Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Computer, Internet

BERLIN - Kriminelle Attacken auf Unternehmen in Deutschland kosten Unternehmen in Deutschland nach eigener Einschätzung jährlich 102,9 Milliarden Euro.

06.11.2019 - 12:54:25

Rekordschäden durch Angriffe auf Unternehmen. Der Digitalverband Bitkom, der eine entsprechende Befragung am Mittwoch in Berlin vorstellte, sprach von "Rekordschäden". Der Schaden durch analoge und digitale Angriffe ist demnach fast doppelt so hoch wie vor zwei Jahren, als der Branchenverband noch von 55 Milliarden Euro im Jahr ausging.

"Umfang und Qualität der Angriffe auf Unternehmen haben dramatisch zugenommen", erklärte Bitkom-Präsident Achim Berg. Berg stellte die Ergebnisse der Befragung von mehr als 1000 Wirtschaftsvertretern gemeinsam mit Vize-Verfassungsschutz-Chef Michael Niemeier vor.

Drei Viertel der Unternehmen waren demnach in den zwei Jahren vor dem Befragungszeitraum (Ende April bis Mitte Juni 2019) von Angriffen betroffen, weitere 13 Prozent vermuten dies. Diese Attacken haben nach Einschätzung der Betroffenen auch häufiger einen Schaden verursacht als zuvor. Bei rund jedem fünften Betrieb sind demnach sensible digitale Daten und Informationen entwendet worden, 17 Prozent berichten von digitaler Sabotage.

Es gibt aber auch weiterhin Übergriffe in der analogen Welt. Einem knappen Drittel der Befragten wurden IT- oder Telekommunikationsgeräte gestohlen. Fast jedem Sechsten wurden physische Dokumente, Unterlagen, Muster, Maschinen, Bauteile oder ähnliches entwendet.

Die Stoßrichtung solcher Angriffe sei vielseitig, sagte Berg. Bei großen Ausschreibungen versuchten Wettbewerber Details zu Angeboten in Erfahrung zu bringen. Auch Informationen über Patente oder neue Entwicklungen etwa im Autobau seien begehrt.

Eine wichtige Rolle spielt so genanntes Social Engineering, bei dem Spitzel Menschen manipulieren und täuschen, um in den Besitz sensibler Daten zu gelangen. Ein Fünftel der Unternehmen hat einen solchen Angriff in der analogen Welt erlebt, ein Sechstel in der digitalen. Häufig gehe es zum Beispiel darum, mögliche Passwörter in Erfahrung zu bringen, sagte Berg. "Das kann man analog machen, indem ich mit Ihnen spazieren gehe und frage: Wie heißt eigentlich Ihr Hund?" - oder eben digital etwa durch die Auswertung sozialer Netzwerke.

Der größte Anteil von 39 Prozent entfiel auf Angriffe aus Deutschland

- jedenfalls nach Einschätzung der Unternehmen. Auch Osteuropa, China

und Russland sind demnach wichtige Akteure.

Die Täter sind nach Ansicht der Befragten in einem Drittel der Fälle ehemalige Kollegen, die absichtlich handelten, in 38 Prozent hatten sie Privatpersonen wie Hobby-Hacker im Verdacht. Ein Fünftel der Taten wird konkurrierenden Unternehmen zugeschrieben, ein weiteres Fünftel der Organisierten Kriminalität. In zwölf Prozent vermuten die Befragte ausländische Geheimdienste hinter den Angriffen - eine deutliche Steigerung zur letzten Befragung im Jahr 2017 mit damals 3 Prozent.

"Das muss man ein bisschen mit Vorsicht genießen, das sind ja Selbsteinschätzungen der Unternehmen", sagte Vize-Verfassungsschutz-Chef Niemeier zu dem wahrgenommenen Trend. "Aber ich glaube, die Tendenz ist richtig. Das können wir auch bestätigen." In China vermute seine Behörde vor allem staatliche Stellen hinter den Angriffen, in Russland sei das nicht immer klar. Auch der Iran führe teils schlagkräftige Attacken aus.

Meist wurden die Firmen durch Hinweise aus den eigenen Reihen auf Angriffe aufmerksam. "Gut geschulte Mitarbeiter sind der effektivste Schutz", sagte Berg. Durch Schulungen lasse sich zudem die Gefahr durch Späh-E-Mails (Phishing) deutlich verringern. Dennoch blickt die überwiegende Mehrheit der Befragten skeptisch in die Zukunft: Die allermeisten erwarten eine Zunahme der Cyberangriffe.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

SILTRONIC IM FOKUS: Chip-Zulieferer kämpft mit Branchenflaute. Investoren setzten nach einer längeren Durststrecke aber schon wieder auf eine Geschäftserholung. FRANKFURT - Autoflaute, Konjunktursorgen, Überkapazitäten in der Halbleiterbranche - all das macht dem Chipindustrie-Zulieferer Siltronic seit Monaten das Leben schwer. (Boerse, 18.11.2019 - 17:12) weiterlesen...

Gericht: Osram-Betriebsrat kann AMS-Übernahmeangebot nicht verhindern. Das Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) lehnte den Antrag des Konzernbetriebsrats auf eine einstweilige Verfügung gegen die Finanzaufsicht Bafin am Montag ab. FRANKFURT/MÜNCHEN - Der Osram -Betriebsrat ist mit dem Versuch gescheitert, eine Übernahme des Unternehmens durch den österreichischen Sensorhersteller AMS gerichtlich zu stoppen. (Boerse, 18.11.2019 - 15:13) weiterlesen...

IG Metall: 800 Osram-Mitarbeiter protestieren gegen Stellenabbau. Die Gewerkschaft IG Metall verlangte am Montag ein Zukunftskonzept für die Entwicklung neuer Produkte. "Damit haben die Belegschaften ein starkes Signal gesendet", erklärte Klaus Abel, der stellvertretende Aufsichtsratschef und Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Osram. Die Gewerkschaft zählte 800 Teilnehmer. Demonstriert wurde auch in Berlin, wo sich ein großer Standort des mehr als 110 Jahre alten Traditionsunternehmens befindet. MÜNCHEN - Mehrere Hundert Osram -Mitarbeiter und Betriebsräte aus ganz Deutschland haben vor der Münchner Konzernzentrale des angeschlagenen Beleuchtungsherstellers gegen Stellenabbau protestiert und stattdessen höhere Investitionen gefordert. (Boerse, 18.11.2019 - 14:03) weiterlesen...

PC-Urgestein HP lehnt Übernahmeangebot von Kopiererhersteller Xerox ab. NEW YORK - Der PC-Hersteller HP Inc stellt sich gegen das Kaufangebot des unter Druck stehenden Kopierer- und Druckerhersteller Xerox . Die Offerte spiegele den Wert von HP nicht ausreichend und sei nicht im besten Interesse der HP-Aktionäre, teilte HP am Sonntag mit. Daher lehne der Verwaltungsrat das Angebot von 5. November ab. Allerdings bleibe HP offen für Gespräche. PC-Urgestein HP lehnt Übernahmeangebot von Kopiererhersteller Xerox ab (Boerse, 17.11.2019 - 20:27) weiterlesen...

IPO/ROUNDUP: Ölriese Aramco strebt Bewertung von 1,7 Billionen Dollar an. Angesichts der am Sonntag von dem Konzern bekannt gegebenen Preisspanne von 30 bis 32 Riyal (8,00 bis 8,53 US-Dollar) je Aktie würde es Aramco auf einen Gesamtwert von 1,6 bis 1,7 Billionen Dollar (1,45 bis 1,54 Billionen Euro) bringen. Von der ursprünglich erhofften Bewertung des Staatskonzerns von mehr als zwei Billionen Dollar hat sich Saudi-Arabien damit indes entfernt - möglicherweise auch mit Blick auf Sorgen von Investoren angesichts schwankender Ölpreise sowie Angriffe auf Ölanlagen und -tanker in vergangenen Monaten. RIAD - Beim womöglich größten Börsengang der Geschichte muss der saudische Ölriese Aramco bei der angestrebten Bewertung Abstriche machen. (Boerse, 17.11.2019 - 14:46) weiterlesen...

AKTIEN IM FOKUS: US-Chipwerte beflügelt von Applied Materials - außer Nvidia. Die Papiere von Applied Materials selbst schossen an der Nasdaq um 10 Prozent auf ein Rekordhoch. Experten zufolge lag die Prognose für das Auftaktquartal des neuen Geschäftsjahres weit über den Erwartungen. NEW YORK - Der Branchenausrüster Applied Materials hat am Freitag die Anleger im Chipsektor mit einem überraschend guten Ausblick auf das laufende Quartal optimistisch gestimmt. (Boerse, 15.11.2019 - 17:29) weiterlesen...