VOLKSWAGEN VORZÜGE, DE0007664039

BERLIN - Die Autoindustrie hat geplante neue Vorgaben für Plug-In-Hybridfahrzeuge bei der Elektroauto-Kaufprämie kritisiert.

16.09.2021 - 06:31:29

Autoindustrie kritisiert neue Vorgaben für Elektroauto-Prämie. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) warnten, der Hochlauf der Elektromobilität könnte kurzfristig bis mittelfristig ausgebremst werden. Kritik kommt auch vom Naturschutzbund (Nabu).

Ein Plug-in-Hybrid kombiniert einen Elektro-Antrieb mit einem Verbrenner. Nach einem Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums soll die Regelung zu Plug-in-Hybridfahrzeugen auf den elektrischen Antrieb fokussiert werden. Bei Plug-in-Hybriden muss bisher entweder ein CO2-Kriterium erfüllt sein oder eine Mindestreichweite gegeben sein. Ab dem 1.10.2022 soll das CO2-Kriterium wegfallen und das Erfordernis einer rein elektrischen Mindestreichweite von 60 Kilometern greifen, zuvor sind es 40 Kilometer. Ab dem 1.1.2024 müssen Plugin-Hybride laut Entwurf der Förderrichtlinie eine Mindestreichweite von 80 Kilometern vorweisen, um förderfähig zu sein.

Hintergrund der neuen Richtlinie ist, dass die deutlich höhere staatliche E-Auto-Kaufprämie bis Ende 2025 verlängert werden soll. Bisher ist sie bis Ende 2021 befristet. Im vergangenen Sommer war die bestehende Kaufprämie (Umweltbonus) über eine "Innovationsprämie" erhöht worden - der Bund hatte seine Förderung beim Kauf eines Elektrofahrzeugs verdoppelt. Seitdem sind die Neuzulassungen von E-Autos stark gestiegen.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller sagte, der Verband begrüße grundsätzlich die Verlängerung der Innovationsprämie. "Aber der geplante Wegfall des CO2-Kriteriums wird den Hochlauf der Elektromobilität kurzfristig bis mittelfristig ausbremsen. Eine Vielzahl bisher förderfähiger Plug-In-Hybride wird für Kunden weniger attraktiv. Diese entscheiden sich dann möglicherweise für ein Fahrzeug mit klassischem Antrieb, und das kann politisch nicht gewollt sein." Die technische Herausforderung, die Mindestreichweite auf 80 Kilometer zu steigern, sei für die Autoindustrie mittelfristig lösbar. "Aber auch hier benötigt die Industrie Planungssicherheit, daher fordern wir, es hier bei der Frist von Anfang 2025 zu belassen."

VDIK-Präsident Reinhard Zirpel verwies darauf, nach derzeitigem Stand würde dies bedeuten, dass etwa 50 Prozent der von VDIK-Mitgliedern angebotenen Plug-In-Hybride nicht mehr förderfähig wären. "Gerade im Markthochlauf der Elektromobilität ist dies das falsche Signal. Auch kleinere und damit günstigere Fahrzeuge sind von diesen strengeren Vorgaben betroffen." Im ersten Halbjahr 2021 hätten Plug-In-Hybride einen Anteil von über 50 Prozent an den neu zugelassenen Fahrzeugen mit Elektroantrieb ausgemacht.

Nabu-Verkehrsexperte Daniel Rieger nannte es "höchst problematisch", dass auch Plug-in-Hybride weiter von der Förderung profitieren sollen. Diese Fahrzeuge würden gerade im gewerblichen Bereich eingesetzt und dort offenbar nur äußerst selten elektrisch gefahren. Entsprechend sei keine reale CO2-Minderung zu verzeichnen. "Im Gegenteil: Durch das Gewicht des zusätzlichen Motors sowie der Batterie liegt der Verbrauch dieser Fahrzeuge mitunter sogar höher als bei vergleichbaren Verbrennern", sagte Rieger der dpa.

"Dass diese Technologie weiter steuerlich gefördert werden soll, ohne dass ein Nachweis über eine tatsächliche elektrische Fahrleistung und damit auch CO2-Minderung erfolgt, ist inakzeptabel", sagte der Nabu-Vertreter. Es sei nur ein weiterer Weg gefunden worden, "der Autoindustrie beim Absatz fragwürdiger Modelle unter die Arme zu greifen". Eine solche Maßnahme bremse auch den zügigeren Umstieg auf reine Elektroautos aus: "Die Hersteller wären gut beraten, sich voll und ganz auf die Entwicklung reiner Elektroantriebe zu konzentrieren, statt sich über verschärfte Vorgaben zu beklagen."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Verhandlung zur VW-Dieselaffäre aufgehoben - Winterkorn als Zeuge?. Viele der vorgesehenen Zeugen hätten sich auf das Aussageverweigerungsrecht berufen, sagte ein Sprecher des Landgerichts Braunschweig am Mittwoch zur Begründung. Nach der Prüfung, ob den Zeugen dieses Recht zustehe, seien sie abgeladen worden, teilte das Gericht mit (Az.: 6 KLs 23/19). Gegen die meisten Zeugen wird demnach in anderen Verfahren zur Dieselaffäre ermittelt. BRAUNSCHWEIG - Im Betrugsprozess zur VW -Dieselaffäre hat die Wirtschaftsstrafkammer den Verhandlungstermin für Donnerstag aufgehoben. (Boerse, 01.12.2021 - 13:12) weiterlesen...

Wöchentlich 250 neue E-Auto-Ladepunkte - Hersteller: zu wenig. Derzeit kämen 21 Elektroautos auf einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt, teilte der Verband der Automobilindustrie am Dienstag in Berlin mit. "Es geht voran, aber das Tempo stimmt noch nicht", betonte der Verband. Während monatlich etwa 55 000 E-Autos zugelassen würden, kämen nach amtlichen Daten pro Woche 250 Ladepunkte hinzu. Notwendig seien aber 2000. BERLIN - Für Elektroautos müssen aus Sicht der Hersteller deutlich schneller neue Ladepunkte geschaffen werden. (Boerse, 30.11.2021 - 12:52) weiterlesen...

AKTIE IM FOKUS: Volkswagen-Abwärtstrend gewinnt an Fahrt. Sorgen, die neue Omikron-Virusvariante könnte den Konjunkturmotor abermals abwürgen und die ohnehin schon beträchtlichen Lieferkettenprobleme nochmals vergrößern, belasteten den europäischen Autosektor insgesamt. FRANKFURT - In einem sehr schwachen Gesamtmarkt haben die Papiere von Volkswagen notierten Vorzüge des Automobilherstellers um 2,7 Prozent. (Boerse, 30.11.2021 - 11:08) weiterlesen...

Lockstoff Formel 1: Steigen Audi und Porsche ein?. DSCHIDDA - In der Wüste fällt die Entscheidung. Schon an diesem Wochenende in Saudi-Arabien könnte sich Max Verstappen erstmals zum Formel-1-Weltmeister krönen. Spätestens am 12. Dezember in Abu Dhabi ist klar, ob vielleicht doch Lewis Hamilton den WM-Titel ein achtes Mal erringt. Zwei Termine abseits des Asphalts sind in jener Phase nicht weniger spannend. Sie haben mit dem Volkswagen -Konzern, seinen Töchtern Audi und Porsche sowie natürlich der Formel 1 zu tun. Lockstoff Formel 1: Steigen Audi und Porsche ein? (Boerse, 30.11.2021 - 10:54) weiterlesen...

Wissing: Wenn Dieselsteuer steigt, muss Kfz-Steuer ausgleichen. "Die FDP wird dafür Sorge tragen, dass höhere Energiesteuern auf Dieselkraftstoffe durch geringere Kfz-Steuern ausgeglichen werden", sagte der FDP-Politiker der "Bild" (Samstag). Wissing will sich demnach "ebenso dafür einsetzen, dass es bei der Reform der Energiesteuer-Richtlinie nicht zu überbordenden Belastungen für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler kommt". BERLIN - Der designierte Bundesverkehrsminister Volker Wissing will eine mögliche steuerliche Mehrbelastung für Dieselfahrer verhindern. (Boerse, 27.11.2021 - 10:49) weiterlesen...

WDH: BUND kritisiert Ampel-Pläne zur Förderung von Plug-in-Hybriden (Mehrere Tippfehler beseitigt) (Boerse, 26.11.2021 - 07:30) weiterlesen...