Transport, Verkehr

BERLIN - Der Luftfahrtgipfel in Hamburg hat nach EinschÀtzung der Verbraucherzentrale den von AusfÀllen und VerspÀtungen geplagten FluggÀsten recht wenig gebracht.

07.10.2018 - 14:28:23

VerbraucherschĂŒtzer wollen nach Luftfahrtgipfel Taten sehen. "Erst mal hört sich das nur nach guten Absichten an. Konkrete Maßnahmen mĂŒssen folgen", sagte Klaus MĂŒller vom Verbraucherzentrale Bundesverband der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). FĂŒr Verbraucher sei wichtig, dass ihre Rechte auf dem Papier in der RealitĂ€t besser durchgesetzt werden könnten. "Hierzu fehlen VorschlĂ€ge wie etwa, dass bessere Informationen ĂŒber Passagierrechte und die zustĂ€ndige Schlichtungsstelle schon im Flugzeug ausgegeben werden", monierte MĂŒller.

Der VerbraucherschĂŒtzer beklagte, dass viele Airlines die berechtigten AnsprĂŒche von Passagieren bei VerspĂ€tungen und Annullierungen grundsĂ€tzlich erst einmal abblockten. Nur wenige Passagiere wendeten sich an die kostenlose Schlichtungsstelle Öffentlicher Personenverkehr oder nĂ€hmen andere UnterstĂŒtzung in Anspruch. "Das wissen die Airlines und nutzen das gnadenlos aus."

Die GrĂŒnde fĂŒr das diesjĂ€hrige Chaos im Luftverkehr waren laut MĂŒller vielfĂ€ltig, aber sie hĂ€tten eines gemeinsam: "Die Reisenden können nichts dafĂŒr. Dennoch sind sie die Leidtragenden." Egal wie viel sie fĂŒr ein Flugticket bezahlen, sollten Passagiere erwarten dĂŒrfen, dass sie zuverlĂ€ssig und pĂŒnktlich ans Ziel gelangten.

Vertreter von Bund, LĂ€ndern und der Luftverkehrswirtschaft hatten sich am Freitag in Hamburg auf eine Reihe von Maßnahmen verstĂ€ndigt, um gegen MissstĂ€nde im Luftverkehr anzugehen. Unter anderem sollen mehr Fluglotsen ausgebildet und die Sicherheitskontrollen effektiver werden. Die StĂ€rkung von Fluggastrechten stand nicht im Mittelpunkt des Gipfels. Vielmehr gehe es zunĂ€chst darum, Verbesserungen innerhalb des Systems zu erreichen, um die LeistungsfĂ€higkeit zu verbessern, hieß es. Justizministerin Katharina Barley (SPD) kĂŒndigte allerdings an, sie werde jetzt zĂŒgig das GesprĂ€ch mit den Fluggesellschaften suchen, um bei den EntschĂ€digungsverfahren zu schnellen und guten Lösungen fĂŒr die Kunden der Airlines zu kommen.

Die Bundesvereinigung gegen FluglĂ€rm forderte, auf weitere KapazitĂ€tserweiterungen an den FlughĂ€fen zu verzichten. Nur so könne der Überlastung des Luftraums wirksam begegnet werden. "Alle Ausbauplanungen in Deutschland sind auf den PrĂŒfstand zu stellen", betonte PrĂ€sident Helmut Breidenbach am Samstag in einer Mitteilung. Zudem sei Fliegen aufgrund steuerlicher Fehlanreize zu billig, Busse und Bahnen wĂŒrden benachteiligt. "Daher wird das Bekenntnis der Bundesregierung, sich fĂŒr eine Verlagerung von Kurzstrecken-Flugverkehr auf die Schiene einzusetzen, vermutlich ein Lippenbekenntnis bleiben", sagte Breidenbach.

@ dpa.de

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