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Wirecard, DE0007472060

BERLIN - Im Kampf gegen internationale Geldwäsche gibt es nach Recherchen eines internationalen Journalisten-Netzwerks nach wie vor erhebliche Defizite.

21.09.2020 - 05:59:31

Datenleck enthüllt Schwächen bei Geldwäsche-Bekämpfung. Demnach offenbaren die am Sonntagabend bekannt gemachten Informationen aus einem Datenleck des US-Finanzministeriums, dass Banken aus aller Welt über Jahre hinweg Geschäfte mit hochriskanten Kunden abgewickelt und trotz strenger Regularien mutmaßliche Kriminelle als Kunden akzeptiert und für diese Überweisungen in Milliardenhöhe ausgeführt hätten. Gemeldet haben sie diese Vorgänge den Angaben zufolge mitunter nur sehr zögerlich und zum Teil mit jahrelanger Verspätung.

beträfen, seien diese den Aufsichtsbehörden bekannt. Die Themen seien untersucht, es habe Einigungen mit Behörden gegeben. "Wo nötig und angemessen, haben wir Konsequenzen gezogen. Die Bank hat massiv in die Verbesserung der Kontrollen investiert, und wir konzentrieren uns mit Nachdruck darauf, unseren Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen nachzukommen", sagte ein Sprecher in Frankfurt/Main.

Die weltweit führenden Finanzinstitute, einschließlich der Deutschen Bank, haben nach Aussage des Sprechers "Milliarden von Dollar investiert", um Ermittlungsbehörden effektiver zu unterstützen: "Dies führt natürlich zu einer höheren Zahl von Feststellungen."

In Deutschland ist die beim Zoll angesiedelte "Financial Intelligence Unit" (FIU) zentrale Stelle im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Bei der FIU gehen den Angaben zufolge "Verdachtsmeldungen" ein, wenn es Anhaltspunkte dafür gebe, dass Vermögenswerte illegaler Herkunft sein oder im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung stehen könnten. Beispielsweise meldeten Banken dubiose Bargeldeinzahlungen. Auch gebe es Meldungen von Finanzinstituten, bei denen es um sehr hohe und teils international weit verzweigte Transaktionen gehe - häufig mit Bezug zum Immobiliensektor. Daneben würden immer häufiger Verdachtsmeldungen aus dem sogenannten Nichtfinanzsektor übermittelt - etwa von Notaren, die Immobilienkäufe in bar abwickeln sollen oder von Juwelieren, deren Kunden sehr hochwertigen Schmuck in bar erwerben möchten.

Im vergangenen Jahr wurden laut FIU deutlich mehr Verdachtsfälle gemeldet. 2019 hatte es nach ihren Angaben 114 914 Hinweise gegeben. Das seien fast 49 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2009 habe sich das "Meldeaufkommen" fast verzwölffacht. Nach wie vor stammten rund 98 Prozent aller Meldungen aus dem Finanzsektor, von dem über 35 000 Verdachtsmeldungen mehr eingegangen seien als noch im Jahr 2018.

Deutschland kommt aktuell im internationalen Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung eine maßgebliche Rolle zu. Im Juli hat Deutschland über das Finanzministerium für zwei Jahre die Präsidentschaft der Financial Action Task Force (FATF) übernommen - einer Institution, in der Regierungen von 37 Staaten sowie die EU-Kommission und der Golf-Kooperationsrat zusammenarbeiten.

@ dpa.de

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