Transport, Verkehr

BERLIN - Die Fahrgäste der Deutschen Bahn sollen mit dem Fahrplanwechsel an diesem Sonntag auf wichtigen Verbindungen ein größeres Sitzangebot bekommen.

07.12.2018 - 15:06:44

Fahrplanwechsel: Bahn verjüngt Flotte und erhöht Preise. Zugleich müssen sie fürs Zugfahren im ICE und IC etwas tiefer in die Tasche greifen.

BERLIN - Die Fahrgäste der Deutschen Bahn sollen mit dem Fahrplanwechsel an diesem Sonntag auf wichtigen Verbindungen ein größeres Sitzangebot bekommen. Zugleich müssen sie fürs Zugfahren im ICE und IC etwas tiefer in die Tasche greifen.

Im Fernverkehr werden Fahrscheine zum vollen Preis (Flexpreis) im Durchschnitt um 1,9 Prozent teurer, wie die Bahn mitteilte. Weil es viele Sonderangebote und Rabatte gibt, steigt das Preisniveau nach Berechnungen des Konzerns aber lediglich um 0,9 Prozent. Wer seine Reise bis zum Samstag bucht, fährt noch zu den alten Preisen.

Bahnfahrten im Regionalverkehr über Grenzen von Verkehrsverbünden hinweg werden im Durchschnitt 1,5 Prozent teurer. Für die anderen gelten die Tarife der Verkehrsverbünde. In vielen von ihnen ändern sich die Fahrpreise für Busse und Bahnen zum Jahreswechsel nicht.

Von diesem Sonntag an werden auf der Schnellfahrstrecke Berlin-München künftig fünf statt drei Sprinterzüge pro Tag und Richtung unterwegs sein. Außerdem fährt dort nun auch der ICE 4, die jüngste Generation des Hochgeschwindigkeitszuges. Seit der Eröffnung der neuen Verbindung im vergangenen Dezember sind bislang 4,4 Millionen Mal Reisende zwischen München und Berlin unterwegs gewesen. Die Erwartungen der Bahn wurden damit übertroffen.

Der ICE 4 ist künftig auch zwischen Düsseldorf und Stuttgart unterwegs, über den Frankfurter Flughafen fahren dabei nun 14 statt bisher 11 Züge pro Tag und Richtung. Ein ICE wird außerdem täglich von Berlin nach Wien und zurück fahren. Fahrzeit: knapp acht Stunden.

Die Bahn bietet außerdem täglich drei IC-Zugpaare von Nordrhein-Westfalen oder Kassel über Erfurt und Jena bis nach Gera an. Auf der Verbindung Nürnberg-Stuttgart-Karlsruhe setzt sie die neuen Intercity-2-Züge ein, die aus Doppelstockwagen bestehen. Eine Direktverbindung am Morgen von Berlin nach Münster wird ab dem 9. Dezember auch freitags angeboten, bisher gibt es sie nur von Montag bis Donnerstag.

Die Bahn reagiert nach eigenen Angaben auf die steigenden Fahrgastzahlen auch im Regionalverkehr. Die Kunden dürften in vielen Regionen mit mehr Fahrzeugen und somit mehr Sitzplätzen rechnen. In Stuttgart, in Hamburg und im Rhein-Main-Gebiet werden die S-Bahnen in dichterem Takt auf die Strecke geschickt.

Bei der Berliner S-Bahn gibt es einen neuen viergleisigen Abschnitt auf der stark frequentierten Strecke zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof. Dadurch könnten Linien verlängert sowie Fahrzeiten und der Takt verkürzt werden, hieß es.

Der Franken-Thüringen-Express wird nach Bahn-Angaben bis nach Leipzig verlängert. Dadurch gelangten Reisende nun alle zwei Stunden zu den Städten Erlangen, Bamberg, Lichtenfels, Saalfeld und Jena in Nord- sowie Südrichtung. Diese Züge seien außerdem auf die jeweiligen ICE-Anschlüsse in Nürnberg, Bamberg und Leipzig abgestimmt.

Mit den neuen Preisen werden Vielfahrer relativ stark zur Kasse gebeten: Für Streckenzeitkarten sowie die Bahncard 100 sind in Zukunft im Schnitt 2,9 Prozent mehr zu zahlen. Die Preise für Platzreservierungen sowie für die Rabattkarten Bahncard 25 und Bahncard 50 verändern sich nicht. Kräftig erhöht wird das Extra-Entgelt für den Kauf eines Tickets im Zug: von 12,50 Euro auf 19 Euro.

Das Aktionsbündnis "Bahn für alle" nannte die bereits vor zwei Monaten angekündigte Preiserhöhung nicht nachvollziehbar. "Abgesehen von den Sonderangeboten sind die Preise grundsätzlich zu hoch, besonders aber in Anbetracht der vielen Verspätungen und Zugausfälle, die die DB AG offensichtlich nicht in den Griff bekommt", meinte Bündnissprecher Bernhard Knierim.

Kritik kam auch aus dem Bundestag. "Das Zugangebot stagniert, die Preise steigen, das Ticket-Wirrwarr bleibt", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Das günstigste Ticket müsse jeder auf einen Blick am Automaten und im Internet erfassen können. Hofreiter warb für das "Mobilpass"-Konzept seiner Partei, mit dem Bürger alle Busse und Bahnen nutzen könnten.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Bahn-Aufsichtsrat überprüft Finanzplanung bis 2023. Wie vorab aus Kreisen des Kontrollgremiums bekannt wurde, legt der Vorstand seine mittelfristige Finanzplanung bis zum Jahr 2023 vor. BERLIN - Um Milliardeninvestitionen für die Deutsche Bahn und deren Finanzierung geht es am Mittwoch in Berlin in einer Aufsichtsratssitzung der Konzerns. (Boerse, 11.12.2018 - 19:08) weiterlesen...

Weiter Probleme bei der Brandmeldeanlage und Notstromversorgung. Dann könnten die sogenannten Wirkprinzip-Prüfungen zum Test der Anlagen beginnen, sagte Lütke Daldrup am Dienstag in Potsdam im Sonderausschuss des Brandenburger Landtags zu dem Milliardenprojekt. Allerdings bestehe noch Uneinigkeit mit den Tüv-Experten darüber, ob die Prüfungen bereits Anfang des Sommers oder erst Ende des Sommers beginnen können. POTSDAM - Der neue Hauptstadtflughafen BER kann nach Angaben von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im Sommer 2019 fertiggestellt sein. (Boerse, 11.12.2018 - 17:08) weiterlesen...

Flughafenchef: BER kann im Sommer 2019 fertiggestellt sein. Dann könnten die sogenannten Wirkprinzipprüfungen zum Test der Anlagen beginnen, sagte Lütke Daldrup am Dienstag im Flughafenausschuss des Brandenburger Landtags. Allerdings bestehe noch Uneinigkeit mit den TÜV-Experten darüber, ob die Prüfungen bereits Anfang des Sommers oder erst Ende des Sommers beginnen könnten. Der TÜV rechne mit einem längeren Zeitraum als die Geschäftsführung. In jedem Fall könnten die Prüfungen im Herbst 2019 abgeschlossen sein, meinte der Flughafenchef. Dies ist notwendig, um den BER wie geplant im Herbst 2020 eröffnen zu können. POTSDAM - Der neue Hauptstadtflughafen BER kann nach Angaben von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im Sommer 2019 fertiggestellt sein. (Boerse, 11.12.2018 - 15:46) weiterlesen...

Bahn-Tarifrunde mit Gewerkschaft EVG fortgesetzt. Sie waren am Samstag in Hannover im Streit um die geforderte Lohnerhöhung unterbrochen worden. Am Montag folgte ein vierstündiger Warnstreik, der den Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmlegte. BERLIN - Die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben am Dienstagnachmittag in Berlin ihre Tarifverhandlungen wieder aufgenommen. (Boerse, 11.12.2018 - 15:08) weiterlesen...

Österreich attackiert Deutschland wegen Pkw-Maut vor EuGH. Die Abgabe verstoße gegen EU-Recht, hieß es am Dienstag vom österreichischen Verkehrsministerium nach der mündlichen Verhandlung in Luxemburg. Straßennutzer würden unter anderem aufgrund der Staatsangehörigkeit diskriminiert (Rechtssache C 591/17). LUXEMBURG - Im Streit um die Pkw-Maut hat Österreich die deutsche Regelung vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) angegriffen. (Wirtschaft, 11.12.2018 - 14:24) weiterlesen...

Lufthansa setzt Steigflug im November fort. Alle Airlines des Konzerns legten zu. Die Auslastung der Maschinen verbesserte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 78,1 Prozent. FRANKFURT - Gut ein Jahr nach dem Aus für Air Berlin hat die Lufthansa am Dienstag in Frankfurt mitteilte. (Boerse, 11.12.2018 - 13:08) weiterlesen...