Haushalt, Steuern

BERLIN - Die Verbraucherzentralen dringen wegen hoher Preise im Supermarkt auf Steuerentlastungen fĂŒr gesĂŒndere Lebensmittel wie Obst und GemĂŒse.

25.08.2022 - 06:06:28

Verbraucherzentralen fĂŒr Entlastung bei gesunden Lebensmitteln. Die Chefin des Bundesverbands (vzbv), Ramona Pop, verwies auf VorschlĂ€ge, die Mehrwertsteuer auf Obst, GemĂŒse und HĂŒlsenfrĂŒchte abzuschaffen, damit davon mehr gekauft werden könne. "Das wĂ€re eine sinnvolle Maßnahme, gerade in diesen Zeiten, wo Lebensmittel tatsĂ€chlich mit ein starker Preistreiber geworden sind", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Pop erlÀuterte: "Wir kennen aus Untersuchungen, dass gerade Haushalte mit wenig Einkommen vielleicht nicht an echtem Hunger wegen mangelnder Kalorien leiden, aber an einer Art verstecktem Hunger - weil die Lebensmittel, die sie konsumieren, nicht ausreichend gesund sind."

Mit Blick auf die Diskussion um PreisaufschlĂ€ge fĂŒr Fleisch zur Finanzierung eines Umbaus der Tierhaltung hin zu höheren Standards sagte die VerbraucherschĂŒtzerin: "Im Gegenzug kann man in anderen Bereichen wie bei Obst und GemĂŒse Preise ĂŒber die Abschaffung der Mehrwertsteuer senken, um eine vernĂŒnftige Balance zwischen den Lebensmitteln hinzubekommen."

Die Idee sei, Kosten, die alle versteckt zahlten, bei Lebensmitteln als echte Preise sichtbar zu machen. Gerade in der Tierhaltung sei das ein großes Thema, sagte Pop. "Wir kennen aus Untersuchungen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher durchaus bereit sind, auch mehr Geld fĂŒr Fleisch auszugeben, von dem sie wissen, woher es kommt und wie das Tier gehalten worden ist."

Nachbesserungsbedarf sehen die Verbraucherzentralen bei der geplanten staatlichen Tierhaltungskennzeichnung fĂŒr Fleisch. "Beispielsweise beinhaltet das Kennzeichen nur einen bestimmten Abschnitt des Lebens, in dem die Tiere gemĂ€stet werden, und auch dort mit sehr engen Kriterien. Die Idee, von der Geburt bis zur Schlachtung alles anzuschauen, ist noch nicht richtig aufgegangen", sagte Pop. Sinnvoll wĂ€re es zudem, die Vorbereitungen mit Marktforschung zu begleiten, um wirklich ein gutes, transparentes, verstĂ€ndliches Logo zu haben.

"Vorherige Regierungen fanden es offensichtlich nicht so wichtig, die Kennzeichnung auf den Weg zu bringen. Wir sind froh, dass es jetzt passiert - im Sinne der Transparenz fĂŒr Verbraucherinnen und Verbraucherinnen", sagte Pop.

Die verpflichtende Kennzeichnung fĂŒr inlĂ€ndische Erzeugnisse soll nach PlĂ€nen von Bundesagrarminister Cem Özdemir (GrĂŒne) im ersten Schritt 2023 mit frischem Schweinefleisch starten. Geplant ist ein System mit fĂŒnf Kategorien. Es beginnt bei der Haltungsform "Stall" mit den gesetzlichen Mindestanforderungen. In der Stufe "Stall+Platz" mĂŒssen Schweine unter anderem mindestens 20 Prozent mehr Platz haben, in der Stufe "Frischluftstall" Kontakt zum Außenklima etwa durch offene Stallseiten. Geplant sind zudem die Stufen "Auslauf/Freiland" und "Bio".

@ dpa.de

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