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BERLIN - Die Bundesregierung sucht für einen schnelleren Aufbau eines flächendeckenden und kundenfreundlichen Ladenetzes für Elektroautos den Schulterschluss mit der Energiewirtschaft.

13.12.2019 - 17:14:24

Politik sucht Schulterschluss mit Wirtschaft. "Unser Ziel ist, dass bald niemand in Deutschland noch sagt: "Ich kaufe mir kein E-Auto, weil ich nicht weiß, wie und wo ich es laden soll"", sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Freitag nach einem Spitzentreffen von Politik und Energiewirtschaft.

Ein flächendeckendes Ladenetz gilt als Voraussetzung für den Durchbruch von E-Autos auf dem Massenmarkt. In den kommenden Jahren sind deutlich mehr Elektroautos notwendig, damit die Hersteller strengere Klimavorgaben der EU einhalten können. Die Elektromobilität spielt auch eine zentrale Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, mit dem die Klimaziele 2030 vor allem im Verkehr erreicht werden sollen. Die Regierung hatte einen "Masterplan Ladeinfrastruktur" vorgelegt, mit dem der Ausbau der Ladesäulen beschleunigt werden soll.

"Wir müssen einen Weg finden, wie wir schneller zu diesen Ladesäulen kommen", sagte Scheuer. Dazu brauche es etwa kürzere Genehmigungszeiten. Die Förderprogramme habe die Bundesregierung auf den Weg gebracht, nun müsse die Umsetzung gelingen.

"Ohne ausreichende Ladestationen und erneuerbaren Strom kann es keine nachhaltige Elektro-Mobilität geben", so Altmaier. Deshalb sei die Energiewirtschaft ein wichtiger Partner für den Erfolg der E-Mobilität. "Wir brauchen mehr Ladeinfrastruktur und müssen sie ins Netz integrieren. Außerdem muss das Laden nutzerfreundlich sein."

Die Energiewirtschaft soll im kommenden Jahr einen Leitfaden für die Betreiber von Ladeinfrastruktur erstellen. Genehmigungsverfahren und Prozesse für den Netzanschluss sollen beschleunigt werden. Die Energiewirtschaft soll "Anwendungshilfen" für Verteilernetzbetreiber zur Netzintegration der Elektromobilität erarbeiten.

Bei einem Spitzentreffen Anfang November hatten Politik und Autoindustrie vereinbart, dass bis 2022 in Deutschland 50 000 neue Ladestationen entstehen sollen. Nach Angaben des Energieverbandes BDEW gibt es aktuell rund 24 000 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland - im Vergleich zum Dezember 2018 ist dies ein Zuwachs von fast 50 Prozent. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, eine Million Ladepunkte für zehn Millionen E-Fahrzeuge zu installieren.

Die BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae hält diese Zahl aber nicht für nötig. "Nach unseren Berechnungen reichen 350 000 Ladepunkte im öffentlichen Raum", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Zumal 80 Prozent der Ladevorgänge im privaten Bereich und am Arbeitsplatz durchgeführt werden. Nötig sind daher vielmehr schnelle Änderungen zum Beispiel im Miet- und Wohneigentumsrecht."

Andreae sagte, die Energiewirtschaft stelle die Energie und baue die Ladeinfrastruktur auf. "Das ist eine enorme Vorleistung, denn aufgrund der derzeit noch geringen Auslastung rentiert es sich bisher nicht." Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Michael Wübbels, sagte, der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur habe in diesem Jahr weiter Fahrt aufgenommen. "Vor allem die kommunalen Unternehmen sind dafür erheblich in Vorleistung gegangen. Diesen Weg werden wir fortsetzen."

Eine Sprecherin des Autofahrerclubs ADAC sagte, um bis 2030 zehn Millionen E-Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, brauche es wesentlich größere Anstrengungen als bisher. "Nur eine größere Zahl an Ladesäulen reicht nicht." Notwendig seien insbesondere Schnellladesäulen an Fernverkehrsstrecken und Erleichterungen beim privaten Einbau von Ladesäulen. "Das Laden von E-Autos muss alltagstauglicher und komfortabler werden", sagte sie.

@ dpa.de

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