Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Produktion, Absatz

BERLIN - Müssen Äpfel mit kleinen Dellen wirklich in den Müll? Und restliche Brote und Kuchen bei Ladenschluss - können die nicht noch verwendet werden? Beim Kampf gegen vermeidbare Lebensmittelabfälle will die Bundesregierung weiter vorankommen.

06.11.2019 - 15:38:25

Regierung will Kampf gegen Lebensmittelabfälle vorantreiben. Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) strebt mit weiteren Branchen konkrete Maßnahmen an und appellierte am Mittwoch in Berlin auch an die Verbraucher. Um die Abgabe noch genießbarer Produkte aus Supermärkten an wohltätige Tafeln zu erleichtern, fördert das Ressort eine neue digitale Kommunikationsplattform mit 1,5 Millionen Euro.

"Wir alle sind in einem Boot", sagte Klöckner bei einer Konferenz mit Vertretern mehrerer Branchen und Verbände. Es gebe auch keine Zeit zu verlieren. Ziel der Regierung ist, Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren. Eine vom Kabinett beschlossene Strategie sieht dafür mehr Informationen, Forschungsförderung und eine Reihe von Maßnahmen auf freiwilliger Basis vor, damit weniger Produkte im Müll landen. Dafür sollen Zielmarken entlang der Lebensmittelkette festgelegt werden. Nach ersten Beratungen für die Außer-Haus-Verpflegung der Gastronomie startet nun auch ein Forum zu Verbesserungsmöglichkeiten im Handel.

DIE AUSGANGSLAGE: In Deutschland landen jedes Jahr knapp zwölf Millionen Tonnen im Müll. Auf Privathaushalte entfällt laut den Berechnungen des bundeseigenen Thünen-Instituts gut die Hälfte (52 Prozent) - pro Kopf wandern dort rechnerisch im Jahr etwa 75 Kilogramm Nahrungsmittel im Abfall. In der Verarbeitung entstehen 18 Prozent der Lebensmittelabfälle, in der Außer-Haus-Verpflegung 14 Prozent, in der Landwirtschaft 12 Prozent und im Groß- und Einzelhandel 4 Prozent. Von der Gesamtmenge wären laut Studie 6,7 Millionen Tonnen theoretisch vermeidbar.

DIE MAßNAHMEN: Um Verluste zu vermeiden, sollen Prozesse in der Wirtschaft verbessert werden. Also etwa passendere Bestellmengen, kleinere und häufigere Warenlieferungen, ein Verteilen von Produkten zwischen Filialen, besondere Preisaktionen. In Restaurants gibt es Beispiele, wie von Buffets weniger im Müll landet. Mehr und mehr soll es normal werden, dass man übrig gebliebene Speisen einpacken und mit nach Hause nehmen kann. Die Abstimmung zwischen Supermärkten und Tafeln soll eine Smartphone-App erleichtern, die nun entwickelt wird. Damit könnten Lebensmittel leichter zwischen Tafeln vor Ort verteilt werden, erklärte Evelin Schulz, Geschäftsführerin des Dachverbands.

DIE VERBRAUCHER: Da auf Privathaushalte der Großteil der Abfälle entfällt, sollen sie stark in den Fokus. Für Verbraucher werde es aber keine "Nahrungsmittelpolizei" geben, die sich den Kühlschrank anschaue, sagte Klöckner. Es gehe um wachsendes Bewusstsein und Aufklärung. Denn mit jedem weggeworfenen Produkt würden Wasser, Energie, Rohstoffe, aber auch Arbeit und Herzblut vergeudet. Dabei seien auch Lockangebote problematisch. Wenn Nahrung so günstig sei, tue das Wegwerfen weniger weh, sagte Klöckner. Generell will sie auch Rechtsänderungen prüfen, hält aber nichts von einer Abgabepflicht für Geschäfte wie in Frankreich - ohne gehe es hierzulande schon besser.

REAKTIONEN: Die Lebensmittelwirtschaft unterstützt die Pläne der Politik. Es sei aber auch bei Vorschriften darauf zu achten, welche Folgen sie für zusätzliche Abfälle haben könnten. Und Zielkonflikte müssten offen diskutiert werden. "Auf der einen Seite wollen wir zum Schutz der Umwelt Verpackungsmaterial sparen", sagte der Präsident des Lebensmittelverbands Deutschland, Philipp Hengstenberg. "Das Problem ist aber, dass manch unverpackte Lebensmittel nicht so lange haltbar sind wie verpackte." Grünen-Expertin Renate Künast kritisierte: "Warme Worte und freiwillige Maßnahmen reichen nicht, um die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren." Nötig seien endlich verbindliche Maßnahmen, die alle Teile der Kette in die Pflicht nehmen. Dazu gehöre ein Anti-Wegwerf-Gesetz für den Handel.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Durchsuchungen wegen 'Cum-Ex'-Aktiendeals in Hessen und Bayern. Außerdem wurde eine Wohnung in den Niederlanden durchsucht, weil einer der Beschuldigten auch dort einen Wohnsitz hat. Mehr als 100 Ermittler waren beteiligt. FRANKFURT - Erneute Durchsuchung im Steuerskandal um "Cum-Ex"-Aktiendeals: Staatsanwälte und Steuerfahnder haben am Dienstag in insgesamt zwölf Wohnungen und Geschäftsräumen in Hessen und Bayern nach Beweisen für schwere Steuerhinterziehung gesucht. (Wirtschaft, 19.11.2019 - 12:01) weiterlesen...

Entwicklungsminister Müller unterzeichnet Verträge für Projekte in Afrika. Wie das Ministerium am Dienstag mitteilte, geht es dabei unter anderem um Wasserversorgung in Tunesien, einen Fabrikbau für Bio-Schokolade sowie den Ausbau einer nachhaltig produzierenden Textilfabrik in Ghana, die alleine 1500 neue Arbeitsplätze schaffe. Zusätzlich würden durch 50 Vorhaben der "Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung" weitere 70 000 Arbeitsplätze und 32 000 Ausbildungsplätze in Afrika entstehen. BERLIN - Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) unterzeichnet auf der Afrika-Konferenz in Berlin mehrere Verträge für Projekte auf dem Kontinent. (Wirtschaft, 19.11.2019 - 11:58) weiterlesen...

Merkel: Mehr Transparenz in Afrika fördert deutsche Investitionen. Mehr Transparenz werde auch mehr deutsche Investitionen bringen, sagte Merkel am Dienstag bei einer Investorenkonferenz im Rahmen der G20-Initiative "Compact with Africa" in Berlin. Die Initiative wird wesentlich von Deutschland vorangetrieben, aber auch von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds getragen. BERLIN - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat afrikanische Länder zur Fortsetzung ihres Kurses für mehr Rechtsstaatlichkeit und ein transparenteres Finanz- und Steuersystem ermuntert. (Wirtschaft, 19.11.2019 - 11:15) weiterlesen...

Berliner Bürgermeister Müller will 'Privatisierungsbremse' nun angehen. "Ich werde den Finanzsenator und den für die Verfassung zuständigen Innensenator beauftragen, hier tätig zu werden", kündigte Müller nach Angaben des "Tagesspiegels" am Montagabend bei einer Veranstaltung der Zeitung an. BERLIN - Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will die im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag verankerte "Privatisierungsbremse" nun auch umsetzen. (Wirtschaft, 19.11.2019 - 10:59) weiterlesen...

Durchsuchungen wegen 'Cum-Ex'-Aktiendeals in Hessen und Bayern. Außerdem wurde eine Wohnung in den Niederlanden durchsucht. FRANKFURT - Erneute Durchsuchung im Steuerskandal um "Cum-Ex"-Aktiendeals: Staatsanwälte und Steuerfahnder haben am Dienstag in insgesamt zwölf Wohnungen und Geschäftsräumen in Hessen und Bayern nach Beweisen für schwere Steuerhinterziehung gesucht. (Boerse, 19.11.2019 - 10:58) weiterlesen...

Niedersachsens Weil schlägt Zehn-Punkte-Plan zur Rettung der Windindustrie vor. Der Rettungsplan sieht unter anderem einen gesetzlich vorgeschriebenen Ausbau der Windenergie an Land um fünf Gigawatt Leistung pro Jahr vor. Dafür seien zusätzliche Sonderausschreibungen für 2020 und 2021 notwendig. Zudem könnten die Modernisierung bestehender Windräder erleichtert, Genehmigungen beschleunigt und Nachbarn von Windparks mit günstigeren Stromtarifen belohnt werden, sagte der SPD-Politiker am Dienstag vor dem Landtag in Hannover. HANNOVER - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat vor einem Kollaps der Windindustrie gewarnt und zehn Maßnahmen zum Gegensteuern vorgeschlagen. (Boerse, 19.11.2019 - 10:57) weiterlesen...