VOLKSWAGEN VORZÜGE, DE0007664039

BERLIN - In der großen Koalition und im VW -Aufsichtsrat wird die Debatte über mehr Hilfen für Dieselfahrer neu angeheizt.

15.04.2018 - 15:10:25

Koalitionsstreit um Abgas-Hardware - VW-Aufseher: Mehr für Kunden tun. Aus der SPD kommen Forderungen, die Politik müsse mit den Autobauern über die Kostenübernahme von Hardware-Nachrüstungen alter Fahrzeuge hart verhandeln. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) spricht sich für ein größeres Entgegenkommen gegenüber Kunden aus.

Die Verkehrsexpertin der SPD-Bundestagsfraktion, Kirsten Lühmann, sagte der Deutschen Presse-Agentur, umfangreiche Umbauten an Motor oder Abgasanlage von Autos mit hohem Schadstoffausstoß seien nach wie vor ein Thema. "Ich bin verwundert, dass Bundeskanzlerin Merkel und Bundesverkehrsminister Scheuer offenbar die Automobilherstellenden nun ohne Not aus der Verantwortung entlassen." Die Sozialdemokraten sähen auch nach der Kabinettsklausur in Meseberg weiter die Konzerne in der Pflicht, Hardware-Nachrüstungen bei Dieselwagen vorzunehmen.

Althusmann, der Kontrolleur bei VW ist, äußerte Verständnis für den Wunsch vieler Verbraucher nach Unterstützung. Die Hersteller müssten noch mehr auf die Dieselfahrer zugehen, sagte der Unionspolitiker im Deutschlandfunk. Kunden dürften nicht Fehler der Konzerne bezahlen.

"Das geht natürlich nicht", sagte Althusmann. "Hier muss man ein wenig mehr Bereitschaft zeigen, auch gemeinsam mit Bund und Ländern nach Lösungen zu suchen, wenn es beispielsweise um den Fonds geht, in den Industrie und Bund einzahlen sollen." An dem Fonds wollen sich ausländische Autobauer nicht beteiligen. Hardware-Änderungen lehnen alle Hersteller bisher als zu teuer und technisch zu aufwendig ab.

Lühmann forderte, nach der Ablösung von Matthias Müller durch Herbert Diess an der VW-Spitze müsse es "ernsthafte und harte" Gespräche über von den Autobauern bezahlte Nachrüstungen geben. Merkel und Scheuer müssten sich des Themas annehmen: "Als Entscheidungsgrundlage muss das Ergebnis der Expertengruppe zu den technischen Nachrüstungen endlich vom Verkehrsministerium öffentlich gemacht werden."

Merkel hatte sich skeptisch zu umfangreichen Umbauten an Dieselautos gezeigt, ebenso zuvor Scheuer. Die Bundesregierung wertet noch verschiedene Gutachten zu Hardware-Nachrüstungen aus, in den nächsten Wochen soll es ein Ergebnis geben. "Aber was man schon sagen kann, ist, dass auf jeden Fall Nutzen und Kosten in einem vernünftigen Verhältnis sein müssen, und diese Hardware-Nachrüstung ist ja relativ kostenintensiv", sagte die Kanzlerin. Die Autobranche habe zugesagt, Software-Updates in der Abgasreinigung bis Ende 2018 abzuschließen.

Aus Sicht von Umweltverbänden reicht das Aufspielen neuer Programme nicht aus, um die Emission gesundheitsschädlicher Stickoxide genug zu senken. In vielen Städten werden Schadstoff-Grenzwerte überschritten, Dieselautos sind ein Hauptverursacher. Es drohen deshalb Fahrverbote.

Volkswagen -Aufseher Althusmann räumte ein, die Probleme der Dieselfahrer müssten ernster genommen werden: "Ich kann die Empörung vieler Menschen verstehen." In der Frage möglicher Hardware-Umbauten gelte es, weitere, genauere Prüfungen zu unternehmen. "Was kosten die tatsächlich? Es hängt auch mit Genehmigungsprozessen, Auswirkungen auf den Motor, Garantien zusammen."

Die Berufung des bisherigen Kernmarken-Chefs Diess an die Konzernspitze von VW sei ein wichtiger Schritt gewesen. "Ich denke, dass es auch so etwas wie ein Befreiungsschlag war, zweieinhalb Jahre nach der Diesel-Affäre Strukturen neu zu ordnen", sagte Althusmann im Deutschlandfunk. VW sei in seiner bisherigen Gliederung "sehr breit aufgestellt" gewesen. Das Thema Vernetzung von Fahrzeugen etwa beim neuen Vorstandschef Diess anzusiedeln, sei sinnvoll.

Volkswagen wird unter anderem in die drei Markengruppen "Volumen", "Premium" und "Super Premium" aufgeteilt. Diess koordiniert zudem die Themen Fahrzeug-IT und Entwicklung.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Ermittler setzen Durchsuchungen bei VW-Tochter Porsche fort. Ein Sprecher bestätigte, dass Ermittler weiter vor allem Daten gesichert hätten. Es gehe aber nur noch um einzelne Standorte, zudem seien weniger Leute im Einsatz als am Vortag. STUTTGART - Im Zuge ihrer Dieselskandal-Ermittlungen haben Staatsanwaltschaft und Polizei auch am Donnerstag Büros des Autobauers Porsche durchsucht. (Boerse, 19.04.2018 - 11:50) weiterlesen...

Österreich startet Sammelklagen-Aktion gegen VW nach Dieselskandal. Das Sozialministerium und die Arbeiterkammer in Wien haben den Verein für Konsumenteninformation (VKI) am Donnerstag mit der Umsetzung beauftragt. Ein Gutachten des VKI zeige, dass es durch die Abgasmanipulationen des deutschen Unternehmens Wertminderungen von mehr als 20 Prozent bei Fahrzeugen geben könne. Auch Folgeschäden wie reduzierte Leistung und erhöhter Verschleiß trotz Softwareupdate seien demnach möglich. WIEN - Nach dem Dieselskandal bei VW können sich in Österreich rund 360 000 betroffene Autobesitzer an Sammelklagen beteiligen. (Boerse, 19.04.2018 - 11:13) weiterlesen...

DIHK: Unsicherheit über Diesel-Fahrverbote belastet Wirtschaft enorm. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet mit einer Belastung von mindestens einer halben Milliarde Euro. "Mit möglichen Fahrverboten gehen beträchtliche Wertminderungen von Diesel-Fahrzeugen einher", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der Deutschen Presse-Agentur vor der Konferenz der Verkehrsminister von Bund und Ländern in Nürnberg. NÜRNBERG/BERLIN - Die Unsicherheit über mögliche Diesel-Fahrverbote in Städten sorgt aus Sicht der Wirtschaft bereits für einen beträchtlichen Schaden. (Boerse, 19.04.2018 - 05:57) weiterlesen...

Verkehrsminister Scheuer will schlimme Lkw-Unfälle verhindern. "Um schlimme Lkw-Unfälle zu verhindern, wollen wir Notbrems- und Abbiege-Assistenzsysteme noch sicherer und effektiver machen", sagte Scheuer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das Ministerium fördere bereits den Einbau von bestimmten Systemen, die Fußgänger oder Radfahrer besser schützen. NÜRNBERG/BERLIN - Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will die Verkehrssicherheit bei Lastwagen verbessern. (Boerse, 19.04.2018 - 05:57) weiterlesen...

Ministerkonferenz-Vorsitzender gegen blaue Plaketten für Dieselautos. Die Luft in den Städten lasse sich eher mit individuellen Maßnahmen wie Durchfahrtsbeschränkungen in einzelnen Straßen und einem umfassenden Mobilitätsmix verbessern, teilte Hamburgs Wirtschaftssenator (parteilos) vor der am Donnerstag in Nürnberg beginnenden Tagung der Verkehrsminister von Bund und Ländern mit. HAMBURG/NÜRNBERG - Der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Frank Horch, hat sich gegen blaue Plaketten für relativ saubere Dieselautos ausgesprochen. (Boerse, 18.04.2018 - 15:19) weiterlesen...

Schulze bekräftigt Forderung nach technischen Diesel-Nachrüstungen. Man komme bei der Senkung von Schadstoffe-Emissionen nicht um Hardware-Nachrüstungen herum, sagte Schulze am Mittwoch in einem auf Facebook übertragenen gemeinsamen Interview mit ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker. BERLIN - Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat ihre Forderung nach umfangreichen technischen Nachrüstungen für Dieselautos bekräftigt. (Boerse, 18.04.2018 - 13:58) weiterlesen...