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Vonovia, DE000A1ML7J1

BERLIN - Der größte deutsche Immobilienkonzern Vonovia greift zum dritten Mal nach dem Branchenzweiten Deutsche Wohnen .

25.05.2021 - 12:37:02

Vonovia will Deutsche Wohnen für 18 Milliarden Euro kaufen - Vereinbarung. Vonovia gab in einer Mitteilung vom Montagabend die Absicht bekannt, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot im Gesamtwert von rund 18 Milliarden Euro oder 53,03 Euro je Deutsche-Wohnen-Aktie abzugeben. Das entspreche einer Prämie von knapp 18 Prozent auf den Schlusskurs der vom Freitag und von 25 Prozent auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs. Beide Konzerne unterzeichneten der Mitteilung zufolge eine Grundsatzvereinbarung über den Zusammenschluss.

BERLIN - Der größte deutsche Immobilienkonzern Vonovia greift erneut nach dem Branchenzweiten Deutsche Wohnen . Insgesamt will Vonovia den Aktionären der Deutsche Wohnen rund 18 Milliarden Euro oder 53,03 Euro je Aktie bieten. Das entspreche einer Prämie von knapp 18 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag und von 25 Prozent auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs, wie beide Unternehmen am Montagabend mitteilten.

Ein besonderes Augenmerk lag nach der Vereinbarung auf dem angespannten Berliner Wohnungsmarkt. Beide Konzerne einigten sich mit dem Senat auf den Verkauf von rund 20 000 Wohneinheiten an das Land. Außerdem verpflichten sich die Unternehmen, in den kommenden drei Jahren die jährlichen Mietsteigerungen auf höchstens ein Prozent im Jahr zu begrenzen.

Während sich die Aktien der Deutsche Wohnen im Mittagshandel am Dienstag um rund 15,6 Prozent verteuerten, verloren die Papiere von Vonovia rund 4,3 Prozent. Die Mehrheit der Aktionäre von Deutsche Wohnen dürfte das Kaufgebot annehmen, da es angemessen attraktiv sei und Bar-Offerten im Allgemeinen gut angenommen würden, schrieb Analyst Kai Klose von der Privatbank Berenberg in einer Studie. Da Wohnimmobilien erhebliche operative Synergien böten, halte er die angestrebten Synergien für realisierbar.

Die heutige Situation sei eine ganz andere als noch vor einem Jahr, sagte Vonovia-Chef Rolf Buch in einer Telefonkonferenz am Dienstag: "Herr Zahn und ich, die Aufsichtsräte und alle Gremien unterstützen den Deal, das ist eine signifikante Änderung." Michael Zahn ist der Chef bei Deutsche Wohnen. Manchmal bräuchten Dinge etwas länger, so Buch. "Wir haben nun fünf Jahre gebraucht. Zudem gebe es nach dem Urteilsspruch des Bundesverfassungsgerichts zum Berliner Mietendeckel eine gewisse Sicherheit. Das Gericht hatte das seit mehr als einem Jahr geltende Berliner Mietendeckel-Gesetz für nichtig erklärt.

Aber auch die Wohnungssituation in den Großstädten, insbesondere in Berlin müsse sich ändern, sagte Buch. "Gemeinsam können wir diesen Unzustand besser in einen Neuanfang umbauen", sagte der Manager. Die Wohnimmobilienkonzerne stehen wegen steigender Mieten in den Ballungszentren vor allem in Berlin schon seit längerem in der Kritik. Hinzu komme die Verschärfung der Klimaziele in den vergangenen Wochen, fügte Buch hinzu. Dadurch müssten Immobilienkonzerne ihre Bestände in Deutschland noch schneller umbauen.

Beide Konzerne unterzeichneten eine Grundsatzvereinbarung über den Zusammenschluss. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über den erneuten Vorstoß Vonovias berichtet. Zur Finanzierung der Übernahme will Vonovia neue Aktien für bis zu acht Milliarden Euro ausgeben. Diese sollen nach Abschluss der Transaktion in der zweiten Jahreshälfte ausgegeben werden. Vonovia selbst kommt an der Börse derzeit auf einen Marktwert von knapp 30 Milliarden Euro. Durch den Zusammenschluss sollen die jährlichen Kosten um 105 Millionen Euro gedrückt werden. Das Sparziel soll bis Ende 2024 erreicht werden.

Sparpotenzial gebe es etwa durch eine höhere Eigenleistung und einen besseren Einkauf, sagte Vonovia-Chef Buch. "Bisher haben wir bei allen Zusammenschlüssen die Synergien immer geliefert." In Schweden etwa habe Vonovia bei einem viel kleineren Portfolio gerade fast die Hälfte dieser Synergien bereits realisiert. "Insoweit muss ich mir keine Sorgen machen", fügte er hinzu. Einen Arbeitsplatzabbau werde es nicht geben, sondern langfristig eher einen Aufbau

Die Offerte stehe unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmequote von 50 Prozent aller ausstehenden Deutsche-Wohnen-Aktien, der Erteilung der fusionskontrollrechtlichen Freigabe "sowie weiterer üblicher Bedingungen". Deutsche-Wohnen-Chef Zahn zeigte sich zuversichtlich, dass die Offerte genügend Zuspruch bei den Aktionären findet. "Wir sind der Meinung, dass es ein sehr attraktives und faires Angebot ist. Deswegen bin ich mir sehr, sehr sicher, dass sehr viele Aktionäre dieses Angebot annehmen werden." Vonovia-Chef Buch geht aber davon aus, dass die Deutsche Wohnen börsennotiert bleibt.

Beide Unternehmen erwarten, dass die fusionskontrollrechtliche Freigabe vor Ende der Annahmefrist des geplanten Übernahmeangebots erfolge.

Durch den Zusammenschluss entsteht den Angaben zufolge Europas größter Wohnimmobilienkonzern mit einer gemeinsamen Marktkapitalisierung von voraussichtlich rund 45 Milliarden Euro. Dabei ist Vonovia trotz eines Kursrutsches von 13 Prozent seit Jahresbeginn fast doppelt so viel wert wie Deutsche Wohnen, die um 3 Prozent zulegen konnten. Die beiden größten deutschen Vermieter bringen es zusammen auf mehr als 500 000 Wohnungen. Der gemeinsame Immobilienportfoliowert wurde auf knapp 90 Milliarden Euro beziffert.

Das künftige Unternehmen soll dann den Namen Vonovia führen. Der Sitz soll in Bochum bleiben, das Unternehmen aber aus Bochum und Berlin geführt werden. Der Vonovia-Vorstand soll nach der Fusion um zwei Mitglieder erweitert werden. Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn soll zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bestellt werden. Der Finanzchef des Berliner Wohnimmobilienkonzern, Philip Grosse, soll dann Finanzchef der Vonovia werden.

Der erste Übernahmeversuch war 2016 unter anderem am Widerstand der Deutsche-Wohnen-Führungsspitze und einem zu geringem Interesse der Aktionäre gescheitert. Der Übernahmekandidat hatte die Offerte als feindlich bezeichnet und als nicht im besten Interesse seiner Investoren.

@ dpa.de

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