DEUTSCHE BANK AG, DE0005140008

BERLIN - Deutsche-Bank-Vize-Chef Karl von Rohr hat die Politik davor gewarnt, Eigenkapitalregeln für Banken angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Situation strenger zu gestalten.

16.04.2022 - 12:13:26

Deutsche-Bank-Vize von Rohr warnt vor zu strenger Bankenregulierung. "Jetzt manche dieser Instrumente noch zu verschärfen, halten wir nicht für sinnvoll", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Man dürfe gerade in der aktuellen Situation nicht die Balance verlieren.

"Für jeden Euro, den wir nicht aufgrund regulatorischer Vorgaben als zusätzliches Eigenkapital vorhalten oder in den europäischen Abwicklungsfonds einzahlen müssen, können wir je nach Art und Besicherung des Kredits zwischen 20 und 40 Euro an zusätzlichem Kreditvolumen ausreichen." Deutschlandweit seien das für alle Banken nach Schätzungen der Deutschen Bank bis zu 700 Milliarden Euro an potenziellem Kreditvolumen, das aufgrund verschiedener Vorschriften nicht für Unternehmen zur Verfügung stehen würde.

Der Vize-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank blickt mit Sorge auf die hohen Inflationsraten. "Unsere Prognose ist, dass wir im Laufe des Jahres bei einer Inflationsrate von 7 bis 8 Prozent liegen werden. Für den Fall, dass die Energieimporte stärker limitiert werden, könnten wir sogar 10 Prozent und mehr sehen", sagte er der Zeitung. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir Inflationsraten bekommen könnten, wie wir sie seit den Siebzigerjahren nicht mehr gesehen haben."

Mit Blick auf die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank hält von Rohr baldige Zinserhöhungen für "dringend erforderlich", "damit die Inflationserwartungen sich nicht auf hohem Niveau verfestigen".

Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) beschlossen, den Leitzins von null Prozent trotz anhaltend hoher Inflationsraten beizubehalten. Der Leitzins im Währungsraum der 19 Länder liegt seit nunmehr rund sechs Jahren auf dem Rekordtief von null Prozent.

Weiterhin stellte von Rohr ein Ende der Strafzinsen für Sparer in Aussicht. "Sobald die Notenbank auf Negativzinsen verzichtet, wird es auch für uns keinen Grund mehr geben, im Privatkundengeschäft Verwahrentgelte zu erheben. Das sollte dann ziemlich schnell gehen", sagte er.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Deutsche-Bank-Aktionäre stimmen für neuen Aufsichtsratschef Wynaendts. Deutschlands größtes Geldhaus hatte zuvor angekündigt, dass der Niederländer im Anschluss zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates bestimmt werden soll. Wynaendts ist damit Nachfolger von Paul Achleitner (65), der sich nach zehn Jahren mit Höhen und Tiefen verabschiedete. FRANKFURT - Die Deutsche Bank bekommt einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden: Die Aktionäre wählten Alexander (Alex) Wynaendts (61) bei der Online-Hauptversammlung des Frankfurter Dax -Konzerns am Donnerstag mit 97,84 Prozent des anwesenden Grundkapitals in das Kontrollgremium. (Boerse, 19.05.2022 - 17:07) weiterlesen...

Reif für die Champions League? Deutsche Bank nach der Ära Achleitner. "Der Weg in die neue Realität war nicht immer ein geradliniger. FRANKFURT - Paul Achleitner schlägt zum Abschied selbstkritische Töne an: "Auch ich habe die Startvoraussetzungen 2012 anders eingeschätzt, als sie sich heute in der Rückschau darstellen", räumte der scheidende Aufsichtsratschef der Deutschen Bank bei der Online-Hauptversammlung am Donnerstag ein. (Boerse, 19.05.2022 - 12:18) weiterlesen...

Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Achleitner geht nach zehn Jahren. Nach zehn Jahren im Amt verlässt der inzwischen 65-Jährige den Frankfurter Dax -Konzern. Nachfolger soll Alexander (Alex) Wynaendts (61) werden, der sich bei dem Aktionärstreffen zur Wahl stellt, das erneut online ausgerichtet wird. FRANKFURT - Deutschlands größtes Geldhaus bekommt einen neuen Chefkontrolleur: Die Hauptversammlung an diesem Donnerstag (9.00 Uhr) ist für Aufsichtsratschef Paul Achleitner die letzte in dieser Funktion. (Boerse, 19.05.2022 - 05:49) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: UBS belässt Deutsche Bank auf 'Buy' - Ziel 16,30 Euro. Analyst Jason Napier stellt die Favoritenliste für europäische Banken in einer am Dienstag vorliegenden Branchenstudie neu auf. Er setzt weiterhin vor allem auf BNP, Deutsche Bank, ING, Julius Bär, Unicredit sowie neu auch auf Standard Chartered. ZÜRICH - Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für Deutsche Bank auf "Buy" mit einem Kursziel von 16,30 Euro belassen. (Boerse, 17.05.2022 - 08:03) weiterlesen...