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Baywa, DE0005194062

BERLIN - Einzelhandel, Industrie und Politik sehen die Versorgung mit Lebensmitteln trotz einer angespannten Lage weiter als gesichert an.

26.03.2020 - 18:09:24

Lage angespannt, aber Versorgung sicher. In der Corona-Krise haben Teile der Ernährungsbranche nach den Worten von Agrarministerin Julia Klöckner mit fehlendem Personal zu kämpfen. Die Situation sei teils "sehr angespannt", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin und nannte konkret Schlacht- und Zerlegebetriebe sowie Molkereien. Es fehlten Berufspendler aus Polen und Tschechien sowie Mitarbeiter, die Kinder zu Hause betreuen müssten oder krank seien.

sieht die Ernährungssicherheit in Deutschland durch die Coronavirus-Krise nicht bedroht. "Die Logistik funktioniert im Großen und Ganzen", sagte Vorstandschef Klaus Josef Lutz am Donnerstag. "Die Lebensmittelversorgung sehe ich als gut an." Auch international laufen die Warenströme nach Angaben des Managers, wenn auch etwas verlangsamt. "Momentan sehen wir keine Unterbrechung der Lieferketten."

Als sehr schwierig schätzt aber auch der Baywa-Chef die diesjährige Obst- und Gemüsesaison in Deutschland ein, nachdem entschieden wurde, dass Saisonarbeiter nicht einreisen dürften.

Nicht nur auf dem Gemüsemarkt gibt es in der Corona-Krise Verwerfungen: Während die Molkereien Mühe haben, die stark gestiegene Milchnachfrage in den Supermärkten zu bedienen, stottert der Export, das Geschäft mit der Gastronomie und gewerblichen Kunden ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Auf die Milchbauern kommen deswegen sinkende Erzeugerpreise zu, obwohl die Bürger derzeit rekordverdächtige Mengen an Milch und Milchprodukten kaufen, wie in der Branche berichtet wird. "Wir haben eine extreme Änderung der Warenströme innerhalb sehr kurzer Zeit", sagte Hans-Jürgen Seufferlein, der Direktor des Verbands der Milcherzeuger Bayern.

"Die Aufträge seitens des Lebensmitteleinzelhandels (im Inland) sind aktuell doppelt so hoch wie in einer "normalen" Woche um diese Zeit", sagte Oliver Bartelt, der Sprecher des Deutschen Milchkontors (DMK) in Bremen, der größten deutschen Molkereigenossenschaft.

Doch die Gastronomie kauft deutschlandweit quasi nichts mehr, und der Verkauf ins Ausland ist derzeit ebenfalls sehr schwierig. "Molkereien mit starkem Exportanteil stehen an den Grenzen, und Spediteure sind deutlich länger unterwegs", sagte Markus Drexler, der Sprecher des Bayerischen Bauernverbands.

Die Molkereien haben zwar genug Milch, aber nicht alle können komplett ausliefern. "Bei Verpackungen gibt's wirklich ein Problem", sagte Seufferlein vom Verband der bayerischen Milcherzeuger. Denn Gastronomie-Großpackungen sind für den Einzelhandel ungeeignet.

@ dpa.de