JOHNSON & JOHNSON, US4781601046

BERLIN - Die Bundesregierung setzt in der Corona-Pandemie neben der Impfung verstärkt auch auf Medikamente.

28.12.2021 - 17:25:26

GESAMT-ROUNDUP: Regierung kauft Pille - Impfpflicht- und Quarantäne-Debatte. Wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Dienstag mitteilte, hat die Regierung beim US-Pharmakonzern Pfizer eine Million Packungen des Corona-Medikaments Paxlovid gekauft, das schwere Verläufe verhindern soll. Darüber hinaus wird darüber diskutiert, ob wie in anderen Ländern auch in Deutschland Quarantäne-Regelungen geändert werden sollten, wenn durch die Omikron-Variante die Corona-Zahlen wie befürchtet in die Höhe schießen sollten. Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) deutete zudem an, wie er sich eine allgemeine Impfpflicht vorstellen könnte: mit Bußgeldern und stichprobenartigen Kontrollen.

erhalten (70,9 Prozent der Gesamtbevölkerung). Mindestens 30,4 Millionen Menschen (36,6 Prozent) sind geboostert.

Die aktuellen Corona-Zahlen sind wegen der Ferien- und Feiertagszeit weiterhin nicht sehr aussagekräftig. Das RKI weist selbst darauf hin, dass die Daten aufgrund der geringen Test- und Meldeaktivitäten ein unvollständiges Bild abgeben könnten. Den Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstag mit 215,6 an (Vorwoche: 306,4, Vormonat: 452,2). Gemeldet wurden 21 080 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Innerhalb eines Tages stieg dabei die Zahl der übermittelten sicher nachgewiesenen und wahrscheinlichen Omikron-Fälle laut RKI stark. 10 443 Fälle würden nun der neuen Corona-Variante zugeordnet, 45 Prozent mehr als am Vortag.

Befürchtet wird wegen dieser Variante im Januar ein deutlicher Anstieg der Infektionszahlen. Bund und Länder hatten sich deshalb vor Weihnachten darauf verständigt, spätestens ab dem 28. Dezember das private und öffentliche Leben weiter einzuschränken. Entsprechend traten am Dienstag auch in Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen strengere Corona-Maßnahmen in Kraft. Andere Länder hatten ähnliche Maßnahmen bereits zuvor umgesetzt.

CSU-Chef Markus Söder bekräftigte mit Blick auf Omikron seine Forderung nach einer Überarbeitung der Quarantäne-Regelungen. "Wir können bei einer rasant wachsenden Epidemie nicht einfach das ganze Land von einem Tag auf den anderen lahmlegen", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild"-Zeitung (Mittwoch). Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) sagte im ARD-Mittagsmagazin: "Sicherlich ist über die Frage von Quarantäne-Bestimmungen auch nachzudenken, wenn wir in eine solche Situation kommen." Aber an diesem Punkt sei man noch nicht.

Selbst bei einem milderen Verlauf werden durch die erwartet hohen Ansteckungszahlen Belastungen des Gesundheitssystems und von wichtigen Bereichen der Infrastruktur befürchtet, weil viele Beschäftigte wegen einer Infektion und Quarantäneanordnungen ausfallen könnten. Die USA und Israel haben bereits Quarantäneregeln und -empfehlungen gelockert.

Für den Fall der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht setzt Bundesjustizminister Marco Buschmann auf stichprobenartige Kontrollen und Bußgelder bei Verstößen. Skeptisch bewertet er jedoch den Aufbau eines nationalen Impfregisters. Datenschützer befürchteten hier den Einstieg in einen umfassenden Zugriff des Staates auf alle Gesundheitsdaten der Bürgerinnen und Bürger, sagte der FDP-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag). "Am wahrscheinlichsten ist es daher, dass man zunächst die Nachweise stichprobenartig kontrolliert und es mit einem Bußgeld belegt, wenn jemand dieser Pflicht nicht nachkommt."

@ dpa.de