Regierungen, Medizintechnik

BERLIN - Experten haben vor einer Überbewertung der aktuellen Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gewarnt.

30.11.2021 - 13:32:29

Labore: Corona-Lage bleibt dramatisch - weiter steigende Positivrate. "Ich wäre sehr vorsichtig, aus zwei tagesaktuellen Inzidenzwerten einen Trend abzuzeichnen", sagte der Vorstandschef des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, am Dienstag in einer Videoschalte. Man dürfe davon ausgehen, dass die Infektionszahlen zunächst einmal auf hohem Niveau bleiben. Die Lage sei ohnehin "dramatisch genug" - es sei weniger wichtig, ob die Inzidenz nun bei 470 oder 490 liege.

Es gelte vielmehr, Maßnahmen zu ergreifen, um ein weiteres Ansteigen des Werts und ein Ausdehnen der vierten Welle aus dem Süden und Osten des Landes in den Westen und Norden möglichst abzudämpfen - oder ganz zu vermeiden, sagte Müller. Nur Menschen mit positivem PCR-Nachweis gingen in die Statistik ein. Grundsätzlich könnten nicht alle Infizierten erfasst werden. So werde etwa nicht jeder positive Schnelltest im Labor bestätigt, zudem erhielten manche Menschen mit leichten Symptomen fälschlicherweise einen negativen Schnelltest.

Die Auslastung der Facharztlabore liege an der Belastungsgrenze, teils darüber, hieß es vom Verband. "In Ländern wie Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg oder Thüringen steht die Ampel nun schon seit längerer Zeit wieder auf Rot." Im Unterschied zu vorigen Wellen betreffe der Engpass nun das Personal. Es sei nicht die Zeit für PCR-Tests für Zwecke wie einen Friseurbesuch, man müsse vielmehr Priorität auf den medizinischen Bedarf legen, sagte Müller.

Laut ALM-Daten, die auf Angaben von knapp 180 Laboren bundesweit basieren, fiel vergangene Woche mehr als jeder fünfte PCR-Test in Deutschland positiv auf Sars-CoV-2 aus. Die sogenannte Positivrate stieg auf rund 21 Prozent, in der Woche vom 18. bis 24. Oktober waren es noch 11 Prozent. Während damals weniger als 850 000 wöchentliche PCR-Tests erfasst wurden, waren es vorige Woche rund 1,83 Millionen.

@ dpa.de

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