafür sei, dass Arztpraxen zum Teil 50 bis 70 Prozent weniger Patienten behandelt hätten. Dementsprechend sei auch der Bedarf an Labordiagnostik stark zurückgegangen, sagte Stein. Staatliche Hilfen würden die Verluste zum Teil ausgleichen.

Ähnlich wie Stein vom Bund der Laborärzte sieht der ALM die Absenkung der Vergütung für Corona-Tests kritisch. Der Bewertungsausschuss unter anderem aus Vertretern der gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hatte die Preise zum 1. Juli neu festgelegt. Seitdem erhalten Labore für Corona-Tests, die von niedergelassenen Ärzten im Rahmen der Krankenbehandlung veranlasst werden, rund 39 Euro. Zuvor waren es 59 Euro. Krankenhäuser erhalten für die Labordiagnostik 42 Euro, darin enthalten ist bereits eine Transportpauschale.

"Wir haben einen sachgerechten Preis gefunden, der die Entwicklung in den Laboren von vereinzelten Tests hin zu Massentestungen widerspiegelt", sagte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen, im Juni. Anders sieht es der ALM, dem zufolge die Kürzung der festgelegten Vergütungen um rund 30 Prozent "ohne Kalkulationsgrundlage" sei. Die Investitionen der Labore würden infrage gestellt. Wie sich die Pandemie in wirtschaftlicher Hinsicht auf die Labore auswirke, die Corona-Diagnostik eingeführt haben, lasse sich erst gegen Ende des Jahres sagen.

Auch die Hersteller der Labordiagnostik sehen sich derzeit nicht als die "großen Gewinner" der Corona-Krise. Zwar hätten Unternehmen wie die Hersteller von Labortests und Laborgeräten im Zuge der Pandemie ihre Kapazitäten kontinuierlich gesteigert. Auch bei Firmen der sogenannten Life-Science-Research-Industrie sei die Entwicklung festzustellen. Diese stellt laut VDGH unter anderem Technologien bereit, die in der Diagnostik und der Entwicklung von Impfstoffen und Therapeutika gegen Covid-19 angewandt werden.

Seit Februar sei die Produktion um 1800 Prozent hochgefahren worden, sagte Martin Walger, Geschäftsführer des Verbands der Diagnostica-Industrie (VDGH). "Im Gesamtmarkt der Labordiagnostik liegt der Umsatzanteil der Infektionsdiagnostik bei weniger als 15 Prozent", sagte Walger. Durch die Corona-Krise erhöhe sich dieser Anteil zwar deutlich, die Infektionsdiagnostik bleibe aber ein Marktsegment.

Zwei Drittel der im VDGH vertretenen Unternehmen stellen demnach Tests für die Sars-CoV-2-Diagnostik oder damit assoziierte Produkte und Komponenten her. Firmen, die auf Infektionsdiagnostik spezialisiert sind und Tests auf das Coronavirus herstellen, verzeichneten die vergleichsweise stärkste Umsatzsteigerung. "Unternehmen mit einem breiten Produktportfolio werden bestenfalls stagnieren. Unternehmen ohne Corona-Diagnostik sind die Verlierer", sagte Walger.

Die große Nachfrage führt bereit zu Kapazitätsproblemen. In der Woche vom 10. bis 16. August hätten die teilnehmenden Labore einen Rückstau von 17 142 abzuarbeitenden Proben angegeben, heißt es im aktuellen "Epidemiologischen Bulletin" des Robert Koch-Instituts (RKI). 41 Labore hätten Lieferschwierigkeiten für Reagenzien, etwa chemische Substanzen, die für den Nachweis des Virus nötig sind, genannt. Die Probleme könnten zu Verzögerungen bei der Abklärung möglicher Sars-CoV-2-Infektionen führen - und damit auch bei der Einleitung von Schutzmaßnahmen durch die Gesundheitsämter. Verbrauchsmaterialien und Reagenzien würden in den Laboren unter anderem wegen begrenzter Haltbarkeit nur für kurze Zeiträume bevorratet, hieß es vom RKI. Zudem bestehe bei einigen Produkten eine starke Abhängigkeit von einzelnen Herstellern.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Schleppende Ticketerstattung: Verbraucherzentrale verklagt Lufthansa. Die Verbraucherschützer hatten das Unternehmen abgemahnt, die Kunden über ihre Rechte zu informieren, das Recht auf schnelle Erstattung nicht zu verschweigen und zudem den Flugpreis innerhalb der gesetzlichen Frist von sieben Tagen zurückzuzahlen. Da die Fluggesellschaft nicht auf die Abmahnung reagiert habe, sei nun Klage beim Landgericht Köln erhoben worden, berichtete die Zentrale am Montag. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest. STUTTGART/FRANKFURT - Wegen der schleppenden Ticketerstattung bei stornierten Flügen hat die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nun die Lufthansa verklagt. (Boerse, 28.09.2020 - 17:31) weiterlesen...

DFL verlängert Vertrag mit dem Videospiel-Publisher EA. Der im Jahr 2022 auslaufende Vertrag mit EA wurde vorzeitig und langfristig verlängert, wie die DFL am Montag mitteilte. Electronic Arts ist seit 1998 Partner der DFL. Die Kooperation beinhaltet neben den Lizenzrechten für Match-Simulationen auch weitere Rechte im Bereich der interaktiven Unterhaltungsprodukte. FRANKFURT - Die Deutsche Fußball Liga setzt die Zusammenarbeit mit dem Videospiel-Publisher Electronic Arts fort. (Boerse, 28.09.2020 - 17:22) weiterlesen...

Microsoft baut Geschäft mit Mobilfunk-Providern erheblich aus REDMOND - Microsoft und Samsung dominiert werden. (Boerse, 28.09.2020 - 17:13) weiterlesen...

Hymer Group kommt gut durch die Krise und schaut positiv in Zukunft. BAD WALDSEE - Der deutsche Wohnmobilbauer Erwin Hymer Group (EHG) profitiert von neuen Urlaubswünschen und verändertem Reiseverhalten der Verbraucher. Der Auftragsbestand erhöhte sich zum 31. Juli 2020 auf 1,38 Milliarden Euro (plus 79 Prozent), wie der Vorstandsvorsitzende Martin Brandt am Montag in Bad Waldsee mitteilte. Die steigende Nachfrage zeige sich auch bei den Zulassungszahlen. Hymer Group kommt gut durch die Krise und schaut positiv in Zukunft (Boerse, 28.09.2020 - 15:45) weiterlesen...

Weil kontert Bayernkritik: Keine Extrawürste bei Endlagersuche. "Es gibt in diesem Auswahlverfahren keine Extrawürste für niemanden", sagte Weil am Montag in Hannover. "Voraussetzung für das Gelingen dieses Prozesses ist, dass sich alle an die Regeln halten und kein Land meint, es könnte sich aus dieser Diskussion herausstehlen." Die niedersächsische Landesregierung werde den weiteren Auswahlprozess sehr eng und kritisch, aber auch konstruktiv begleiten. HANNOVER - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat bayerische Kritik am Verfahren für die Suche nach einem Atommüll-Endlager zurückgewiesen. (Wirtschaft, 28.09.2020 - 15:23) weiterlesen...

Gericht: Uber darf in London weiter fahren. Der Westminster Magistrates' Court entschied damit am Montag zugunsten des US-Unternehmens, das gegen den Entzug seiner Lizenz in der britischen Hauptstadt Berufung eingelegt hatte. Uber erfülle die nötigen Voraussetzungen für eine entsprechende Lizenz, erklärte der zuständige Richter in seiner Begründung. LONDON - Der Fahrdienstvermittler Uber darf in London weiter seine Dienste anbieten. (Boerse, 28.09.2020 - 15:17) weiterlesen...