Metallindustrie, Auto

BERLIN - Homeoffice-Regeln sowie die Debatten rund ums Thema Impfen spalten aus Sicht des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall auch die Belegschaften vieler Unternehmen.

11.01.2022 - 05:55:25

Gesamtmetall: Impfthematik und Homeoffice-Regeln führen zu Spannungen. "Die unterschiedliche Betroffenheit etwa beim Homeoffice teilt die Menschen in den Betrieben gefühlt in eine Zweiklassengesellschaft", sagte Verbandspräsident Stefan Wolf der Deutschen Presse-Agentur. "Diejenigen, die in der Produktion arbeiten, die müssen da sein, für die hat sich nichts geändert." Andere Beschäftigte, etwa in der Verwaltung, blieben hingegen zu Hause. "Auch das kann Spannungen in den Unternehmen schaffen", sagte Wolf.

Hinzu kämen die unterschiedlichen Ansichten der Beschäftigten beim Thema Impfen. Gut sei, dass die Arbeitgeber mit der 3G-Pflicht am Arbeitsplatz nun Klarheit hätten, welche Mitarbeitenden geimpft seien und welche nicht. "Es bringt jetzt aber nichts, zu polarisieren", betonte Wolf. "Wir müssen versuchen, zu vermitteln und diese gespaltene Gesellschaft und auch die gespaltene Belegschaft, die wir zum Teil haben, wieder zusammen zu bringen." Das funktioniere nur über Argumente und Gespräche.

Seit einigen Wochen müssen Beschäftigte geimpft, getestet oder genesen sein (3G), wenn sie aufs jeweilige Betriebsgelände gelangen wollen. Wolf geht davon aus, dass sich in vielen Unternehmen die bundesweite Impfquote widerspiegele, dass also etwa rund ein Viertel der Mitarbeitenden nicht vollständig geimpft sei. In einzelnen Betrieben sei die Impfquote höher oder niedriger.

Mindestens indirekt verschärfe die Pandemie zudem die Probleme vieler Unternehmen, Fachkräfte für wichtige Stellen zu finden. "Dadurch, dass die Menschen seit 1,5 Jahren oder länger im Homeoffice sitzen, hat sich bei vielen auch die Bereitschaft zu beruflicher Veränderung und Weiterentwicklung deutlich reduziert", sagte der Verbandspräsident. "Es ist schwieriger geworden, Positionen zu besetzen." Der demografische Wandel werde dieses Problem in den kommenden Jahren weiter verschärfen.

Wolf forderte deshalb erneut ein Zuwanderungsgesetz zur Anwerbung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland. In diesem Zusammenhang sei es gut, dass die neue Bundesregierung keine Steuererhöhungen wolle. Ein höherer Spitzensteuersatz schrecke nicht nur potenzielle Fachkräfte aus dem Ausland ab, sondern treibe zudem qualifiziertes Personal aus Deutschland in die Nachbarländer.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Ukraine-Krise: USA will Treffen von UN-Sicherheitsrat. Die Vereinigten Staaten beantragten am Donnerstag ein Treffen des mächtigsten UN-Gremiums für Montag, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr. Die Beratungen in New York sollen öffentlich abgehalten werden, vermutlich um 16.00 Uhr deutscher Zeit. NEW YORK - Der UN-Sicherheitsrat soll sich zum ersten Mal mit der gegenwärtigen Ukraine-Krise beschäftigen. (Wirtschaft, 27.01.2022 - 23:36) weiterlesen...

Von der Leyen zu Sanktionen gegen Russland: 'Nichts ist vom Tisch'. "Nichts ist vom Tisch", sagte sie am Donnerstagabend auf Fragen zu entsprechenden Sanktionen in einem CNN-Interview. Zudem betonte sie, dass man versuche, eine Lösung am Verhandlungstisch zu finden, sich jedoch auch auf das Schlimmste vorbereite. BRÜSSEL - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat für den Fall einer russischen Invasion der Ukraine betont, dass ein Ausschluss Russlands vom Zahlungsverkehrssystem Swift sowie ein Ende der Gaspipeline Nord Stream 2 möglich seien. (Wirtschaft, 27.01.2022 - 22:31) weiterlesen...

RKI: Krankheitslast rückt neben Infektionszahl in den Fokus. Für die aktuelle Lagebewertung stehe "nicht die Erfassung aller Infektionen durch SARS-CoV-2, sondern die Entwicklung der Anzahl und Schwere der Erkrankungen im Vordergrund", wie aus dem RKI-Wochenbericht vom Donnerstagabend hervorgeht. Auch wenn nicht mehr jeder Einzelfall im Meldesystem erfasst werde, ermöglichten ergänzend zurate gezogene Schätzwerte "eine zuverlässige Einschätzung der Gesamtentwicklung der epidemiologischen Situation" in Deutschland, hieß es. BERLIN - Angesichts der in die Höhe schnellenden Zahlen von Omikron-Neuinfektionen sieht das Robert Koch-Institut (RKI) nicht die Messung jeder Infektion, sondern immer mehr die Krankheitslast im Fokus. (Wirtschaft, 27.01.2022 - 22:22) weiterlesen...

Pentagon: Russland setzt Truppenaufmarsch weiter fort. "Was die russischen Aufrüstungen betrifft, so sehen wir - auch in den vergangenen 24 Stunden - eine weitere Ansammlung von (...) Kampftruppen, die von den Russen im westlichen Teil ihres Landes und in Belarus aufgestellt wurden", sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Donnerstag. Kirby wollte nicht sagen, wie viele bewaffnete Kräfte zuletzt hinzugekommen seien. WASHINGTON - Die Stärke der russischen Truppen an der ukrainischen Grenze hat nach Angaben der US-Regierung "in den vergangenen 24 Stunden" weiter zugenommen. (Wirtschaft, 27.01.2022 - 22:01) weiterlesen...

Russische Ukraine-Invasion wäre Aus für Nord Stream 2. "Wir führen weiterhin sehr intensive und klare Gespräche mit unseren deutschen Verbündeten, und ich möchte mich heute klar und deutlich ausdrücken", sagte die Top-US-Diplomatin Victoria Nuland am Donnerstag in Washington. WASHINGTON - Ein Einmarsch Russlands in die Ukraine würde nach Darstellung der US-Regierung das Aus für die umstrittene deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream bedeuten. (Wirtschaft, 27.01.2022 - 21:18) weiterlesen...

Lauterbach rechtfertigt Impfpflicht in sensiblen Einrichtungen. "Das Gesetz gilt. Es geht dabei um den Schutz derer, die besonders gefährdet sind", sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag). Konkrete Probleme betreffend, könne der Bund den Ländern helfen, ein einheitliches Vorgehen zu bestimmen - also wie damit umzugehen sei, wenn Personal ausfalle. "Was nicht geht, ist, dass die Impfpflicht in Pflegeheimen eines Landes gilt, ein paar Kilometer weiter aber nicht." Eine Verschiebung lehne er strikt ab. BERLIN - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Mitte März greifende Corona-Impfpflicht für Personal in Einrichtungen wie Kliniken und Pflegeheimen gerechtfertigt. (Boerse, 27.01.2022 - 19:26) weiterlesen...