Pharma, Biotechnologie

BERLIN - Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung fordert bessere Bedingungen für Medikamentenbehandlungen von Erkrankten.

30.08.2022 - 23:05:26

Expertenrat für besseren Einsatz von Corona-Medikamenten. Der effektive Einsatz antiviraler Therapien habe einen hohen Stellenwert, die Krankheitslast durch Covid-19 zu begrenzen und schwere Verläufe und Todesfälle zu reduzieren, heißt es in einer am Dienstagabend veröffentlichten Stellungnahme des Gremiums. Besonders bei Menschen mit Risikofaktoren oder einem unzureichenden Impfschutz bestehe ein Risiko für schwere Verläufe und Tod, das sich durch gezielte und frühe Anwendung einer antiviralen Therapie signifikant senken lasse.

Um den Einsatz der Medikamente in den nächsten Monaten zu verbessern, empfiehlt der Expertenrat eine bessere Information der Bevölkerung und der Ärztinnen und Ärzte sowie Maßnahmen für eine einfachere Verwendung. Konkret vorgeschlagen werden unter anderem Internetseiten und Apps für Ärzte und Patienten. Medikamente sollten bei nachgewiesener Corona-Infektion und entsprechender Therapieindikation telefonisch verschrieben und von Apotheken zugestellt werden können.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) plant für den Herbst einen stärkeren Einsatz des Medikaments Paxlovid. Arztpraxen können das Mittel seit kurzem schon direkt abgeben, ohne dass Patienten in die Apotheke gehen müssen. In Pflegeheimen sollen sich Beauftragte um Impfungen, Hygiene sowie auch um Medikamenten-Therapien kümmern.

Der Expertenrat erläuterte, für gegen Viren gerichtete (antivirale) Therapie von Covid-19 stünden mehrere Substanzen zur Verfügung. Eine effektive Therapie erfordere die Identifikation von Personen mit Risikofaktoren und einen frühen Beginn in den ersten Tagen der Infektion.

Zugleich hätten einige antivirale Medikamente ein "erhöhtes Interaktionspotenzial" mit bestimmten anderen Medikamenten. Dies erfordere eine sorgfältige ärztliche Indikationsstellung und Abklärung möglicher Kontraindikationen, heißt es in der Stellungnahme. Dennoch sei ein breiter Einsatz antiviraler Medikamente in Risikopopulationen möglich - so gingen zum Beispiel Israel oder Großbritannien vor.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Gegen Mobilmachung: Mann schießt in russischer Einberufungsstelle. Der Vorfall ereignete sich in der ostsibirischen Stadt Ust-Ilimsk im Gebiet Irkutsk, wie der Gouverneur der Region, Igor Kobsew, am Montag im Nachrichtenkanal Telegram mitteilte. Der 25 Jahre alte Reservist, der zum Kriegsdienst in der Ukraine eingezogen werden sollte, wurde demnach festgenommen. IRKUTSK - Im Zuge der von vielen Russen abgelehnten Teilmobilmachung für den Krieg in der Ukraine hat ein Reservist auf den Leiter einer Einberufungsstelle geschossen und den Mann schwer verletzt. (Wirtschaft, 26.09.2022 - 10:36) weiterlesen...

Seoul: China und Nordkorea nehmen offenbar Frachtverkehr wieder auf. Es gebe Hinweise dafür, dass der grenzüberschreitende Güterzugverkehr wieder aufgenommen worden sei, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Montag mit. Es sei jedoch noch unklar, ob es wieder einen regelmäßigen Gütertransport auf der Schiene zwischen beiden Ländern gebe. Weitere Details nannte die Behörde nicht. SEOUL - Nach monatelanger Unterbrechung transportiert China nach südkoreanischen Angaben offenbar wieder per Eisenbahn Güter ins benachbarte Nordkorea. (Wirtschaft, 26.09.2022 - 09:51) weiterlesen...

London: Viele russische Rekruten nur mangelhaft ausgebildet. Moskau stehe nun vor der enormen Herausforderung, die Truppen zu schulen, hieß es am Montag in einem Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. LONDON - Viele durch die jüngste Teilmobilmachung rekrutierte russische Kämpfer ziehen nach Einschätzung britischer Geheimdienste ohne fundierte Ausbildung oder Erfahrung in den Krieg in der Ukraine. (Wirtschaft, 26.09.2022 - 09:22) weiterlesen...

Hohe Gaspreise verteuern Düngemittel für Landwirtschaft kräftig. Die Menge der hierzulande abgesetzten Düngemittel sei im zweiten Quartal 2022 zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Die Herstellung der meisten Düngemittel ist sehr energieintensiv, Erdgas wird sowohl als Rohstoff als auch als Energiequelle im Produktionsprozess benötigt. WIESBADEN - Stark gestiegene Erzeugerpreise wegen der Verteuerung von Erdgas bremsen auch die Düngemittelindustrie in Deutschland. (Boerse, 26.09.2022 - 08:47) weiterlesen...

USA und Südkorea beginnen Seemanöver vor koreanischer Halbinsel. Die viertägige Übung vor der koreanischen Halbinsel solle die Entschlossenheit beider Bündnispartner demonstrieren, auf "nordkoreanische Provokationen zu antworten", teilte Südkoreas Marine am Montag mit. Auch soll es demnach die Fähigkeit beider Marinen zur Durchführung gemeinsamer Einsätze verbessern. An den Übungen im Japanischen Meer (Koreanisch: Ostmeer) beteiligt sich auch der Flugzeugträger "USS Ronald Reagan". Er war samt Begleitschiffen am Freitag in Südkorea eingetroffen. SEOUL - Die Seestreitkräfte der USA und Südkoreas haben zur Abschreckung Nordkoreas ein gemeinsames Manöver begonnen. (Wirtschaft, 26.09.2022 - 08:30) weiterlesen...

Selenskyj: Russlands Mobilisierung bedroht ethnische Minderheiten. "Wir sehen, dass Menschen, besonders in Dagestan, angefangen haben, um ihr Leben zu kämpfen", sagte Selenskyj in seiner Videoansprache in der Nacht zum Montag. Er bezog sich dabei auf heftige Proteste, die Stunden zuvor in der muslimisch geprägten russischen Teilrepublik Dagestan im Kaukasus ausgebrochen waren. KIEW - Die von Kremlchef Wladimir Putin in Russland angeordnete Teilmobilmachung trifft laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ethnische Minderheiten besonders hart. (Wirtschaft, 26.09.2022 - 06:04) weiterlesen...