Maschinenbau, Internet

BERLIN - Im Coronajahr 2020 sind die Ausgaben der deutschen Wirtschaft für Forschung und Entwicklung (FuE) erstmals seit sieben Jahren zurückgegangen.

12.11.2021 - 12:08:27

Forschungsausgaben in Firmen erstmals seit sieben Jahren gesunken. Das geht aus einer Erhebung des Stifterverbandes im Auftrag des Bundesforschungsministeriums hervor. Demnach investierten die Unternehmen 71 Milliarden Euro in ihre eigene Forschung - 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr, wie der Verband am Freitag in Berlin mitteilte. Auch das Forschungspersonal sei leicht reduziert worden. Lediglich die Ausgaben für Forschungsaufträge an andere Partner seien gestiegen, und zwar um 1,0 Prozent auf einen Höchstwert von 22,9 Milliarden Euro.

Die FuE-Ausgaben von Staat und Hochschulen betrugen nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes dem Verband zufolge 34,6 Milliarden Euro. Zusammen mit der Wirtschaft seien damit in Deutschland im Jahr 2020 knapp 106 Milliarden Euro für interne Forschung und Entwicklung ausgegeben worden. Der Anteil der FuE-Ausgaben an der Wirtschaftsleistung habe trotz gesunkenen Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf 3,14 Prozent abgenommen nach 3,17 Prozent im Jahr davor. Ziel der geschäftsführenden Bundesregierung ist es, dass bis 2025 für Forschung und Entwicklung 3,5 Prozent des BIP investiert werden.

Im Kfz-Bereich seien FuE-Ausgaben am stärksten reduziert worden - von 2019 auf 2020 um fast vier Milliarden Euro beziehungsweise 13,6 Prozent. Im Maschinenbau seien sie um knapp sieben Prozent gesunken, in der Chemie- und Pharmaindustrie um je gut drei Prozent. Als Gründe wurden Umsatzrückgänge, unterbrochene Lieferketten oder Lockdown-Regelungen genannt. Um interne Kosten zu mindern, hätten vor allem Kfz- und Maschinenbau verstärkt externes Wissen genutzt.

Die IT-Branche habe FuE-Aufwendungen gesteigert. Auch wissenschaftliche Dienstleistungen etwa in Medizin und Biotechnologie hätten von stabilen Aufträgen aus der Industrie profitiert. Die geschäftsführende Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) verwies der Mitteilung zufolge darauf, dass der Bund seine FuE-Ausgaben 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Milliarden Euro erhöht habe.

Aufgrund der Kurzarbeit während der Corona-Pandemie hat die Zahl der Forscherinnen und Forscher in Unternehmen dem Verband zufolge kaum abgenommen. Werden alle Voll- und Teilzeitbeschäftigten in Forschungsabteilungen berücksichtigt, ergäben sich für 2020 rechnerisch 467 400 Vollzeitstellen - 8 200 weniger als 2019.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

AKTIEN IM FOKUS: Corona-Verlierer in New York gefragt - Impfstoffwerte sacken ab. Sie schichteten im größeren Stil um von Virus-Gewinnerbranchen wie etwa den Impfstoffwerten in jene Aktien, die in der Krise als besonders stark belastet galten - und damit besonders anfällig waren für die zuletzt schlechter gewordenen Nachrichten. NEW YORK - Wegen nachlassender Sorgen vor der Coronavirus-Variante Omikron vollziehen die Anleger am Montag an den US-Börsen einen erneuten Paradigmenwechsel. (Boerse, 06.12.2021 - 17:41) weiterlesen...

Astronaut Maurer bereits Teil etlicher Experimente auf ISS. Maurer verteilte etwa Geräte zur Strahlungsmessung und berührte immer wieder Platten, auf denen später die Belastung durch Mikroorganismen gemessen werden soll. Wie die Europäische Weltraumorganisation Esa mit Sitz in Paris am Montag mitteilte, wurde auch Maurer selbst in etlichen Versuchen unter die Lupe genommen. Spezielle Geräte maßen seine Temperatur, zeichneten seinen Schlaf-Wach-Rhythmus auf und machten Bilder seiner Augen. Auch auf eine Weltraumwaage kletterte der Astronaut und absolvierte mit Atemmaske und Herzfrequenzmessung eine Fahrradtour im Stehen. PARIS - Der deutsche Astronaut Matthias Maurer hat in seinen ersten Wochen auf der Internationalen Raumstation ISS zahlreiche Experimente durchgeführt. (Boerse, 06.12.2021 - 12:37) weiterlesen...

Erdgas bleibt wichtigster Energieträger der Industrie. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete, hatte Erdgas im vergangenen Jahr einen Anteil von 31 Prozent am Gesamt-Energieverbrauch der Industrie. Auf Strom entfielen 21 Prozent. Mineralöle und Mineralölprodukte sowie Kohle kamen auf jeweils 16 Prozent. Insgesamt verbrauchte die Industrie in Deutschland 2020 3747 Petajoule Energie, 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Zwölf Prozent davon wurden nicht energetisch eingesetzt, sondern für die Herstellung etwa von chemischen Produkten, Düngemitteln oder Kunststoffen. Zuletzt war der Jahreswert 2009 mit 3712 Petajoule unterschritten worden. WIESBADEN - In der deutschen Industrie bleibt Erdgas der mit Abstand wichtigste Energieträger. (Boerse, 06.12.2021 - 11:40) weiterlesen...

Corona-Pandemie kein Bremsklotz für weltweite Rüstungsverkäufe. Die 100 führenden Rüstungskonzerne der Erde setzten im Corona-Jahr 2020 schwere Waffen und militärische Dienstleistungen im Wert von 531 Milliarden US-Dollar um, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem am Montag veröffentlichten Bericht mitteilte. Das entsprach einem währungsbereinigten Anstieg um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es ist der sechste jährliche Zuwachs in Folge. STOCKHOLM - Trotz der Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen hat die internationale Rüstungsindustrie ihre Waffenverkäufe weiter gesteigert. (Boerse, 06.12.2021 - 05:52) weiterlesen...

Andritz AG. Andritz AG / ANDRITZ liefert elektromechanische Ausrüstungen für Andritz AG (Boerse, 04.12.2021 - 15:38) weiterlesen...

Boeings Unglücksflieger 737 Max vor Wiederzulassung in China. Die dortige Luftfahrtaufsicht CAAC erließ am Donnerstag eine Direktive an Fluggesellschaften, um die letzten Schritte vor der Wiederinbetriebnahme zu regeln. Damit sind die Weichen gestellt, damit Boeings nach zwei Abstürzen mit 346 Toten im wichtigen Auslandsmarkt China seit fast drei Jahren mit einem Flugverbot belegter Mittelstreckenjet endlich wieder abheben kann. PEKING/CHICAGO - Der US-Flugzeugbauer Boeing macht bei der angestrebten Wiederzulassung seines Krisenjets 737 Max in China wichtige Fortschritte. (Boerse, 03.12.2021 - 18:59) weiterlesen...