Computer, Internet

BERLIN - Die Digitalwirtschaft in Deutschland wird in dem Jahr weiter kräftig wachsen und fast 40 000 neue Arbeitsplätze schaffen.

11.01.2022 - 12:27:28

Digital-Branche wieder auf dem Level vor dem Corona-Schock. Das geht aus einer Konjunkturprognose des Digitalverbandes Bitkom für das Jahr 2022 hervor, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde. Der deutsche Markt für Informationstechnik (IT), Telekommunikation und Unterhaltungselektronik soll den Berechnungen zufolge um 3,6 Prozent auf 184,9 Milliarden Euro wachsen. Damit liegen die Zuwachsraten wieder auf dem Niveau vor der Coronakrise.

In der Branche seien aktuell sind 1,25 Millionen Menschen beschäftigt, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. "Das ist deutlich mehr als in der Automobil-Industrie, die auf etwas mehr als 800 000 Mitarbeiter kommt. Das zeigt, wie immens wichtig die Digitalbranche für Deutschland ist." Der Zuwachs hätte noch größer ausfallen können. Der Mangel an Fachkräften, den Berg auf über 100 000 Stellen bezifferte, bremse aber die gesamte Entwicklung aus. Dazu kämen Probleme in der Lieferkette, insbesondere bei einfachen Halbleitern.

Den Bitkom-Zahlen zufolge stieg bereits im vergangenen Jahr der Umsatz auf dem Digital-Markt deutlich. Das Volumen wuchs um 3,9 Prozent auf 178,4 Milliarden Euro, was vor allem am guten Geschäft mit IT-Hardware und Software lag. Für das laufende Jahr wird erneut das Software-Segment mit einem Plus von 9 Prozent am besten aussehen. Bei der IT-Hardware erwartet der Verband ein Plus von 5,7 Prozent.

Vor größeren Herausforderungen stehen jedoch die Anbieter von Unterhaltungselektronik. Hier erwartet der Bitkom ein Minus von 2,3 Prozent, auch weil Fernsehgeräte weniger gefragt sind und populäre Spielekonsolen wegen der Chipkrise nicht genügend verfügbar sind.

Berg forderte die Bundesregierung auf, sich bei ihrer Digitalpolitik auf vier Punkte zu fokussieren. Vorrangig seien digitale Brieftaschen ("ID-Wallets"), in denen Identitäten der Bürgerinnen und Bürger sicher verwaltet werden können. "Das ist die Voraussetzung, dass man wirklich auch viele Prozesse und Themen digitalisieren kann." Berg setzte sich außerdem für ein Grundrecht auf digitale Bildung ein. Corona habe hier Schwachstellen im Bildungssystem offengelegt.

Der Bitkom machte sich weiterhin für die Schaffung von nationalen Datenräumen stark, damit beispielsweise im Bereich Gesundheit die Daten, die verfügbar seien, auch für sinnvolle Anwendungen zu Verfügung gestellt werden können. Abschließend forderte Berg einen "Ausbau- und Beschleunigungspakt für Mobilfunk- und Gigabytenetze". Hier müssten bürokratische Hindernisse beseitigt werden. Außerdem sollten sich Fördermittel auf die Gebiete konzentrieren, die nicht eigenwirtschaftlich ausgebaut werden können.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

AKTIE IM FOKUS: Intel gegen den erholten Tech-Sektor nach Zahlen unter Druck. Zwischenzeitlich erreichten die Intel-Aktien ihr tiefstes Niveau seit mehr als einem Jahr. NEW YORK - Die Aktien von Intel der größte Verlierer. (Boerse, 27.01.2022 - 17:44) weiterlesen...

Globalwafers bietet Regierung Garantien bei Siltronic-Übernahme an MÜNCHEN/HSINCHU - Der taiwanische Halbleiterkonzern Globalwafers bietet der Bundesregierung Zugeständnisse für eine Erlaubnis zur Übernahme des deutschen Konkurrenten Siltronic an. (Boerse, 27.01.2022 - 14:46) weiterlesen...

Nutzung von Messengerdiensten: WhatsApp bleibt deutlich vorne. 93 Prozent aller Nutzer verwenden den zum Meta -Konzern (ehemals Facebook) gehörenden Dienst, wie eine am Donnerstag veröffentlichte, repräsentative Befragung im Auftrag der Bundesnetzagentur ergab. Die Befragung im August 2021 zeigte einen leichten Rückgang gegenüber einer Befragung 2019: Damals lag die WhatsApp-Quote noch bei 96 Prozent. BONN - Der Messengerdienst WhatsApp bleibt mit Abstand der in Deutschland am häufigsten genutzte Online-Kommunikationsdienst. (Boerse, 27.01.2022 - 14:31) weiterlesen...

Infineon-Konkurrent STMicro erwartet Umsatzsprung im neuen Jahr. Das ist selbst am unteren Ende der Spanne mehr als Analysten im Mittel auf dem Zettel haben und entspräche im besten Fall einem Plus von knapp einem Fünftel. GENF - Der Halbleiterkonzern STMicroelectronics am Donnerstag in Genf bei der Vorlage der endgültigen Zahlen für 2021 mitteilte. (Boerse, 27.01.2022 - 14:15) weiterlesen...

SAP übernimmt Finanz-Start-up aus den USA. Wie viel der Deal kostet, sagte das Topmanagement am Donnerstag in Walldorf bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2021 nicht. Finanzchef Luka Mucic sagte lediglich, der Preis liege unter der Milliardenschwelle. Taulia biete Finanzlösungen, mit denen Lieferanten sehr schnell bezahlt werden, und trage so dazu bei, Lieferketten widerstandsfähiger zu machen. WALLDORF - Europas größter Softwarehersteller SAP will das US-Fintech-Unternehmen Taulia mehrheitlich übernehmen und damit den Finanzbereich ausbauen. (Boerse, 27.01.2022 - 13:37) weiterlesen...

Chip-Knappheit bis ins Jahr 2023 hinein (Boerse, 27.01.2022 - 11:53) weiterlesen...