Innogy, DE000A2AADD2

BERLIN - Der Energieverband BDEW rechnet für die meisten Stromverbraucher in Deutschland im nächsten Jahr mit steigenden Strompreisen und fordert milliardenschwere Entlastungen.

08.10.2018 - 07:38:47

Energieverband erwartet höhere Strompreise - Entlastungen gefordert. "Im EU-weiten Vergleich der Strompreise wird eines besonders deutlich: Der deutsche Staat bittet die Haushalte bei den Steuern, Abgaben und Umlagen über Maß zur Kasse", sagte der Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Stefan Kapferer, der Deutschen Presse-Agentur.

Beim Strompreis machten Steuern, Abgaben und Umlagen inzwischen 54 Prozent aus. Die Strompreise für private Haushalte seien in den vergangenen zehn Jahren vor allem dadurch deutlich gestiegen.

Kapferer sagte, Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) solle prüfen, den Satz bei der Stromsteuer massiv zu senken - und zwar auf das europarechtlich mögliche Minimum von 0,1 Cent. Dies würde 5,5 Milliarden Euro kosten, sei aber angesichts der vollen staatlichen Kassen machbar und würde die Haushalte deutlich entlasten. Der Regelsteuersatz beträgt bei der Stromsteuer bisher 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Allein die Stromsteuer macht 7 Prozent des Strompreises aus. Mit ihr nimmt der Bund pro Jahr rund 7 Milliarden Euro ein.

Der Strompreis setzt sich zusammen aus Steuern, Abgaben und Umlagen sowie den Netzentgelten der lokalen und regionalen Betreiber und Übertragungsnetzbetreiber. Dazu kommen Produktionskosten und die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien.

Preistreiber beim Strompreis seien höhere Beschaffungskosten, sagte Kapferer. Bezahlten die Unternehmen für das Lieferjahr 2017 im Durchschnitt knapp über 30 Euro für eine Megawattstunde Strom, mussten sie in diesem Jahr mehr als 50 Euro bezahlen. Daneben seien fossile Brennstoffe wie Kohle und Gas teurer geworden. Es gebe deutliche Preissteigerungen beim Emissionsrechtehandel. Der Preis für CO2-Zertifikate habe sich in den vergangenen 12 Monaten mehr als verdreifacht.

Sinkende Netzentgelte für den Betrieb der großen Stromtrassen hatten Anlass gegeben, mit etwas Entlastung bei den Strompreisen zu rechnen. Hauptgrund ist, dass die bisher enthaltene Umlage für den Ausbau der Offshore-Windenergie in Nord- und Ostsee künftig bei den Netzentgelten herausgerechnet wird. Die Übertragungsnetzbetreiber sind verantwortlich für die Stromautobahnen. Kapferer dagegen sagte, der Effekt werde durch andere Faktoren gedämpft. Die Höhe der Offshore-Umlage soll am 15. Oktober zusammen mit der Höhe der Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien bekannt gegeben werden.

Kapferer kritisierte außerdem, die hohen Steuern und Abgaben ließen den Unternehmen immer weniger Spielraum. Nur noch gut 20 Prozent des Endkunden-Strompreises seien von den Lieferanten direkt beeinflussbar. Die Kosten aus Steuern, Abgaben und Umlagen hätten sich seit 2006 mehr als verdoppelt. Notwendig sei eine Kehrtwende, damit regenerativ erzeugter Strom etwa im Verkehrssektor - Stichwort Elektromobilität - attraktiver werde. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Bundesregierung hier nicht handelt."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Kohle-Aus: Baerbock sieht Versäumnisse bei Ost-Ministerpräsidenten. "Jahrelang haben die Ministerpräsidenten behauptet, die Regionen würden nach dem Ende der Kohle den Bach runter gehen", sagte Baerbock der "Rheinischen Post" (Freitag). "Anstatt zu handeln, haben sie die Hände in den Schoß gelegt und ein Weiter-So propagiert." Baerbock sagte der Zeitung weiter, diese rückwärtsgewandte Politik verstoße nicht nur gegen die Pariser Klimaschutzziele, sondern verschließe die Augen vor dem notwendigen Strukturwandel in den Regionen. BERLIN - Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hat ostdeutschen Ministerpräsidenten Versäumnisse im Umgang mit dem Kohleausstieg vorgehalten. (Boerse, 19.10.2018 - 05:22) weiterlesen...

Greenpeace: Länder müssen für Kohleabbau-Folgen Sicherheiten fordern. Dazu seien die Länder verpflichtet, teilte die Umweltorganisation Greenpeace am Freitag mit. Sie beruft sich dabei auf ein eigens in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. HAMBURG/COTTBUS - Die Länder Brandenburg und Sachsen müssen aus Sicht von Umweltschützern finanzielle Sicherheiten vom Lausitzer Tagebaubetreiber Leag für die Folgekosten des Braunkohleabbaus einfordern. (Wirtschaft, 19.10.2018 - 05:20) weiterlesen...

Altmaier legt Entwurf für beschleunigten Ausbau der Stromnetze vor. Kernpunkte eines Gesetzentwurfs sind einfachere und beschleunigte Genehmigungsverfahren für den Bau von Stromtrassen und die Optimierung von Stromleitungen. Die verschiedenen Planungsschritte sollen besser verzahnt werden. Der Entwurf, der nun in die Ressortabstimmung geht, liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet. BERLIN - Das Bundeswirtschaftsministerium hat Pläne für einen schnelleren Ausbau der Stromnetze im Zuge der Energiewende konkretisiert. (Wirtschaft, 17.10.2018 - 12:50) weiterlesen...

WDH/ROUNDUP/Ökostrom soll zu Gas werden: Netzbetreiber planen 100-MW-Anlage. (Es wird klar gestellt, dass Wiefelstede im Nordwesten Deutschlands rpt im Nordwesten Deutschlands liegt.) WDH/ROUNDUP/Ökostrom soll zu Gas werden: Netzbetreiber planen 100-MW-Anlage (Wirtschaft, 16.10.2018 - 13:48) weiterlesen...

Netzbetreiber planen 100-MW-Anlage. Die Netzbetreiber Tennet, Gasunie und Thyssengas wollen damit Transport und Speicherung von erneuerbaren Energien in Gasnetzen vorantreiben. Das sogenannte Power-to-Gas-Pilotprojekt ("Strom zu Gas") soll zur großindustriellen Nutzung ausgelegt werden, teilte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mit. HANNOVER - Eine 100 Megawatt (MW) starke Anlage in Ostfriesland soll künftig Ökostrom in Gas umwandeln. (Boerse, 16.10.2018 - 05:38) weiterlesen...

Ökostrom soll zu Gas werden: Netzbetreiber planen 100-MW-Anlage. Zur großindustriellen Nutzung der sogenannten Power-to-Gas-Technologie ("Strom zu Gas") wollen sie daher eine 100 Megawatt starke Anlage in Ostfriesland bauen, wie eine Tennet-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. HANNOVER - Die Netzbetreiber Tennet, Gasunie und Thyssengas wollen die Speicherung von erneuerbaren Energien in Gasnetzen vorantreiben. (Boerse, 16.10.2018 - 05:25) weiterlesen...