Regierungen, Versorger

BERLIN - Die Gruppe der G7-Staaten hat die geplante Inspektion des besetzten ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja durch internationale Experten begrüßt und ihre Unterstützung angekündigt.

29.08.2022 - 12:46:30

G7-Staaten begrüßen Inspektion des ukrainischen AKW Saporischschja. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, hatte am Montag nach wochenlangem Tauziehen über Sicherheitsgarantien und konkrete Umstände des Besuchs angekündigt, dass sich seine Experten noch in dieser Woche vor Ort ein Bild von der Lage machen sollten.

Die im Staatenbund der G7 für nukleare Sicherheit zuständigen Experten forderten, die IAEA-Mission müsse zeitnah und sicher Zugang zu der nuklearen Infrastruktur in der Ukraine bekommen und ohne Druck oder Einmischung arbeiten können. Dabei müsse unbedingt die ukrainische Souveränität respektiert werden. Zuvor hatte es unter anderem Streit darum gegeben, ob die Experten über russisch kontrolliertes Territorium oder ukrainisches Gebiet anreisen.

Zu den G7-Staaten, die die Inspektion sowohl technisch als auch finanziell unterstützen wollen, gehören neben Deutschland und den USA auch Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und Japan.

"Wir bekräftigen, dass das Atomkraftwerk Saporischschja und die Energie, die es produziert, der Ukraine gehört und betonen, dass jegliche Versuche von Russland, das Kraftwerk vom ukrainischen Stromnetz zu nehmen, inakzeptabel sind", hieß es in der Mitteilung. Die russische Besatzung erhöhe das Risiko eines nuklearen Unfalls und gefährde die Bevölkerung der Ukraine, der Nachbarstaaten und der internationalen Gemeinschaft.

Das größte Kernkraftwerk Europas mit sechs Reaktoren im Süden der Ukraine ist seit März von russischen Truppen besetzt. Immer wieder kommt es zu Beschuss des Kraftwerksgeländes, den sich Russland und die Ukraine gegenseitig vorwerfen. IAEA-Experten wollen selbst Schäden und Sicherheitssysteme vor Ort untersuchen, weil die Angaben aus Kiew und Moskau dazu oft widersprüchlich sind. Die Lage am AKW hatte sich zuletzt stark zugespitzt.

@ dpa.de

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