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Regierungen, Deutschland

BERLIN - Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) gibt an diesem Montag den Startschuss für das neue Textilsiegel "Grüner Knopf".

08.09.2019 - 15:48:25

'Grüner Knopf' als Zeichen: Müller vergibt neues Textilsiegel. Das staatliche Siegel wird an die ersten Bekleidungsfirmen vergeben, die ihre Textilien unter strengen sozialen und ökologischen Standards herstellen lassen. Sie verpflichten sich etwa, dass bei der Produktion Mindestlöhne gezahlt werden, Kinderarbeit ausgeschlossen ist und bestimmte Gesundheits- und Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Hintergrund ist der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch, bei dem vor sechs Jahren mehr als 1100 Menschen ums Leben gekommen waren. Müller hatte das Unglück als Weckruf für Wirtschaft und Politik gewertet, sich stärker für sichere und faire Arbeitsbedingungen in der Textilwirtschaft einzusetzen.

Das neue Siegel soll ein Signal auch an andere Branchen senden. "Alle haben gesagt, man kann keine komplette Lieferkette bis in den Laden durchzertifizieren. Wir beweisen jetzt am Beispiel von Textilien: Es geht eben doch", sagte Müller der "Augsburger Allgemeinen". Deutschland könne es sich nicht leisten, die Bedingungen in Billiglohnländern auszublenden. "Wir können weiter wegsehen und die Menschen sklavenartig für uns arbeiten lassen, aber das wird nicht funktionieren." Wenn man dies zulasse, dürfe man sich nicht wundern, wenn sich Millionen auf den Weg nach Europa machten.

Wer den "Grünen Knopf" für sein Textilprodukt haben will, muss 26 soziale und ökologische Mindeststandards einhalten. Die ökologischen Standards umfassen etwa das Verbot von Weichmachern und anderen Chemikalien sowie Grenzwerte für Abwässer, die bei der Produktion anfallen. Die Herstellerfirmen müssen nachweisen, dass sie menschenrechtliche, soziale und ökologische Verantwortung übernehmen.

Müller berichtete, auch der Inhalt seines Kleiderschrankes werde gerade umgestaltet. "Der Anzug kommt von Boss. Unterwäsche kaufe ich bei Trigema. Hemden und Socken kommen neu von Unternehmen, die auch mitmachen", sagte er der "Abendzeitung München" (Samstag). Von den 25 Vorreitern, die an diesem Montag vorgestellt würden, seien zwei Drittel Mittelständler oder kleinere Unternehmen. "Aber auch große Firmen wie Tchibo, die Otto-Group oder eben Hugo Boss machen mit."

Für Kunden im Laden werde es nicht teurer, betonte Müller im Gespräch mit der "Augsburger Allgemeinen". "Eine Jeans mit dem "Grünen Knopf" kostet in der Produktion am Ende etwa einen Dollar mehr. Das reicht, um den Frauen in Bangladesch einen Lohn zu zahlen, von dem sie leben können." Er verlangte, dass der Bund, aber auch Kommunen, Kliniken oder Polizeidienststellen sich künftig am Grünen Knopf orientieren, wenn sie Arztkittel, Uniformen oder Bettwäsche einkaufen.

Müllers Projekt ist allerdings umstritten. Die deutsche Textilbranche hält den "Grünen Knopf" für überflüssig und die Kriterien für kaum kontrollierbar. Anderen geht das Vorhaben nicht weit genug. Kritisiert wird unter anderem, dass in der Startphase nur die Arbeitsbedingungen beim Nähen, Färben und Bleichen in den Blick genommen werden, nicht aber beim Weben, Spinnen und der Rohstoffproduktion.

Nach Ansicht des Chefs des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, kann das Textil-Siegel nur ein Anfang bei der Einhaltung der Menschenrechte in Lieferketten sein. "Andere Branchen müssen nachziehen. Wir brauchen ein Lieferkettengesetz, das alle Unternehmen in die Pflicht nimmt, Umwelt- und Sozialstandards einzuhalten", sagte Müller dem "Handelsblatt".

@ dpa.de

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