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Regierungen, Medizintechnik

BERLIN - Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) will die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Demenzerkrankungen stärker erforschen lassen.

05.11.2019 - 16:56:42

Ernährung und Demenz: Klöckner will Zusammenhänge untersuchen lassen. "Wo sind die Forschungslücken? Wo müssen wir rein?", fragte Klöckner Wissenschaftler und Vertreter von Fachgesellschaften bei einem runden Tisch am Dienstag in Berlin. "Wie können wir diese Lücken schließen - auch mit Förderungen meines Ministeriums?" Demenz sei ein Thema, "dass die Leute sehr umtreibt", unter anderem weil "man nicht richtig im Griff hat, wie man damit umgeht", sagte die stellvertretende CDU-Vorsitzende.

Zu viel sei über die Erkrankungen noch nicht bekannt, so Klöckner. Es stelle sich die Frage, ob man mit bestimmten Ernährungsvorgaben einer Demenz vorbeugen könne. Wenn es eine solche Empfehlung gebe, könne das eine "wahnsinnige Wirkung entfalten", sagte sie.

Unter Demenz werden verschiedene Erkrankungsformen zusammengefasst, bei denen die geistige Leistungsfähigkeit sehr stark zurückgeht. In Deutschland waren nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Ende 2016 rund 1,7 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Die weitaus meisten Betroffenen haben Alzheimer. Infolge des demografischen Wandels nimmt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zu. Erkrankte verlieren innerhalb von Jahren geistige Fähigkeiten und verändern sich in ihrer Persönlichkeit. Es gibt weder eine vorbeugende Impfung noch ein Heilmittel gegen Alzheimer.

Unter den anwesenden Experten herrschte überwiegend Einigkeit, dass Ernährung eine Rolle bei Demenzerkrankungen spiele. Alleine schon, weil falsche Ernährung bei Risikofaktoren für Demenz wie Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes und Gefäßerkrankungen einen großen Beitrag leiste. So hänge Prävention gegen Demenz eng mit Prävention gegen Herz-Kreislauferkrankungen zusammen.

Es sei jedoch beispielsweise noch nicht möglich, den Kauf bestimmter Lebensmittel zur Prävention zu empfehlen, hieß es. Es gehe jedoch ohnehin mehr um Ernährungsmuster. Die Wissenschaftler betonten zudem, dass Ernährung nur ein Faktor unter vielen sei. Es sei mehr Forschung nötig.

Gunter Eckert, Professor für Ernährung in Prävention und Therapie an der Universität Gießen hatte der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld der Veranstaltung gesagt, dass eine mediterrane Ernährung einen Schutz vor der Demenzform Alzheimer bieten könne. Es gebe Studien, die dieser Ernährung - pflanzenbetont, wenig rotes Fleisch, mehr weißes Fleisch und Fisch - einen Nutzen zusprechen. Auch Bewegung und soziale Kontakte spielten eine Rolle. In Deutschland konsumiert die Generation der Menschen über 65 Jahren nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zu wenig Fisch, Molkereiprodukte, Obst und Gemüse, aber zu viel Fleisch.

Die Experten sehen einen ganzheitlichen Ansatz als wichtig an. Es gebe nicht den einen Risikofaktor für Demenz, den man vermeiden müsse, sondern viele einzelne Elemente, die zusammenwirken. Dafür müsse man Verständnis in der Bevölkerung schaffen. Die gesundheitlichen Konsequenzen aus fett- oder zuckerreicher Ernährung, Rauchen oder starkem Alkoholkonsum müssten den Menschen noch deutlicher gemacht werden, hieß es.

@ dpa.de

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