Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

trading-house Börsenakademie

Gemeinsam erfolgreich

MARKETSX
Produktion, Absatz

BERLIN / GENF - Angesichts eindringlicher Mahnungen des Weltklimarats fordern Politiker und UmweltschĂĽtzer ein Umdenken in der Landwirtschaft.

08.08.2019 - 16:22:24

Klima-Bericht verstärkt Ruf nach Wandel in der Landwirtschaft. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) wertete den Sonderbericht zu Klimawandel und Landnutzung am Donnerstag als Beleg dafür, dass Deutschland mehr Ökolandbau, mehr Moore und nachhaltiger bewirtschaftete Wälder brauche. Dem Bericht des Weltklimarats (IPCC) zufolge waren Landwirtschaft, Forstwirtschaft und andere Landnutzung von 2007 bis 2016 weltweit für rund 23 Prozent, also fast ein Viertel der gesamten vom Menschen verursachten Netto-Ausstöße von Treibhausgasen verantwortlich.

In Deutschland liegt der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgasen bei etwa 7 Prozent. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) kündigte noch für dieses Jahr eine neue "Ackerbaustrategie" an, die den Beitrag zum Klimaschutz ausbauen solle. "Ressourcen- und Klimaschutz müssten mit Ertrags- und Erntesicherung zusammengebracht werden", mahnte sie auch angesichts der rund 820 Millionen hungernden Menschen weltweit. Land- und Forstwirtschaft seien nicht nur Beteiligte, sondern auch vom Klimawandel besonders betroffen.

Umweltministerin Schulze mahnte, dem seit Jahren gültige Ziel von 20 Prozent Ökolandbau in Deutschland müsse man endlich näher kommen - aktuell sind es rund 9 Prozent. Dafür brauche es auch andere Anreize aus der milliardenschweren EU-Agrarförderung, über die in Brüssel verhandelt wird. Der Bericht zeige auf, dass die verantwortliche Generation in der Politik noch die Möglichkeit habe, umzusteuern: "Wir wissen genug, um zu wissen, was wir jetzt tun müssen."

Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte, die Landwirtschaft müsse weltweit mehr Lebensmittel auf den vorhanden Flächen erzeugen und dabei weniger Treibhausgase ausstoßen, statt für neue Agrarflächen Wälder abzuholzen. Dem stehe das neue Freihandelsabkommen zwischen dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur und der Europäischen Union entgegen, mahnte er - Kritiker gehen davon aus, dass es die Nachfrage nach argentinischem Rindfleisch steigern könnte.

Um Abholzung zu vermeiden forderte Entwicklungsminister Gerd Müller, nur noch nachhaltiges Soja und Palmöl in die EU zu importieren. Der CSU-Politiker sagte der Funke Mediengruppe, Deutschland müsse im kommenden Jahr zusätzlich 500 Millionen Euro in den internationalen Klimaschutz investieren. Ernährungssicherung und Klimaschutz seien die Überlebensfragen der Menschheit. "Wir müssen jetzt handeln und den Menschen ein Überleben in ihrer Heimat sichern", forderte er.

Auch das Bundesforschungsministerium sieht Handlungsbedarf. "Langfristig brauchen wir weitere Anstrengungen der Wissenschaft, um beispielsweise dürreresistente Pflanzen zu züchten oder Nahrungsmittel-Ketten zu entwickeln, die zu geringeren Verlusten nach der Ernte führen", sagte Staatssekretär Georg Schütte.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt nannte den Bericht "ein weiteres Alarmsignal". Sie erwarte, dass das Klimakabinett der Bundesregierung im September "wirklich relevante Vorschläge" auch zur Flächennutzung beschließe. "Der Bericht zeigt: Wir brauchen jetzt eine Regierung, die wirklich beherzt handelt", sagte sie.

Auch zahlreiche Umweltverbände riefen die Politik auf, in der Landwirtschaft und sonstigen Landnutzung auf mehr Nachhaltigkeit zu setzen. "Die Klimakrise verstärkt Probleme für unsere Landnutzung und Ernährungssicherheit massiv - während unsere Art und Weise der Landnutzung wiederum die Klimakrise anheizt", sagte WWF-Experte Rolf Sommer. Dieser "Teufelskreis" müsse durchbrochen werden.

Der Bericht zeige, dass ein gesundes Klima "nicht nur Windräder, sondern auch eine andere, sanftere Landwirtschaft" brauche, sagte Kai Niebert vom Deutschen Naturschutzring. "Eine Politik, die die Welt mit billigem Fleisch ernähren will, fährt das Klima vor die Wand." Denn der dafür notwendige Sojaanbau und die entstehende Gülle zerstörten weltweit wertvolle Böden und heizten dem Klima ein.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Irans Führer: US-Treffen nur zusammen mit Partnern des Atomabkommens. "Falls die Amerikaner das, was sie gesagt und getan haben, zurücknehmen und bereuen, dann können auch sie zusammen mit den anderen Vertragspartnern an einem Treffen teilnehmen", sagte Ajatollah Ali Chamenei am Dienstag im iranischen Staatsfernsehen. Sonst werde es kein Treffen mit den USA geben, "weder in New York noch sonst wo", so Chamenei, der laut Verfassung in allen strategischen Belangen das letzte Wort hat. TEHERAN - Ein Treffen zwischen dem Iran und den USA ist nach den Worten des obersten iranischen Führers nur zusammen mit den Vertragspartnern des Atomabkommens möglich. (Wirtschaft, 17.09.2019 - 09:53) weiterlesen...

Studie: Frauen erhalten im Schnitt ein Viertel weniger Rente. Hauptgrund für diese geschlechtsspezifische Rentenlücke ("Gender Pension Gap"): Viele Frauen treten für die Kindererziehung im Beruf kürzer und erwerben somit weniger Ansprüche auf die gesetzliche Leistung. FRANKFURT - Frauen erhalten einer Studie zufolge im Schnitt 26 Prozent weniger Rente als Männer. (Wirtschaft, 17.09.2019 - 09:36) weiterlesen...

KORREKTUR/ROUNDUP/Studie: Mit steigendem Vermögen sinkt Zeit für Pflege zuhause (Im dritten Absatz, zweiter Satz muss es richtig heißen: «In der Gruppe mit den höchsten Vermögen» (statt: «In der Gruppe mit den höchsten Einkommen»). (Wirtschaft, 17.09.2019 - 09:15) weiterlesen...

Venezuelas Opposition streitet über Dialog mit Maduro. Einige oppositionelle Abgeordnete erklärten sich am Montag dazu bereit, wieder Verhandlungen mit der Regierung aufzunehmen. Der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó erklärte die Gespräche hingegen für gescheitert. Damit verweigert erstmals seit Beginn des Machtkampfs ein Teil der Regierungsgegner dem Oppositionsführer Guaidó die Gefolgschaft. CARACAS - Die venezolanische Opposition hat sich im Streit um den Dialog mit der sozialistischen Regierung von Präsident Nicolás Maduro entzweit. (Wirtschaft, 17.09.2019 - 06:33) weiterlesen...

Studie: Mit steigendem Vermögen sinkt die Zeit für Pflege zuhause. Ablesbar ist das am Einkommen, vor allem aber am Vermögen der Menschen, die zuhause Pflege leisten, wie aus einer neuen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Pflegebedürftige werden zudem besonders oft von Frauen und Älteren gepflegt. BERLIN - Pflegende Angehörige mit weniger Geld haben einer Studie zufolge zuletzt etwas mehr Zeit für die Pflege zuhause aufgewendet als reichere. (Wirtschaft, 17.09.2019 - 06:33) weiterlesen...

Grüne lehnen Aufnahme von Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien ab. "Es ist aberwitzig, angesichts der Eskalation im Golf die Risiken dort mit weiteren Rüstungsexporten noch mehr zu erhöhen", sagte die Grünen-Verteidigungspolitikerin Agnieszka Brugger der Deutschen Presse-Agentur. BERLIN - Die Grünen im Bundestag lehnen die aus der Union geforderte Wiederaufnahme von Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien ab. (Boerse, 17.09.2019 - 06:33) weiterlesen...