Delivery Hero, DE000A2E4K43

BERLIN - Der Berliner Lieferdienst Delivery Hero will die Mehrheit an dem spanischen Konkurrenten Glovo übernehmen.

03.01.2022 - 10:13:59

Delivery Hero übernimmt Mehrheit an Liefer-App Glovo. Es sei eine Vereinbarung mit einer Reihe von Glovo-Aktionären unterzeichnet worden, um weitere Anteile in Höhe von 39,4 Prozent im Tausch gegen eigene Aktien zu erwerben, teilte der Dax -Konzern kurz vor dem Jahreswechsel mit. "Infolge der Transaktion wird Delivery Hero zum Mehrheitsaktionär von Glovo." Der Anteil wird demnach auf über 80 Prozent steigen.

notierten Papiere der Berliner zunächst etwas unter der geplanten Übernahme, stiegen dann aber um knapp zwei Prozent auf fast 100 Euro. Damit machten sie einen Teil der Vorjahresverluste wett - mit einem Minus von knapp 23 Prozent gehörte das Papier 2021 zu den schwächsten Titeln im deutschen Leitindex.

Der Deal steht noch unter Vorbehalt, die Behörden mehrere Länder müssen zustimmen. Sollten diese grünes Licht geben, hofft Delivery Hero auf einen Abschluss bis spätestens Juni 2022. Bereits seit Jahren hält Delivery Hero Anteile an Glovo. Zuletzt besaß der Konzern knapp 44 Prozent der Aktien.

Die Übernahme sei keine Überraschung, die Dringlichkeit der angekündigten Transaktion hingegen schon, schrieb Analyst Giles Thorne in einer am Montag vorliegenden Studie. Dies deute darauf hin, dass das "Endspiel" der Konsolidierung in der Essenslieferbranche begonnen habe.

Die 2015 in Barcelona gegründete Liefer-App Glovo ist den Angaben nach in mehr als 1300 Städten in 25 Ländern in Europa, Zentralasien und Afrika vertreten und hat im dritten Quartal 36 Millionen Bestellungen ausgeliefert und einen Umsatz von 151 Millionen Euro verzeichnet.

So wie auch die kurz vor Weihnachten in Deutschland wieder eingestampfte Marke Foodpanda bietet Glovo nicht nur die Vermittlung und Auslieferung von Restaurantbestellungen an, sondern liefert auch Waren des täglichen Bedarfs wie etwa Lebensmittel oder Drogerieartikel.

Im Gegensatz zu seinen anderen Märkten wie etwa in Südostasien war Foodpanda aber hierzulande wohl kaum erfolgreich: Nach nur wenigen Monaten zog Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg den Stecker. Er begründete dies damit, dass sich das Umfeld auf dem deutschen Markt "erheblich verändert" habe. So sei die Zahl von Anbietern stark angewachsen und es habe an Fahrern gemangelt. Auch in Japan ist Schluss mit Foodpanda: Im ersten Quartal 2022 soll das Geschäft veräußert werden.

@ dpa.de