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BERLIN / GÖTTINGEN - Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist am Wochenende leicht gesunken, aber bleibt sehr hoch.

05.12.2021 - 16:28:27

Corona-Inzidenz sinkt leicht - Studie: FFP2-Masken extrem sicher. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 439,2 an. Am Samstag hatte der Wert bei 442,7 gelegen, vor einer Woche bei 446,7 (Vormonat: 169,9). Eine Studie ergab, dass FFP2-Masken selbst bei längerem Kontakt in Innenräumen extrem hohen Schutz vor einer Corona-Infektion bieten.

Wenn sich ein infizierter und ein gesunder Mensch in einem Raum auf kurzer Distanz begegnen, liegt die Ansteckungsgefahr demnach auch nach 20 Minuten bei etwa einem Promille (0,1 Prozent). Voraussetzung sei der korrekte Sitz der FFP2- oder KN95-Maske, schreibt das Team um Eberhard Bodenschatz vom Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS").

Bei schlecht sitzenden FFP2-Masken liege das Infektionsrisiko im gleichen Szenario bei rund vier Prozent. Für optimalen Schutz muss der Nasenbügel laut Bodenschatz zu einem "abgerundeten W" geformt werden, so dass er seitlich auf den Nasenflügeln und auch auf den nach außen benachbarten Arealen anliegt. "Dann gelangen die ansteckenden Aerosolepartikel nicht mehr an der Maske vorbei, und auch Brillen beschlagen nicht mehr", erläutert Institutsdirektor Bodenschatz. OP-Masken mit guter Passform senken die Infektionsgefahr demnach auf maximal zehn Prozent.

Die Forscher berechneten das Infektionsrisiko, indem sie Faktoren wie etwa Partikelgrößen, Physik beim Ausatmen und Risiko des Einatmens von Coronaviren kombinierten. Zudem maßen sie, wie sehr Atempartikel an den Rändern unterschiedlich gut sitzender Masken vorbeiströmen.

Die Forscher wollten das Risiko so konservativ wie möglich berechnen. "Im täglichen Leben ist die tatsächliche Infektionswahrscheinlichkeit sicherlich zehn- bis hundertmal kleiner", betonte Bodenschatz. Denn Atemluft, die an den Rändern aus der Maske strömt, werde verdünnt. "Wenn unter diesen Bedingungen sogar das größte theoretische Risiko klein ist, ist man unter realen Bedingungen auf der ganz sicheren Seite", folgert er.

Ganz anders ist das Ergebnis bei Begegnungen von zwei Personen ohne Maske: Stehe dann ein gesunder Mensch mit drei Metern Abstand wenige Minuten in der Atemluft eines Infizierten, werde er sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit anstecken, so die Forscher. Bodenschatz betont: "Unsere Ergebnisse zeigen noch einmal, dass das Maske-Tragen an Schulen und auch generell eine gute Idee ist."

Die Inzidenz in Deutschland unterschied sich am Sonntag regional drastisch: Sie reichte von 74,3 im Landkreis Dithmarschen bis 2208,5 im Landkreis Mittelsachsen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 42 055 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.47 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 44 401 Ansteckungen.

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) teilte mit, am Sonntag seien 4824 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt worden. Mehr als die Hälfte von ihnen (53 Prozent) wurden invasiv beatmet. Zum Vergleich: Im Frühjahr lag der Maximalwert bei gut 5100 Erkrankten, den absoluten Höchststand erreichte er Anfang Januar mit rund 5700.

Deutschlandweit wurden den neuen RKI-Angaben zufolge binnen 24 Stunden 94 Todesfälle verzeichnet - vor einer Woche waren es 104. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6 158 125 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntag mit 5 082 500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 103 040.

@ dpa.de

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