Facebook Inc, US30303M1027

BERLIN - Im Skandal um den Missbrauch der Daten von Millionen Facebook -Nutzern hat Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) das Unternehmen scharf gerügt und Konsequenzen auf europäischer Ebene verlangt.

05.04.2018 - 11:05:25

Bundesjustizministerin Barley: Facebook ist ein Netzwerk der Intransparenz. "Facebook ist ein Netzwerk der Intransparenz", sagte Barley am Donnerstag in Berlin. "Ethische Überzeugungen fallen kommerziellen Interessen zum Opfer." Auch aus Deutschland seien bis zu 300 000 Verbraucher betroffen, deren Daten ohne ihr Einverständnis weitergegeben und verarbeitet worden seien. Facebook lebe vom Vertrauen seiner Nutzer. "Facebook hat dieses Vertrauen verspielt", sagte Barley.

In dem Skandal geht es um die unerlaubte Nutzung der Informationen von Millionen Facebook-Anwendern durch die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica. Wie Facebook mitteilte, könnten die Daten von bis zu 87 Millionen Menschen betroffen sein - statt, wie bislang angenommen, jene von rund 50 Millionen Menschen.

Die weitaus meisten der betroffenen Nutzer stammen demnach aus den USA. In Deutschland sind möglicherweise bis zu 310 000 Facebook-Anwender betroffen. Es geht auch um die Frage, welche Rolle die Daten von Cambridge Analytica im US-Wahlkampf des damaligen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump gespielt haben.

Barley mahnte, die Aufklärung dürfe nicht beim Fall von Cambridge Analytica stehen bleiben. "Es muss geklärt werden, ob weitere App-Betreiber in großem Umfang Nutzer- und Kontaktdaten missbraucht haben." Es sei an der Zeit für eine deutliche Reaktion der EU-Staaten.

"Für soziale Netzwerke braucht es klare Regeln. Wir werden überprüfen, ob die Möglichkeiten der neuen europäischen Datenschutzverordnung ausreichen", sagte sie. "Wir müssen klare Anforderungen an die Betreiber sozialer Netzwerke auf europäischer Ebene gesetzlich festschreiben." Facebook müsse gegenüber Behörden in der EU auch die Funktionsweise seiner Algorithmen offenlegen.

@ dpa.de

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