Produktion, Absatz

BERLIN - Die Chefin des Verbraucherzentralen-Bundesverbandes (vzbv), Ramona Pop, fordert die Bundesregierung auf, etwas gegen den Handwerkermangel zu tun - damit Menschen mehr Gas einsparen können.

07.08.2022 - 14:13:30

Verbraucherschutz-Chefin: Energiesparen bleibt das Gebot der Stunde. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher, die technische Maßnahmen zur Senkung ihres Gasverbrauchs ergreifen wollen, scheiterten an Engpässen. "So sind derzeit die Wartezeiten für die Umrüstung auf elektrisch betriebene Wärmepumpen oder die Installation von Photovoltaikanlagen auf dem eigenen Dach sehr lang. Die Bundesregierung sollte hier insbesondere Maßnahmen ergreifen, um den Mangel an Handwerkern zu bekämpfen", sagte sie der "Rheinischen Post" (Samstag).

Energiesparen bleibe das Gebot der Stunde: "Alle müssen sich jetzt ins Zeug legen - Industrie, Handel, Gewerbe, öffentliche Hand und private Haushalte", sagte die vzbv-Chefin. Gerade Geringverdienern fielen jedoch weitere Einsparungen schwer. "Sie haben zunehmend Schwierigkeiten, die hohen Energierechnungen zu zahlen. Daher sind zielgerichtete finanzielle Hilfen für Menschen und Haushalte mit geringem Einkommen existenziell wichtig. Wenn die Gasumlage und weitere Belastungen im Oktober kommen, muss das neue Hilfspaket der Bundesregierung stehen", sagte Pop. "Die Sorge der Menschen ist angesichts der steigenden Preise groß. Die Energieberatung der Verbraucherzentralen berät längst nicht mehr nur zu Energiespartipps, sondern leistet Sozialarbeit."

Mit Blick auf die nötigen Einsparungen fordern die Energiepolitiker der SPD-Bundestagsfraktion einen Energiegipfel im Kanzleramt und einen Energiesparpakt von Bürgern, Unternehmen und dem Staat. "In einem Energiesparpakt gilt es, nun solidarisch so viel wie möglich Energie einzusparen", sagte die energiepolitische Sprecherin der Fraktion, Nina Scheer, der Zeitung. "Bei einem Energiegipfel im Kanzleramt sollten Bund, Länder, Kommunen und Stadtwerke alle Optionen auf den Tisch legen und damit Ressourcen bündeln."

@ dpa.de