Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Deutschland, Branchen

BERLIN - Millionen Haushalte in Deutschland lassen nach einer neuen OECD-Studie ihre Wohnungen und Häuser durch irregulär oder illegal Beschäftigte putzen.

07.07.2021 - 16:52:27

Millionen deutsche Haushalte lassen schwarz putzen. In vielen anderen Staaten und im OECD-Durchschnitt ist der Anteil nicht angemeldeter Hausarbeit gegen Geld deutlich geringer. In Deutschland spielt dafür Hausarbeit als reguläre Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt eine geringere Rolle als in anderen Ländern, wie die am Mittwoch in Berlin präsentierte OECD-Studie zeigt.

Putzen, Wäschewaschen oder Gartenarbeit - in Deutschland sind laut OECD schätzungsweise rund 75 Prozent der Arbeit in dem Bereich nicht angemeldet. Im EU-Schnitt sind es nur 57 Prozent. In sieben Ländern liegt der Anteil der Schattenbeschäftigung bei Hausarbeit bei unter 40 Prozent - darunter Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und Irland.

Untersucht hatte die OECD Haushaltsarbeit jenseits von Pflegetätigkeiten. Dabei zeigt sich: Hausarbeit hat sich in anderen Ländern längst stärker als Teil der legalen Beschäftigung etabliert. Im OECD-Schnitt machen die in dem Bereich Beschäftigten zwar nur 1,3 Prozent der Beschäftigten insgesamt aus. Die Spannbreite reicht aber von 2,5 Prozent in Spanien, Portugal und Frankreich bis zu nur 0,1 Prozent in Polen und Tschechien. Deutschland liegt mit unter 0,5 Prozent im unteren Bereich.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) war in einer Veröffentlichung vom November davon ausgegangen, dass rund 3,3 Millionen Haushalte in Deutschland gelegentlich oder regelmäßig eine Hilfe beschäftigen - und davon rund 2,9 Millionen Haushalte schwarz.

Mehr als 90 Prozent der Beschäftigten im Haushalt sind laut OECD Frauen. Im Bereich der angemeldeten Minijobs in deutschen Privathaushalten zeigt sich zudem, dass fast zwei Drittel der hier tätigen Haushaltshilfen über 50 Jahre alt sind. Informell Beschäftigte können sich zwar Steuerabzüge sparen - aber bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und im Alter sind sie finanziell so nicht abgesichert.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte, den Sektor zu professionalisieren - mit Hilfe einer in Belgien bewährten Idee. Haushalte sollen nach dem DGB-Vorschlag Gutscheine bekommen - Zuschüsse, mit denen sie haushaltsnahe Dienstleistungen bei Betrieben in Anspruch nehmen können, die regulär anstellen.

"Haushaltsnahe Dienstleistungen müssen endlich ordentlich bezahlt und organisiert werden", sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel der dpa. Die Beschäftigten seien sonst bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und im Alter massiv von Armut bedroht. Mit Gutscheinen solle der Staat die Hälfte der Kosten übernehmen. Mehr als 1,5 Millionen legale Jobs könnten so geschaffen, mehr Frauen der Weg in reguläre Arbeit ermöglicht werden.

Weltweit ist es vor allem in Südamerika und den arabischen Ländern üblich, Hausangestellte zu haben, wie Annette Niederfranke, Beschäftigungsexpertin der International Labour Organization (ILO) sagte. Von rund 76 Millionen Hausangestellten weltweit seien 61 Millionen informell beschäftigt. Der Siegeszug der Onlineplattformen habe die Vermittlung von Haushaltshilfen weltweit verändert.

Die OECD und die ILO nennen Steuervergünstigungen für den Bereich und Gutscheinmodelle als Möglichkeiten, das Anmelden von Hausarbeit attraktiver zu machen. Es brauche passende Modelle für den Umstand, dass die Kräfte in verschiedenen Haushalten arbeiteten. Es gehe darum, die Kosten für die Haushalte zu reduzieren, sagte Niederfranke. Außerdem müsse die Registrierung einfach sein.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

DAX-FLASH: Verluste - Amazon enttäuscht mit Wachstumssignalen FRANKFURT - Der Dax pendelt weiter ohne klaren Trend um seine 50-Tage-Linie: Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex am Freitag rund zwei Stunden vor dem Auftakt 0,8 Prozent tiefer auf 15 515 Punkte. (Boerse, 30.07.2021 - 06:54) weiterlesen...

Rio impft Bewohner von Armenviertel für Corona-Studie. Bei dem Feldversuch soll die Wirksamkeit des Impfstoffs von Astrazeneca unter besonderer Berücksichtigung der Lebensbedingungen in dem Armenviertel Maré und neuer Covid-19-Varianten studiert werden, hieß es zum Auftakt der Kampagne in einer Mitteilung der Stadtverwaltung Rios am Donnerstag (Ortszeit). RIO DE JANEIRO - In einem Modellprojekt sollen Tausende Bewohner eines Armenviertels in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro gegen das Coronavirus geimpft werden. (Wirtschaft, 30.07.2021 - 06:50) weiterlesen...

Nach Explosion in Leverkusen: Suche nach Vermissten geht weiter. "Die Suche geht heute weiter", sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Die Hoffnung, die Vermissten noch lebend zu finden, war bereits am Donnerstagabend verschwindend gering gewesen. LEVERKUSEN - Nach der gewaltigen Explosion in einer Müllverbrennungsanlage in Leverkusen mit mindestens fünf Toten werden zwei Menschen weiter vermisst. (Boerse, 30.07.2021 - 06:45) weiterlesen...

10 Jahre Digitalradio DAB+: Reichweite steigt kontinuierlich. BERLIN - Zehn Jahre nach dem Start des Digitalradios DAB+ in Deutschland sind mehr als zehn Millionen Haushalte in Deutschland mit einem geeigneten Empfangsgerät ausgestattet. Damit kann über ein Viertel der Haushalte mittlerweile Radio über den digitalen Empfangsweg hören, wie das Digitalradio Büro Deutschland zum Jubiläum des Sendestarts am 1. August 2011 mitteilte. Die exakten Zahlen für 2021 werden im September im Digitalisierungsbericht der Medienanstalten veröffentlicht. 10 Jahre Digitalradio DAB+: Reichweite steigt kontinuierlich (Boerse, 30.07.2021 - 06:34) weiterlesen...

Leverkusener warten nach Explosion auf Ergebnisse von Umwelt-Analyse. Das mit der Untersuchung betraute nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) hat einen entsprechenden Bericht für "voraussichtlich Ende der Woche" in Aussicht gestellt. LEVERKUSEN - Drei Tage nach der gewaltigen Explosion in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage rückt das Ergebnis einer Analyse der dabei freigesetzten Stoffe immer näher. (Boerse, 30.07.2021 - 06:34) weiterlesen...

Aufseher veröffentlichen Ergebnisse. Sind die Institute ausreichend gerüstet, falls sich die Corona-Pandemie noch einmal verschärft? Reichen die Kapitalpuffer für einen herben Wirtschaftseinbruch? In den vergangenen Monaten mussten die Geldhäuser durchrechnen, wie sich eine Verknüpfung diverser Stressfaktoren auf ihre Bilanz auswirken würden. FRANKFURT/PARIS - Ein Jahr später als ursprünglich geplant haben Europas Aufseher die Banken auf dem Kontinent wieder einem großen Gesundheitscheck unterzogen. (Wirtschaft, 30.07.2021 - 06:33) weiterlesen...