Produktion, Absatz

BERLIN - Nach Ansicht der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) wird der Fachkräftemangel in Deutschland durch die abschlagsfreie Rente mit 63 verstärkt.

24.04.2019 - 06:33:45

Arbeitgeberverbände: Fachkräftemangel wird durch Frührente verstärkt. "Das ist eine schwere Hypothek nicht nur für unsere Rentenkasse, sondern auch für unseren Arbeitsmarkt", sagt BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter der Deutschen Presse-Agentur. Allein in den vergangenen zwei Jahren seien rund eine Viertelmillion Fachkräfte pro Jahr vorzeitig in Rente gegangen. Dies seien deutlich mehr als von der Bundesregierung ursprünglich prognostiziert.

Demnach sind in den vergangenen zwei Jahren rund eine Viertelmillion Fachkräfte pro Jahr bundesweit vorzeitig in Rente gegangen. Dies seien deutlich mehr als von der Bundesregierung ursprünglich prognostiziert. Seit Juli 2014 kann man nach mindestens 45 Jahren Einzahlung in die Rentenkasse bereits ab 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Von dieser Regelung machten nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung in den vergangenen drei Jahren rund 735 000 Arbeitnehmer Gebrauch. Laut Bundesarbeitsministerium lägen diese Zahlen bisher im erwartbaren Bereich.

Menschen, die studiert haben, können in der Regel seltener von der Regelung der abschlagsfreien Rente profitieren. "Auf Akademiker trifft die abschlagsfreie Rente mit 63 eher nicht zu, weil sie nicht auf 45 Berufsjahre kommen", sagt Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Viel eher sei sie in Bereichen mit Ausbildungsberufen wie dem Handwerk oder der Pflege zu finden.

Das Ausscheiden von Arbeitnehmern kann Betriebe vor eine große Herausforderung stellen. Vor allem kleinere Betriebe versuchen nach Einschätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Fachkräfte zu halten, die einen Anspruch auf eine abschlagsfreie Rente hätten.

"Nicht jeder, der in Rente geht, ist auch endgültig weg vom Arbeitsmarkt", sagt Brenke. Daher sieht er den Effekt einer möglichen Zunahme des Fachkräftemangels durch die abschlagsfreie Rente aktuell als "nicht besonders großen Effekt." Der Arbeitsmarkt reagiere relativ flexibel darauf. Mit Inkrafttreten der abschlagsfreien Rente gab es Brenke zufolge mehrere Jahrgänge, die zeitgleich in Rente gehen konnten. Dieser Effekt sei zu Beginn der Reform allerdings größer ausgefallen als zuletzt. Das liege unter anderem daran, dass die Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer, die für die Rente mit 63 geeignet wären, in den vergangenen Jahren gestiegen sei. Dadurch würde sich die Zunahme eines Fachkräftemangels etwas relativieren.

Nach IAB-Angaben wird die Zahl der älteren Arbeitnehmer sinken, wenn die Jahrgänge der sogenannten Babyboomer-Generation - also derjenigen, die Mitte der 1960er geboren sind - vollständig in Rente sind. Dann verkleinere sich das gesamte Potenzial an Arbeitskräften.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

EU-Diplomatin: 'Wir sind in Venezuela nicht neutral'. "Wir sind nicht neutral", sagte die Generalsekretärin des Europäischen Auswärtigen Dienstes, Helga Schmid, am Dienstag in Buenos Aires. BUENOS AIRES - Die Europäische Union sieht sich in dem seit Monaten andauernden Machtkampf in Venezuela wegen ihrer politischen Parteinahme nicht in der Vermittlerrolle. (Boerse, 22.05.2019 - 06:57) weiterlesen...

SPD-Fraktionsvize: Union muss sich bei Grundrente bewegen. Die SPD habe ein gutes, durchfinanziertes Konzept vorgelegt, sagte Bartol der Deutschen Presse-Agentur. "Die Union muss sich nun bewegen." Eine Grundrente mit Bedürftigkeitsprüfung sei für die SPD nicht verhandelbar. BERLIN - SPD-Fraktionsvize Sören Bartol sieht bei der Grundrente für Geringverdiener jetzt die Union am Zug. (Wirtschaft, 22.05.2019 - 06:56) weiterlesen...

May will britisches Unterhaus über neuen Brexit-Plan informieren. Am Dienstag hatte sie überraschend eine Abstimmung über ein mögliches zweites Brexit-Referendum in Aussicht gestellt. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Abgeordneten den Gesetzesentwurf zum Abkommen für einen EU-Austritt Großbritanniens in zweiter Lesung durchwinken. Das Gesetzgebungsverfahren Anfang Juni gilt als letzte Hoffnung für den Brexit-Deal, den May mit der EU ausgehandelt hatte. May setzt darauf, mit ihren Zugeständnissen genug Unterstützung im Unterhaus zu bekommen, um den Brexit-Deal doch noch über die Ziellinie zu bringen. LONDON - Die britische Premierministerin Theresa May will das Parlament in London am Mittwoch über ihren neuen Brexit-Plan informieren. (Wirtschaft, 22.05.2019 - 06:52) weiterlesen...

Trump stellt Demokraten Bedingung für Gespräche zu Infrastrukturpaket. Bevor man dieses Vorhaben gemeinsam angehe, solle der US-Kongress das Handelsabkommen mit Mexiko und Kanada ratifizieren, schrieb Trump in einem am Dienstagabend (Ortszeit) veröffentlichten Brief an die Chefs der Demokraten im Repräsentantenhaus und im Senat, Nancy Pelosi und Chuck Schumer. Mit beiden Politikern will sich der Präsident am Mittwoch treffen, um über die Infrastrukturpläne zu sprechen. WASHINGTON - US-Präsident Donald Trump hat weitere Gespräche mit den Demokraten über ein billionenschweres Infrastrukturpaket überraschend an eine Bedingung geknüpft. (Boerse, 22.05.2019 - 06:22) weiterlesen...

FDP: Beim Konzept zum Kohleausstieg regiert Prinzip 'Gießkanne'. Neumann sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es regiert das Prinzip "Gießkanne". BERLIN - Der FDP-Energiepolitiker Martin Neumann hat das Konzept der Bundesregierung zum Strukturwandel in den vom Kohleausstieg betroffenen Regionen kritisiert. (Boerse, 22.05.2019 - 06:14) weiterlesen...

Kohleausstieg: SPD-Wirtschaftspolitiker sieht nun Länder am Zug. "Die Politik lässt die Menschen in den Kohleregionen mit dem Strukturwandel nicht allein", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion der Deutschen Presse-Agentur. "Die Länder müssen ihre Vorhaben aber nun zügig konkretisieren. Wir brauchen große Investitionen von Unternehmen in den Regionen. BERLIN - Der SPD-Wirtschaftspolitiker Bernd Westphal sieht beim Strukturwandel in den vom Kohleausstieg betroffenen Regionen nun die Länder am Zug. (Boerse, 22.05.2019 - 06:13) weiterlesen...