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BERLIN / GEISLINGEN - Diesel-Fahrer werden noch eine Weile auf die vom Bundesverkehrsministerium angedachten Nachrüstsysteme warten müssen.

08.10.2018 - 07:20:38

Diesel-Nachrüstsysteme lassen auf sich warten. Hersteller wie Baumot wollen zwar im kommenden Jahr mit ersten für Euro 5-Diesel vorgesehenen Lösungen auf den Markt kommen. Doch Experten kalkulieren vorsichtiger: "Ich rechne erst in zwei Jahren mit nennenswerten Stückzahlen bei verfügbaren Umrüstsätzen", sagt etwa Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft in Geislingen.

beispielsweise lehnen Nachrüstungen kategorisch ab. Volkswagen und Daimler spielen den Ball an die Nachrüstfirmen zurück. "Diese Lösungen müssen vorliegen, zugelassen und dauerhaft haltbar sein und damit die Kunden überzeugen", heißt es bei VW . Außerdem erwarte man, "dass die Bundesregierung sicherstellt, dass sich alle Hersteller an den entsprechenden Maßnahmen beteiligen". Auch wer am Ende für etwaige Schäden zum Beispiel am Motor haftet, ist noch offen.

Die Nachrüstfirmen - genau wie die Werkstätten - beteuern, sie stünden bereit. Baumot-Chef Marcus Hausser sagte der Deutschen Presse-Agentur jüngst, der Hersteller habe kein Problem damit, die Gewährleistung zu übernehmen. Aus seiner Sicht könnten die Umbauten 2019 beginnen. Auch Stefan Lefarth, Strategiechef beim Konkurrenten HJS, rechnet damit, dass die Systeme binnen Jahresfrist am Markt sein könnten - allerdings nur unter der Bedingung, dass die Hersteller mit im Boot sitzen.

Denn die Nachrüstungen sind komplex, die Autos im Gegensatz zu Bussen oder Lieferwagen sehr unterschiedlich. "Jeder Fahrzeugtyp erfordert jeweils eine spezifische Ausgestaltung der Umrüstlösungen", erklärt Branchenexperte Reindl. Dass die dann flächendeckend für saubere Luft sorgen werden, bezweifelt er, genau wie andere Branchenkenner: "Neben den Genehmigungen müssen auch die erforderlichen Stückzahlen vorliegen." Reindl glaubt, die Entscheidung für Nachrüstungen sei neben dem Druck aus Brüssel auch dem laufenden Wahlkampf in Bayern und Hessen geschuldet. "Es musste irgendein Klimmzug erfunden werden, damit auch die Wähler zufrieden gestellt werden, die sich kein neues Auto leisten können."

@ dpa.de

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