Medien, Regierungen

BERLIN - Journalisten sollten laut Forderung des Branchenverbandes DJV bei den geplanten neuen Maßnahmen in der Corona-Krise zur kritischen Infrastruktur gezählt werden.

06.01.2022 - 12:46:28

Journalisten gehören zur kritischen Infrastruktur. "Das muss auch für die Verkürzung der Quarantäne- und Isolationsfristen gelten, die Bund und Länder am Freitag für die Berufe beschließen wollen, die zur kritischen Infrastruktur zählen", teilte der Deutsche Journalisten-Verband am Donnerstag in Berlin mit.

Ein Konzept, das Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zusammen mit dem Robert Koch-Institut (RKI) als Grundlage erarbeitet hat, sieht für Beschäftigte der kritischen Infrastruktur etwa in Kliniken und Pflegeheimen verkürzte Fristen vor: Kontaktpersonen können nach fünf Tagen mit obligatorischem PCR-Test aus der Quarantäne heraus, Erkrankte nach sieben Tagen ebenfalls nur mit PCR-Test aus der Isolation. Generelle Bedingung soll demnach zusätzlich sein, dass man zuvor mindestens 48 Stunden frei von Krankheitssymptomen war.

"Die Versorgung der Menschen mit verlässlichen Informationen ist genauso wichtig wie funktionierende Stromnetze oder Wasserversorgung", betonte DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall fest. Das gelte insbesondere vor dem Hintergrund von Desinformationskampagnen, gegen die nur gut recherchierter Journalismus helfe. "Wenn Journalisten symptomfrei sind, müssen sie so schnell wie möglich ihren Job machen können."

Der DJV-Vorsitzende forderte in dem Zusammenhang Kulturstaatsministerin Claudia Roth auf, sich aktiv für das wirtschaftliche Überleben der freien Journalisten einzusetzen. "Im Journalismus sind die Freien die größten Leidtragenden der Corona-Pandemie. Der Bund darf nicht tatenlos zusehen, wie sie ihre Existenzgrundlage verlieren", sagte Überall.

@ dpa.de

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