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BERLIN / BRÜSSEL - SPD-Fraktionsvize Detlef Müller hat sich angesichts der anhaltenden Corona-Krise für Entlastungen für die Luftverkehrsbranche ausgesprochen und vor Leerflügen gewarnt.

11.01.2022 - 05:56:25

EU-Luftverkehr: SPD-Fraktionsvize fordert Entlastung für Branche. Müller sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: "Die Erholung des Luftverkehrs dauert länger als dies zunächst absehbar war. Die Probleme werden leider über März hinaus andauern. Daher erwarte ich von der Europäischen Kommission, dass sie die Vergabe von Start- und Landerechten im Flugverkehr bei höchstens 50 Prozent belässt, bis es zu einer tatsächlichen Normalisierung des Reiseverkehrs kommt." Eine Anhebung auf 64 Prozent wäre aus klimapolitischen und ökonomischen Gründen völlig kontraproduktiv.

Carsten Spohr hatte vor kurzem der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gesagt, angesichts von sinkenden Buchungen müsse die Lufthansa im Winterflugplan 33 000 Flüge oder rund 10 Prozent streichen. "Aufgrund der schwachen Nachfrage im Januar hätten wir sogar noch deutlich mehr Flüge reduziert. Aber wir müssen im Winter 18 000 zusätzliche, unnötige Flüge durchführen, nur um unsere Start-und-Lande-Rechte zu sichern."

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte auf Anfrage, der Luftverkehr habe sich nach wie vor nicht normalisiert. Aufgrund der Entwicklung neuer Virusvarianten und daraus folgenden Reiserestriktionen bleibe die Situation sehr volatil, daher seien Ausnahmeregelungen weiterhin notwendig. "Nicht nur im Sommer, sondern auch jetzt im laufenden Winterflugplan wäre zeitnah mehr Flexibilität erforderlich. Ohne diese krisenbedingten Flexibilisierungen sind die Fluggesellschaften gezwungen, mit fast leeren Flugzeugen zu fliegen, nur um ihre Slots zu sichern."

@ dpa.de