NORDEX AG, DE000A0D6554

BERLIN - Der Anteil der erneuerbaren Energien an der deutschen Stromerzeugung ist im laufenden Jahr gesunken.

21.12.2021 - 14:14:01

Weniger Wind: Anteil der erneuerbaren Energien sinkt. Branchenverbände führen das unter anderem darauf zurück, dass 2021 vergleichsweise wenig Wind wehte. Nach vorläufigen Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vom Dienstag machten erneuerbare Energien damit zuletzt 40,9 Prozent der Bruttostromerzeugung von 582 Milliarden Kilowattstunden hierzulande aus. Im Vorjahr hatte ihr Anteil noch bei 44,1 Prozent gelegen.

Die Onshore-Stromerzeugung aus Windrädern sackte laut BDEW um 12 Prozent ab. Gleichzeitig wuchs die Bedeutung von Braun- und Steinkohle sowie von Mineralölprodukten. Ihr Anteil an der Stromerzeugung lag den Angaben zufolge bei 18,6 Prozent, 9,3 Prozent sowie 11,9 Prozent. Die Stromerzeugung aus Braunkohle hat laut BDEW um 18 Prozent zugelegt, die aus Steinkohle sogar um 26,7 Prozent.

Die enormen Zuwachsraten sind nach Einschätzung des Deutschen Braunkohlen-Industrie-Vereins (DEBRIV) auch darauf zurückzuführen, dass 2020 als Vergleichsjahr ungewöhnlich windreich gewesen sei.

Der Ausstoß des Treibhausgases CO2 in der Energiewirtschaft liegt laut BDEW 2021 bei 247 Millionen Tonnen. Das liegt zwar unter dem für das kommende Jahr im Klimaschutzgesetz festgeschriebenen Wert von 257 Millionen Tonnen, entspricht im Vergleich zu 2020 aber einem Zuwachs von 12 Prozent. "Die Energiewirtschaft ist bei den Klimazielen weiterhin auf Kurs", erklärte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) veröffentlichte am Dienstag ebenfalls Zahlen, auf die sich der BDEW zum Teil stützte. So legte der Energieverbrauch mit der wirtschaftlichen Erholung nach dem Corona-Schock und der vergleichsweise kühlen Witterung im laufenden Jahr zu. Nach AGEB-Berechnungen stieg der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent. Bereinigt um den Effekt der deutlich kühleren Außentemperaturen wäre der Energieverbrauch den Berechnungen zufolge nur um 0,6 Prozent gestiegen.

Im letzten Quartal habe die wirtschaftliche Dynamik kaum noch steigernd auf den Energieverbrauch gewirkt, "da Lieferengpässe, eine abschwächende Baukonjunktur sowie ein Auslaufen der Nachholeffekte zu einer Stagnation der wirtschaftlichen Erholung führte", hieß es von der Arbeitsgemeinschaft. Zudem hätten steigende Energiepreise im auslaufenden Jahr zu einer "spürbaren Verbrauchsminderung" geführt.

Für das Gesamtjahr 2021 rechnet die AGEB mit einem Anstieg der energiebedingten CO2-Emissionen in einer Größenordnung von gut 4 Prozent oder etwa 25 Millionen Tonnen. Mit dieser Zahl erfasst die AGEB andere Emissionen als die BDEW, wenn sie auf die Energiebranche blickt. Dies erklärt die Differenz. Die Umweltorganisation Greenpeace nannte die steigenden CO2-Zahlen "das vergiftete Abschiedsgeschenk der visionslosen Klimapolitik der großen Koalition". Die neue Ampel-Regierung müsse dagegenhalten, etwa mit einer Obergrenze für Kohlestrom und einem raschen Ausbau der erneuerbaren Energien.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

WDH/Bundesamt: Herausforderungen beim Ausbau der Windkraft auf See. (Tippfehler im letzten Absatz, dritter Satz behoben: schon rpt schon) WDH/Bundesamt: Herausforderungen beim Ausbau der Windkraft auf See (Boerse, 20.01.2022 - 16:48) weiterlesen...

KORREKTUR/Bundesamt: Herausforderungen beim Ausbau der Windkraft auf See (Berichtigt wird im letzten Absatz, letzter Satz: eine potenzielle Gesamtleistung von etwa 57,5 rpt 57,5 GW. (Boerse, 20.01.2022 - 16:14) weiterlesen...

Bundesamt: Ungelöste Probleme beim Ausbau der Windkraft auf See. "Das wird eine Herkulesaufgabe werden", sagte die BSH-Präsidentin Karin Kammann-Klippstein am Donnerstag in Hamburg. HAMBURG - Der geplante Ausbau der Windkraft in Nord- und Ostsee stößt aus Sicht des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) auf zahlreiche ungelöste Probleme. (Boerse, 20.01.2022 - 13:23) weiterlesen...

Mehr neue Windräder 2021 in Deutschland - Branche fordert aber mehr Tempo. Insgesamt wurden 484 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 1925 Megawatt errichtet, wie der Bundesverband Windenergie sowie der Fachverband VDMA Power Systems am Donnerstag mitteilten. Der sogenannte Bruttozubau erhöhte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent. Weil auch alte Anlagen stillgelegt wurden, lag der Nettozubau bei 1692 Megawatt. BERLIN - Der Ausbau der Windkraft an Land hat 2021 zugelegt - das Tempo ist aber aus Sicht der Branche zu niedrig, um Klimaziele zu erreichen. (Boerse, 20.01.2022 - 11:06) weiterlesen...