Tourismus, Ernährung

BERLIN - Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat den Betrieben, die vom Fischsterben in der Oder betroffen sind, Unterstützung zugesagt.

19.08.2022 - 10:55:29

Fischsterben in der Oder: Ministerin Lemke will Betrieben helfen. Das Kabinett habe am Mittwoch besprochen, "dass wir Hilfen für die von der Katastrophe betroffenen Betriebe auf den Weg bringen werden, wenn das nötig wird", sagte Lemke dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Zudem werde der Bund das Land Brandenburg "bei den laufenden Analysen zur Schadensursache über das Umweltbundesamt und über die Bundesanstalt für Gewässerkunde" unterstützen. Von der Bundesanstalt erwarte sie Ergebnisse bis Ende August, sagte die Ministerin.

Die Kritik von Kommunalpolitikern entlang der Oder, der Bund habe zu spät auf die Katastrophe reagiert, wies Lemke zurück: "Als mein Ministerium von dem Fischsterben erfahren hat, haben wir sofort mit Brandenburg Kontakt aufgenommen und Unterstützung angeboten."

Auf deutscher Seite war das massive Fischsterben in der Oder am 9. August bekannt geworden. In Polen hatte es dagegen bereits Ende Juli erste Hinweise auf Fischkadaver in dem Grenzfluss gegeben. Die deutschen Behörden werfen der polnischen Seite vor, sie zu spät informiert und damit die Suche nach der Ursache erschwert zu haben.

Noch immer ist die genaue Ursache für die Umweltkatastrophe ungeklärt. Die Suche gestaltet sich schwierig. Wissenschaftlern zufolge könnte eine giftige Algenart ein entscheidender Faktor für das Fischsterben sein. Nachgewiesen ist aber noch nicht, dass das Gift der Alge Grund für das Fischsterben ist, nur ihre ungewöhnliche Massenentwicklung in der Oder ist bewiesen.

Lemke räumte ein, dass bei der Bewältigung der Katastrophe nicht alles ideal gelaufen sei. Die deutsche Seite sei "offensichtlich zu spät informiert" worden. "Die polnische Seite hat den Alarmplan nicht rechtzeitig aktiviert. Schuldzuweisungen bringen aber nichts. Wir müssen dieses Unglück gemeinsam bewältigen."

@ dpa.de

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