Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Talanx AG, DE000TLX1005

BERLIN - Die Versicherungsschäden durch die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands belaufen sich nach Branchenangaben auf vier bis fünf Milliarden Euro.

21.07.2021 - 16:40:26

Verband erwartet nach Flut milliardenschwere Versicherungsschäden. "Die Schäden dürften sogar noch über denen des August-Hochwassers im Jahr 2002 von 4,65 Milliarden Euro liegen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen, am Mittwoch. Dabei seien die jüngsten Überschwemmungen in Bayern und Sachsen in der Rechnung noch nicht enthalten.

Nach schweren Regenfällen war es in der vergangenen Woche zu Sturzfluten und Überschwemmungen in mehreren Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gekommen. Ganze Landstriche wurden verwüstet. Mindestens 170 Menschen verloren nach aktuellen Zahlen ihr Leben. Straßen, Bahngleise, Brücken, Mobilfunkmasten, Strom-, Gas- und Wasserleitungen sind vielerorts zerstört.

Für die Versicherungen zeichnet sich damit das schadensträchtigste Jahr seit 2002 ab. Damals lag der versicherte Unwetterschaden laut GDV bei 10,9 Milliarden Euro. Bereits im Juni dieses Jahres hatten Starkregen und Hagel einen geschätzten versicherten Schaden von 1,7 Milliarden Euro verursacht.

Doch viele Betroffene sind nicht gegen solche Katastrophen versichert. In ganz Deutschland verfügen laut GDV im Schnitt knapp die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher über eine Elementarschadenversicherung, die bei Naturereignissen wie Starkregen, Hochwasser oder Erdrutschen einspringen würden.

In den nun betroffenen Gebieten lag dieser Anteil sogar noch deutlich niedriger: Der Versicherer HUK-Coburg etwa gibt für die entsprechenden Regionen in NRW eine Quote von 39 Prozent an. In Rheinland-Pfalz liegt sie bei 36 Prozent. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Unwetter und der Katastrophe verzeichnen wir jedoch eine gestiegene Nachfrage", heißt es von dem Unternehmen.

Angesichts dieser Zahlen ist in Deutschland eine Debatte darüber entbrannt, wie Schäden durch Flutkatastrophen nach Starkregen und Überschwemmungen besser abgesichert werden könnten.

Immerhin rund 1,2 Millionen Wohnimmobilien befinden sich in Gebieten, die bei Starkregen besonders stark gefährdet sind, wie eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit dem Erfurter Analyseunternehmen On-Geo ergab. Dabei gehe es um Regionen, wo sich Wasser nach Starkregen lokal leicht sammle, etwa in Senken, erklärt Thomas Krauß, Wissenschaftler am Institut für Methodik der Fernerkundung des DLR. Doch Starkregen sei ein kleinteiliges Wetterphänomen und schwer vorherzusagen. Das Risiko von Hochwasser, etwa wegen übergetretener Flüsse, messen Versicherer zusätzlich mit einem Zonensystem aus mehreren Gefährdungsklassen.

Hinzukommt: Wegen des Klimawandels rechnen viele Expertinnen und Experten damit, dass schwere Unwetter künftig häufiger auftreten und auch Regionen treffen könnten, die bislang verschont blieben.

Einige Wirtschaftsfachleute haben sich daher für eine Pflichtversicherung bei Elementarschäden ausgesprochen, wobei sie das Prinzip nicht antasten wollen, dass höhere Risiken auch zu höheren Versicherungsprämien führen.

Die Münchner Ökonomin Monika Schnitzer etwa hält eine Versicherungspflicht für sinnvoll, "wenn man verhindern will, dass manche auf eine solche Versicherung verzichten im Vertrauen darauf, im Katastrophenfall Hilfe durch den Staat zu erhalten", sagte das Mitglied des Sachverständigenrats der "Wirtschaftswoche". Die Branche selbst lehnt dagegen eine obligatorische Versicherung gegen Extremwetterereignisse ab.

Der Eigentümerverband Haus & Grund rät derweil privaten Hauseigentümern zu einer Elementarschadenversicherung. "Wer den passenden Versicherungsschutz hat, kann etwas beruhigter in die Zukunft schauen", sagte Verbandspräsident Kai Warnecke. Eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden lehnt der Verband aber auch ab. Für Eigentümer mit Gebäuden in Risikogebieten könnten die Prämien dann unbezahlbar werden, meint Warnecke. Eine Pflicht ließe die Wohnkosten weiter steigen.

Für die Flutopfer beschloss die Bundesregierung unterdessen eine Soforthilfe von 200 Millionen Euro. Mittel in derselben Höhe sollen die betroffenen Länder beisteuern, so dass bis zu 400 Millionen Euro bereitstehen. "An Geld wird es nicht scheitern", betont Bundesinnenminister Horst Seehofer. "Dafür zahlen die Leute ja Steuern, dass ihnen in solchen Situationen geholfen wird."

Außerdem ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant. Über die genaue Höhe des Fonds soll entschieden werden, wenn das Ausmaß der Schäden besser absehbar ist.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

WDH/Gluthitze und Brände am Mittelmeer, schwere Unwetter im Alpenraum (Wiederholung vom Wochenende) (Boerse, 02.08.2021 - 05:18) weiterlesen...

Aufräumarbeiten auf Hochtouren - Mängel bei Warnungen?. In einem betroffenen Kreis in Rheinland-Pfalz wurde einem Medienbericht zufolge in der Hochwassernacht trotz präziser Warnungen erst spät der Katastrophenfall ausgerufen. Und die Fluten und das anschließende Krisenmanagement haben einer Umfrage zufolge auch Auswirkungen auf die Kanzlerkandidaten im Vorfeld der Bundestagswahl. BAD NEUENAHR-AHRWEILER/EUSKIRCHEN - Zweieinhalb Wochen nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands mit mehr als 180 Todesopfern laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. (Boerse, 01.08.2021 - 19:12) weiterlesen...

Gluthitze und Brände am Mittelmeer, schwere Unwetter im Alpenraum. Auch Touristenanlagen waren betroffen. In Norditalien und Österreich verursachten heftige Unwetter dagegen Schäden und Überschwemmungen - zwei Belgier mussten in Kärnten aus einer Klamm gerettet werden. ROM/ATHEN/ISTANBUL/WIEN - Gluthitze und Dutzende Brände in den Urlaubsländern am östlichen Mittelmeer, schwere Unwetter weiter nördlich im Alpenraum: In Griechenland, der Türkei und Süditalien haben am Wochenende Tausende Einsatzkräfte bei Temperaturen um 40 Grad Celsius Wald- und Buschbrände bekämpft. (Boerse, 01.08.2021 - 17:30) weiterlesen...

Scholz offen für obligatorische Elementarschadenversicherung. "Die Frage ist, ob man diese Verpflichtung allen Bürgern auferlegen möchte. Das würde die Preise fürs Wohnen wieder teurer machen", sagte der Finanzminister den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag) "Diese Debatte müssen zunächst einmal die Länder führen. BERLIN - Nach der Flutkatastrophe hat sich Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) grundsätzlich offen für eine verpflichtende Elementarschadenversicherung gezeigt. (Boerse, 01.08.2021 - 17:02) weiterlesen...

Schäden nach Unwettern im südlichen Oberbayern. Die Integrierte Leitstelle Rosenheim habe 119 Einsätze am Mittwochnachmittag im Landkreis gemeldet, sagte eine Sprecherin des Landratsamts. Besonders die Gemeinde Halfing sei betroffen, dort wurden mehrere abgedeckte Häuserdächer und vollgelaufene Keller gemeldet. ROSENHEIM/TRAUNSTEIN - Unwetter mit Starkregen und Orkanböen haben im südlichen Oberbayern Dächer abgedeckt, Gebäude beschädigt und Straßen überflutet. (Wirtschaft, 28.07.2021 - 16:03) weiterlesen...

Nach Flut: Mehr Eigentümer wollen Elementarschadenversicherung. Das Tiefdruckgebiet "Bernd" habe die Nachfrage nach solchen Policen, die bei Naturereignissen wie Hochwasser und Überschwemmungen einspringen, bei Vertriebspartnern spürbar steigen lassen, berichtete etwa die Ergo-Versicherung in Düsseldorf. Die Debeka aus Koblenz erklärte, die Zahl der Anfragen und Anträge zur Absicherung der weiteren Naturgefahren sei seit der Hochwasserkatastrophe deutlich gewachsen. "Bestehende Verträge werden entsprechend erweitert". FRANKFURT/MÜNCHEN - Nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verzeichnen Versicherungen ein deutlich höheres Interesse an Elementarschadenversicherungen. (Boerse, 28.07.2021 - 06:06) weiterlesen...