Medien, Produktion

BERLIN - Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) befasst sich in seiner nächsten regulären Präsidiumssitzung im November mit der Kritik zu einer privaten SMS des Verbandspräsidenten Mathias Döpfner.

27.10.2021 - 19:22:26

Verlegerverband BDZV befasst sich in Sitzung mit Kritik an Döpfner. Das kündigte der Verband am Mittwoch in Berlin an. Der Chef des Axel-Springer-Konzerns hatte in der älteren Kurznachricht, aus der die "New York Times" vor rund eineinhalb Wochen zitiert hatte, den damaligen "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt als letzten und einzigen Journalisten in Deutschland bezeichnet, der noch mutig gegen den "neuen DDR-Obrigkeitsstaat" aufbegehre. Fast alle anderen seien zu "Propaganda Assistenten" geworden. Springer hatte das als Ironie eingeordnet.

Der BDZV teilte mit: "An privaten und später geleakten Äußerungen" von Döpfner habe sich "teilweise massive Kritik entzündet, auch in den Reihen des Verbandes. Vor diesem Hintergrund wird sich das Präsidium des BDZV mit den Vorwürfen befassen und hat angekündigt, diese Thematik in einer Präsenzsitzung am 24. November 2021 vertiefend zu erörtern. Entsprechende Diskussionen werden derzeit auch in den Landesverbänden geführt."

Bei der Kritik zur privaten SMS Döpfners hatten sich einige Medienhäuser öffentlich geäußert, auch das Thema Rücktritt kam auf. Döpfner hatte als BDZV-Präsident dann vor Tagen ein Schreiben an die Mitglieder gerichtet und sein Bedauern ausgedrückt. Zugleich bat er um Unterstützung "bei den verbandlichen Aufgaben".

Am Mittwoch wurde Döpfner in der BDZV-Mitteilung so zitiert: "Seit dreißig Jahren setze ich mich täglich für kritischen, unabhängigen Journalismus ein. Es wäre bitter, wenn das durch eine aus der Emotion heraus entstandene private Nachricht an einen Freund ins Gegenteil verkehrt würde. Bei allen, die sich dadurch verletzt fühlen, möchte ich mich entschuldigen. So wie meine Äußerungen in der SMS jetzt interpretiert werden, waren sie nie gemeint."

Der Online-Artikel der US-Zeitung "New York Times" erschien am 17. Oktober. Die SMS war ein Detail in dem Bericht, der sich im Kern um den vormaligen "Bild"-Chefredakteur Reichelt und Vorwürfe des Machtmissbrauchs gegen ihn drehte. Am Tag darauf hatte Springer mitgeteilt, dass der 41-Jährige von seinen Aufgaben entbunden wurde.

Neuer "Bild"-Chefredakteur ist Johannes Boie, der bislang Chefredakteur der ebenfalls zu Springer gehörenden "Welt am Sonntag" war. In einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag) sprach Boie von dem nach den internen Ermittlungen zu Reichelt im Frühjahr eingeleiteten Kulturveränderungsprozess bei der Boulevardzeitung: "Wir wollen eine Kultur des Respekts stärken." Er sagte auch: "Wir werden keinen Millimeter Machtmissbrauch und Drangsalierung, Einschüchterung oder Schlimmeres dulden."

Auf die Frage, ob es über den Fall Reichelt hinaus weitere Mitarbeiter gebe, gegen die Untersuchungen laufen, sagte Boie, der selbst vor seiner Tätigkeit für Springer mehrere Jahre bei der "Süddeutschen Zeitung" arbeitete: "Nein. Ich mache mir jedoch gerade ein Bild über etwaige Compliance-Meldungen, die es in den letzten Jahren möglicherweise gab und die noch Auswirkungen haben könnten, emotional wie arbeitspsychologisch. Ich muss herausfinden, wie die Stimmung ist, welche Sorgen die Leute haben."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

ANALYSE-FLASH: JPMorgan senkt Ziel für Ströer auf 107 Euro - 'Overweight'. Kurzfristig dürften die Geschäfte der europäischen Außenwerbungsspezialisten schwankungsanfällig bleiben und von den täglichen Entwicklungen der Corona-Pandemie - insbesondere der neuen Omikron-Variante - abhängen, schrieb Analyst Marcus Diebel in einer am Mittwoch vorliegenden Branchenstudie. Die strukturellen Wachstumsaussichten für 2022 seien aber intakt. Ströer sieht Diebel besonders gut positioniert. NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Ströer von 114 auf 107 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Overweight" belassen. (Boerse, 01.12.2021 - 09:12) weiterlesen...

Medienkonzern ViacomCBS verkauft Filmproduktionstätte CBS Studio Center. Neue Eigentümer sollen die Immobilien-Investoren Hackman Capital und Square Mile Capital sein, wie ViacomCBS am Dienstag in New York mitteilte. Der Verkauf ermögliche es, Kapital für strategisches Wachstum umzuschichten, begründete Finanzchef Naveen Chopra den Schritt. Der Deal soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. CBS Studio ist bekannt für Produktionen wie Seinfeld oder Big Brother. NEW YORK - Der Medienkonzern ViacomCBS will seine Film- und Fernsehproduktion CBS Studio Center für voraussichtlich 1,85 Milliarden US-Dollar (1,64 Mrd Euro) verkaufen. (Boerse, 30.11.2021 - 17:02) weiterlesen...

ZDF: Veranstaltung 'Sportler des Jahres' findet trotz Corona statt. BADEN-BADEN - Die Ehrung der "Sportler des Jahres" in Baden-Baden kurz vor Weihnachten ist trotz der Entwicklung der Corona-Pandemie offenbar nicht gefährdet. "Die Veranstaltung wird stattfinden", sagte am Dienstag Thomas Fuhrmann, Leiter der Hauptredaktion Sport des übertragenden Senders ZDF, in Baden-Baden. Welcher Rahmen und wie viele Zuschauer am 19. Dezember im Kurhaus der Stadt bei der 75. Wahl möglich sein werden, könne man noch nicht sagen. ZDF: Veranstaltung 'Sportler des Jahres' findet trotz Corona statt (Boerse, 30.11.2021 - 12:15) weiterlesen...

Greenpeace: Werbung für Fleisch sollte reglementiert werden. "Die Produktion von tierischen Erzeugnissen gehört mit zu den größten Treibhausgasemittenten weltweit. Um Klima- und Artenschutzziele erreichen zu können, muss der Ernährungssektor radikal umgestellt werden", sagte Stephanie Töwe, Agrarexpertin von Greenpeace, am Dienstag in Hamburg. Trotzdem halte die Fleischindustrie fahrlässig an der massiven Bewerbung ihrer bedenklichen Produkte fest. "Die Werbung für klimaschädliche Produkte sollte daher reglementiert werden, damit der Fleischkonsum nicht weiter mit falschen Bildern und Slogans angeheizt wird", sagte Töwe. HAMBURG - Nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace sollte Werbung für Fleisch durch genaue Vorschriften geregelt werden. (Boerse, 30.11.2021 - 12:09) weiterlesen...

Seine Tränen lügen nicht: Bruce Darnell ist zurück bei ProSieben. KÖLN - In seiner neuen Sendung will Bruce Darnell Menschen überraschen. Aber überrascht ist er nun erstmal selbst. Darüber, dass er am Donnerstag (2. Dezember, 20.15 Uhr) bei ProSieben eine eigene Primetime-Show präsentieren kann. Für ihn ist das eine ganz große Sache. "Ich hätte nie gedacht, dass ich mal irgendwie bekannt sein werde, dass ich so weit kommen werde", sagt Darnell, der wirklich ergriffen klingt. Kurz erwartet man einen Tränenausbruch. "Und jetzt bekomme ich auch noch eine eigene Show." Seine Tränen lügen nicht: Bruce Darnell ist zurück bei ProSieben (Boerse, 30.11.2021 - 07:38) weiterlesen...

Twitter-Mitgründer Jack Dorsey gibt Spitzenjob auf. Nachfolger soll der bisherige Technikchef Parag Agrawal werden, wie das Unternehmen aus San Francisco am Montag bekanntgab. Zuvor hatte der Sender CNBC berichtet, dass der 45-Jährige sich von der Firmenspitze zurückziehen wolle. Die Twitter-Aktie startete daraufhin in den US-Handel mit einem Plus von gut zehn Prozent. SAN FRANCISCO - Twitter -Mitgründer Jack Dorsey gibt den Chefposten bei dem Online-Dienst auf. (Boerse, 29.11.2021 - 17:40) weiterlesen...