Uber, US90353T1007

BERLIN - Die Taxibranche in Deutschland sieht weiter mit großen Sorgen in die Zukunft.

03.04.2022 - 08:39:27

'Die Spritpreise machen uns tot' - Taxibranche in der Dauerkrise. Trotz der weitgehenden Aufhebung der Corona-Maßnahmen und des Regierungsbeschlusses, die Energiesteuer auf Kraftstoffe vorübergehend abzusenken, rechnet der Bundesverband Taxi und Mietwagen nicht mit einer schnellen Trendwende. "Es gibt jeden Tag reihenweise Unternehmen, die aufgeben, die einfach nicht mehr können", sagte Verbandsgeschäftsführer Michael Oppermann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Gestern standen wir am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter", umschreibt er die Lage.

hart. Für die Taxi-Alternative fällt die Entscheidung nicht zuletzt aus Preisgründen. Aber um die Kostensteigerungen abzufedern, sind aus Sicht der Taxibranche höhere Tarife unverzichtbar. Oppermann hält ein Plus von 20 Prozent für nötig. "Weniger wegen der Kraftstoffpreise, vor allem wegen des Mindestlohns."

Beim Sprit gebe es die Hoffnung auf Besserung, beim gesetzlichen Mindestlohn sind bleibende Mehrkosten sicher, wie der Verbandsgeschäftsführer argumentiert. Wenn die Erhöhung von derzeit 9,82 Euro pro Stunde mit einer Zwischenstufe im Juli zum Oktober auf 12 Euro kommt, müssten bis dahin aus Branchensicht idealerweise auch die Taxitarife schon angehoben sein. Nur so richtig glauben will daran niemand: "Tarifanhebungen können gut mal ein Jahr dauern", klagte Oppermann.

Der Verband hat deshalb in den vergangenen Wochen eine Reihe von Forderungen nach schnelleren Lösungen an die Bundespolitik gestellt - nach einem "Putin-Preisaufschlag" etwa. "Das wäre kurzfristig zu machen", sagte Oppermann. "So etwas in der Art gab es schon mal in der Ölkrise." Gemeint ist ein Zuschlag von mindestens einem Euro pro Fahrt. "Ich glaube, das Verständnis der Kunden wäre da."

Auch eine fixe Summe - zum Beispiel 100 Euro - pauschal pro Auto und Woche an die Taxi-Unternehmen zu bezahlen, hält Oppermann für keine schlechte Idee und weist auf das Beispiel Irland hin, wo bei Betrieben der Transportbranche so verfahren werde. "Drin wär's schon, wenn man wollte." Angesichts der steigenden Kosten bleibe den Betrieben einfach wenig Luft. "Die Unternehmen rufen nach Hilfe", sagte Oppermann. "Und die fühlen sich im Moment alleine gelassen."

@ dpa.de