Konjunktur, Ernährung

BERLIN - Landwirtschaft und Ernährungsindustrie gehen mit gedrückter Stimmung ins neue Jahr.

20.01.2022 - 12:32:26

Stimmung bei Bauern und in Ernährungsbranche gedrückt. Die deutsche Ernährungsbranche erlebte 2021 erstmals seit Jahren einen Umsatzrückgang. Die Bauern sind wegen möglicher Vorgaben für mehr Tierwohl und Artenschutz verunsichert. Die Transformation der Branche müsse zu bezahlbaren Preisen für Supermarktkunden geschehen, forderte Christoph Minhoff, der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, am Donnerstag.

Trotz gestiegener Nahrungsmittelpreise sank wohl der Branchenumsatz im vergangenen Jahr. Die Vereinigung schätzt, dass er sich auf 182,4 Milliarden Euro belief, was einem Minus von 1,6 Prozent entspräche. Während die Exporte zulegten, gab das Inlandsgeschäft um 3,9 Prozent auf 119,2 Milliarden Euro nach. "Natürlich hat es Folgen, wenn Restaurants und Kantinen geschlossen sind", sagte Minhoff. Zudem ließen sich gestiegene Produktionskosten nur schwer mit höheren Preisen beim Kunden durchsetzen.

Die Landwirte in Deutschland seien sehr verunsichert und relativ pessimistisch, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Künftige Anforderungen an Viehhaltung und Ackerbau seien nicht klar. "Wir brauchen ein klares Signal, wohin die Reise geht." Die Bauern seien zu mehr Tierwohl in den Ställen und mehr Artenvielfalt auf den Äckern bereit. Die Investitionen und Umstellungen müssten sich für die Betriebe aber auch rechnen. Ihre wirtschaftliche Lage sei angespannt. Bei den Schweinehaltern sei sie desaströs.

Traditionell stellen Agrar- und Ernährungsbranche im Januar auf der Grünen Woche in Berlin ihre Forderungen an die Politik. Die Messe fällt in diesem Jahr wegen der Pandemie aus. Es gibt aber ein Treffen mit den neuen Agrar- und Ernährungsminister Cem Özdemir. Der Grünen-Politiker macht sich unter anderem dafür stark, Fertigprodukte stärker zu regulieren und den Bioanteil zu verdreifachen. Minhoff nannte das Bio-Ziel sehr ambitioniert und verwies bei Fertigprodukten auf die bestehende Strategie, den Gehalt von Zucker, Fett und Salz zu verringern. Sie dürfe nicht einseitig aufgekündigt werden.

@ dpa.de

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