Einzelhandel, Produktion

BERLIN - Der Handelsverband Deutschland (HDE) befürchtet, dass die Ausbreitung der besonders ansteckenden Corona-Variante Omikron dem Einzelhandel in den deutschen Innenstädten noch einmal einen Schlag versetzen wird.

26.12.2021 - 14:22:30

Handel befürchtet weiteren Schlag für Innenstädte durch Omikron. "Wenn die Inzidenzzahlen in die Höhe schnellen, werden wahrscheinlich wieder weniger Menschen in die Innenstädte kommen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) Stefan Genth der Deutschen Presse-Agentur. Auch viele Geimpfte und Genesene, die eigentlich shoppen gehen könnten, würde sich den Weg in die Fußgängerzonen dann wohl zwei Mal überlegen.

Genth warnte dennoch nachdrücklich vor einem neuen Lockdown im Einzelhandel zur Bekämpfung der Pandemie: "Zu sagen, wir schließen jetzt mal die Läden und damit haben wir Omikron im Griff, das wäre absolut falsch." Die Hygienekonzepte des Handels und die Maskenpflicht beim Einkauf böten weiterhin sehr guten Schutz vor einer Ansteckung. Genth verwies darauf, dass bei einer Trendumfrage des HDE rund 50 Prozent der befragten Nicht-Lebensmittelhändler angegeben hätten, dass sie ihre Existenz schon durch die Fortdauer der geltenden Zugangsbeschränkungen gefährdet sähen. Die Einführung von 2G habe im betroffenen Handel im Schnitt zu einem Rückgang der Besucherzahlen um über 40 Prozent und zu einem Drittel weniger Umsatz geführt.

Schon heute stünden immer mehr Läden leer. "Gerade der mittelständische Einzelhandel stirbt leise. Da wird keine Insolvenz angemeldet, sondern das Unternehmen wird einfach abgewickelt", sagte Genth. "Jeder sieht, dass in seiner eigenen Stadt auf einmal Läden verschwinden. Die Lücken wieder zu schließen, wird schwer werden."

Mit Blick auf die Tage nach Weihnachten zeigte sich der Branchenkenner aber gedämpft optimistisch. "Wir hoffen, dass die Menschen Gutscheine und Geldgeschenke in die Läden tragen und gehen schon davon aus, dass die Besucherzahlen in den Innenstädten ganz ordentlich sein werden. Aber vom Vorkrisenniveau etwa im Jahr 2019 wird das wohl weit entfernt sein.".

Mit gemischten Gefühlen sieht Genth auch auf das Jahr 2022. Niemand könne sagen, wie sich die Corona-Krise weiterentwickeln werde, sagte er. Da sei eine Prognose kaum möglich. "Aber die Leute wollen sich etwas gönnen. Und es ist oft auch genug Geld da. Deshalb glaube ich schon, dass der Einzelhandel 2022 eine gute Chance hat."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Baden-Württemberg lockert Corona-Regeln von diesem Freitag an. Die Landesregierung setzt mit der neuen Verordnung ihr reguläres Stufensystem wieder in Kraft und lockert damit in vielen Lebensbereichen leicht ihre Maßnahmen. Es gilt nur noch die Alarmstufe, die zweithöchste Stufe. Das bedeutet, dass etwa in Restaurants, Museen und beim Sport in Hallen nur noch die 2G-Regel beachtet werden muss. Bisher waren auch hier Geimpfte und Genesene verpflichtet, einen Test vorzuweisen. Bei Großveranstaltungen in Sport und Kultur sind wieder mehr Besucher erlaubt - die Obergrenze liegt bei 6000, wenn am Eingang die 2G-plus-Regel gilt. STUTTGART - Von diesem Freitag an gelten im Südwesten neue Corona-Regeln. (Wirtschaft, 28.01.2022 - 17:09) weiterlesen...

Omikron-Welle 'gut in Kontrolle' - Lauterbach gegen Lockerungen. "Wir haben derzeit die Omikron-Welle in Deutschland gut in der Kontrolle", sagte der SPD-Politiker am Freitag. Der Zenit sei aber noch nicht überschritten. Ziel bleibe es, die Folgen zu minimieren und Millionen ungeimpfte ältere Menschen zu schützen. Eine "Lockerungsperspektive" könnte es dann für die zweite Februarhälfte oder Anfang März geben. Die Infektionswelle kommt zusehends auch in den Krankenhäusern an. BERLIN - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht die Corona-Lage trotz drastisch gestiegener Infektionszahlen nicht aus dem Ruder laufen, pocht aber weiter auf Alltagsbeschränkungen. (Boerse, 28.01.2022 - 15:20) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: RBC belässt H&M auf 'Outperform' - Ziel 250 Kronen. Dank besserer Bruttomargen hätten diese die Erwartungen geschlagen, schrieb Analyst Richard Chamberlain in einer ersten Einschätzung am Freitag. NEW YORK - Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für Hennes & Mauritz auf "Outperform" nach Zahlen zum vierten Quartal 2021 mit einem Kursziel von 250 schwedische Kronen belassen. (Boerse, 28.01.2022 - 14:44) weiterlesen...

Autohändler beklagen viele Auftragsstornierungen durch Hersteller. Normalerweise seien diese selten und erfolgten vor allem im Zusammenhang mit Modellwechseln, doch aktuell seien sie sehr viel häufiger, sagte der Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Thomas Peckruhn, am Donnerstag. BONN - Die deutschen Autohändler beklagen eine Welle von Auftragsstornierungen durch Fahrzeughersteller. (Boerse, 28.01.2022 - 12:53) weiterlesen...

Lauterbach vorerst gegen Lockerungen von Corona-Auflagen. Er bleibe bei dem "konservativen Kurs", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Der Zenit der Omikron-Welle sei noch nicht überschritten. Wenn beispielsweise ein Gericht eine Regel kassiere oder ein Land sich mit Öffnungen profiliere, müsse er damit leben. Lauterbach betonte aber: "Ich begrüße die Lockerungen nicht." Auch wenn Nachbarländer wie Dänemark gerade anders vorgehen, sei das dort so. BERLIN - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich gegen Lockerungen von Corona-Auflagen in der aktuellen Lage gewandt. (Wirtschaft, 28.01.2022 - 11:37) weiterlesen...

Lauterbach: Corona-Kurs zeigt trotz hoher Fallzahlen Wirkung. "Mit den hohen Fallzahlen hatten wir gerechnet", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Sie könnten noch bis auf 400 000 pro Tag steigen. Das Ziel sei aber bisher erreicht worden, mit so wenig schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen durchzukommen. Die Sieben-Tage-Inzidenzen lägen jetzt im Schnitt bei 1000, bei Jüngeren teils bei 2000, in der Risikogruppe der Älteren, auf die es besonders ankomme, aber zwischen 200 und 300. BERLIN - Die Maßnahmen zur Eindämmung der massiven Corona-Welle mit der Omikron-Variante zeigen laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bisher die erwartete Wirkung. (Boerse, 28.01.2022 - 10:41) weiterlesen...