Computer, Internet

BERLIN - Die Mehrheit der Spitzenkräfte aus Politik und Wirtschaft rechnet als Folge des Regierungswechsels mit Fortschritten bei der Digitalisierung - die Bevölkerung insgesamt ist deutlich skeptischer, wie eine am Montag veröffentlichte Umfrage ergab.

24.01.2022 - 12:34:02

Entscheider erwarten Digitalisierungsschub nach Regierungswechsel

Eine repräsentative Befragung von Bürgerinnen und Bürgern im Alter ab 16 Jahre brachte ganz andere Ergebnisse. Hier waren 37 Prozent der Teilnehmer der Umfrage optimistisch, was einen möglichen Digitalisierungsschub durch die neue Regierung betrifft. 32 Prozent von ihnen äußerten sich negativ, 31 Prozent waren unentschieden. Defizite sieht die Bevölkerung vor allem in der öffentlichen Verwaltung und in den Schulen.

Dramatisch verändert hat sich die Einschätzung der Digitalkompetenz der einzelnen Parteien durch die Bevölkerung. Während die FDP, die das Thema in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfes gerückt hat, hier punkten kann, stürzten CDU und CSU regelrecht ab.

Bei einer früheren Befragung hatten 2020 noch 23 Prozent der Bürger die Auffassung vertreten, die Unionsparteien hätten das überzeugendste Konzept, um die Rahmenbedingungen für den digitalen Wandel mitzugestalten und die Digitalisierung voranzutreiben. Als die Meinungsforscher die gleiche Frage zwischen Anfang Dezember 2021 und Anfang Januar 2022 erneut stellten, sahen nur noch 7 Prozent der Befragten die Digitalkompetenz am ehesten bei CDU und CSU.

Die FDP konnte in dieser Frage von drei auf 18 Prozent zulegen. Der Wert für die SPD stieg auf niedrigem Niveau leicht an: um drei Prozentpunkte auf nunmehr acht Prozent. Die Grünen verloren zwei Prozentpunkte und liegen nun bei sechs Prozent. Noch deutlich geringer schätzten die Befragten zuletzt die Digitalkompetenz der Linken (ein Prozent) und der AfD (zwei Prozent) ein. Die Erwartungen an die Ampel-Regierung seien sehr hoch, "jetzt muss sie auch liefern", sagte Philip Meissner vom European Center for Digital Competitiveness der ESCP Business School Berlin.

Die Meinungsforscher wollten auch wissen, wie die Menschen in Deutschland ihr Wissen darüber, was es an neuen technologischen Entwicklungen gibt, beziehungsweise woran derzeit gearbeitet wird, einschätzen. Sie fanden heraus, dass vier von fünf Befragten ihr eigenes Wissen dazu gering einschätzen. Laut Meissner leitet sich daraus ein Arbeitsauftrag ab. Er sagte: "Da tut sich wirklich so viel, dass man eigentlich jedes Jahr den Lehrplan anpassen müsste." Erleichtert werden könnte dies durch Handreichungen, die der Bund den für Bildung zuständigen Ländern zur Verfügung stellen könne.

Zu den technologischen Anwendungen, denen die Mehrheit der deutschen Bevölkerung die größte Bedeutung beimisst, zählen laut Umfrage Drohnen, 3-D-Drucker und Künstliche Intelligenz. Rund jeder Zweite glaubt, dass selbstfahrende Fahrzeuge zu den in Zukunft bedeutsamen Technologien zählen werden.

Der Digitalreport, den die ESCP Business School Berlin mit dem Institut für Demoskopie Allensbach erstellt, erscheint in diesem Jahr zum dritten Mal.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Ukraine: Deutschland sollte Gaslieferung durch Nord Stream 1 stoppen. Die Leitung durch die Ostsee sei unter anderem erlaubt worden, um die Gasversorgung Europas zu sichern, sagte Konzernchef Serhij Makohon am Freitag im ukrainischen Fernsehen. "Aber wir sehen, dass Russland diese Prinzipien völlig verletzt." Er fordere daher das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur auf, die Lieferungen auszusetzen oder mindestens stark zu begrenzen. KIEW - Der ukrainische Staatskonzern Naftogaz und der staatliche Netzbetreiber haben an Deutschland appelliert, russische Erdgas-Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 einzustellen oder zumindest spürbar zu drosseln. (Boerse, 27.05.2022 - 20:40) weiterlesen...

Frankreich und Australien wollen wieder vertrauensvolle Beziehung. Wie es in einem Schreiben des Pariser Élyséepalasts vom Donnerstag hieß, verständigten sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der neugewählte australische Premier Anthony Albanese darauf in einem Telefonat. Gemeinsam wollten sie demnach die Klimakrise und die strategischen Herausforderungen im Indopazifik überwinden. Die beiden Länder strebten zudem an, durch Kooperationen resilienter zu werden und zu Frieden und regionaler Sicherheit beizutragen. PARIS - Nach dem Zerwürfnis um einen geplatzten milliardenschweren U-Boot-Deal wollen Frankreich und Australien wieder eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen. (Wirtschaft, 27.05.2022 - 20:13) weiterlesen...

New Yorker Generalstaatsanwältin darf weiter gegen Trump ermitteln. Ein Gericht in dem Bundesstaat wies am Freitag eine entsprechende Klage Trumps zurück. NEW YORK - Der ehemalige US-Präsident Donald Trump ist mit dem Versuch gescheitert, Ermittlungen der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James gegen ihn zu stoppen. (Wirtschaft, 27.05.2022 - 20:00) weiterlesen...

WDH/Nach Ernteprognose: Moskau sagt 50 Millionen Tonnen Getreideexport zu (fehlendes Wort "Millionen" im ersten Satz ergänzt) (Wirtschaft, 27.05.2022 - 19:43) weiterlesen...

USA erwägen Lieferung von Mehrfachraketenwerfer an Ukraine (Aktualisierung: Pentagon-Sprecher, 3. Absatz) (Wirtschaft, 27.05.2022 - 19:18) weiterlesen...

Ukraine: Separatisten erklären Einnahme der Stadt Lyman im Donbass. Bislang hätten die Separatisten im Gebiet Donezk "mit Feuerunterstützung der russischen Streitkräfte 220 Ortschaften, darunter auch Krasny Liman, befreit und die vollständige Kontrolle über sie erlangt", teilte der Stab der separatistischen Streitkräfte am Freitag laut der Nachrichtenagentur Interfax mit. Krasny Liman ist der noch aus sowjetischer Zeit stammende Name für die Stadt Lyman. Das ukrainische Militär hat den Fall Lymans noch nicht bestätigt. DONEZK - Die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine haben nach eigenen Angaben die Stadt Lyman im Gebiet Donezk eingenommen. (Wirtschaft, 27.05.2022 - 19:09) weiterlesen...