Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Einzelhandel, Konsumgüter

BERLIN / BONN - Für die Schweinehalter in Deutschland hat sich einiges zusammengebraut: abgesackte Preise, weggebrochene Märkte und nun auch noch eine schwache Nachfrage nach Würstchen und Steaks für den Grill.

15.09.2021 - 17:49:29

Aktionen gegen Schweinefleisch-Krise gefragt - ohne neue Preiskämpfe. Die Betriebe seien in einer "akuten Notsituation", sagte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch in Bonn nach einer Videokonferenz mit Vertretern von Tierhaltern, Verarbeitern und Handel. Rund 260 000 Tonnen Schweinefleisch seien auf Lager. Neben Corona-Finanzhilfen und anderen Erleichterungen für die Bauern rücken denn auch Sonderaktionen in Supermärkten in den Blick, um den Absatz anzukurbeln - doch den nächsten Preiskampf anzetteln soll das nicht.

Es sei der Wunsch der Beteiligten gewesen, dass es zu einer Offensive der Absatzförderung kommt, sagte Klöckner nach den Beratungen. Dabei sei aber darauf acht zu geben, dass die Preise nicht "dermaßen in den Keller gehen, dass man psychologisch da nicht mehr herauskommt". Es gehe um Wertschätzung für Lebensmittel. Hervorgehoben werden solle etwa vielmehr die Herkunft - also geboren, gemästet, geschlachtet, verarbeitet und vermarktet in Deutschland. Tatsächlich sind extreme Billigangebote für Fleisch stark in die Kritik geraten, zumal es auch um Investitionen in den Umbau von Ställen für mehr Tierschutz geht.

Der Bauernverband forderte vor der Gesprächsrunde, dass sich Handel, Verarbeiter und Großverbraucher auf eine Schweinefleisch-Vermarktung mit einer solchen Deutschland-Kennzeichnung einigen sollten. Der Lebensmittelhandel signalisierte nach dem Treffen, man stehe "temporären Absatzförderungsmaßnahmen für Schweinefleisch" in den Supermärkten offen gegenüber, wie ein Verbandssprecher sagte. Der Discounter Aldi kündigte an, in den nächsten Wochen "zusätzliche Aktionsartikel" zu günstigen Preisen anzubieten, um zur Entspannung beizutragen. Das könne aber nur eine kurzfristige Unterstützung sein.

Schwankungen auf Märkten und bei den Preisen sind für die noch gut 22 000 schweinehaltenden Betriebe nicht ungewöhnlich. Eine so ruinöse Entwicklung über eine so lange Zeit habe es aber selten gegeben, hieß es schon Mitte August vom Bauernverband. Da war der Preis gerade auf 1,30 Euro je Kilogramm Schweinefleisch gerutscht. Nun verstärken sich gerade mehrere negative Effekte. Die Corona-Krise drückt weiter auf den Absatz bei Veranstaltungen und in der Gastronomie, wie Klöckner erläuterte. Die diesjährige Grillsaison sei wegen oft regnerischen Wetters relativ schwach ausgefallen. Hinzu kämen Mehrkosten für Futter angesichts schwacher Aussichten für die Getreideernte 2021.

Anhaltende Folgen hat auch die vor rund einem Jahr in Brandenburg und Sachsen aufgetauchte Afrikanische Schweinepest. Dadurch brach der Export in wichtige Absatzmärkte in Asien abrupt zusammen - und zwar für Schweinefleisch aus ganz Deutschland. Zwar konnte mit einigen Staaten vereinbart werden, dass der Einfuhrbann nur Fleisch aus den betroffenen deutschen Regionen trifft. Mit dem einstigen Großabnehmer China laufen Verhandlungen der Bundesregierung aber schwierig.

Der Handel machte schon vor dem Branchengespräch deutlich, dass einem Engagement der Supermärkte Grenzen gesetzt seien - nicht nur wegen des Verbots von Preisabsprachen. Bei Schweinefleisch dominiere der Weltmarkt die Preisfindung - und solche Effekte könne der hiesige Einzelhandel nicht ausgleichen. Zudem werde ein großer Anteil von 45 Prozent des Schweinefleisches exportiert, erklärte der Verband.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft kritisierte, die Krise sei auch Ergebnis einer falschen Ausrichtung auf Exportmärkte. "Die Devise war immer mehr und intensiver." Nötig sei, einen Umbau der Tierhaltung zu mehr Tierschutz zeitnah anzupacken. Dafür gibt es viel Unterstützung in der Politik, konkrete Schritte können aber erst nach der Bundestagswahl folgen. Die Umweltorganisation Greenpeace forderte: "Die Tierzahlen müssen runter." Nur so ließen sich Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht bringen und die Preise stabilisieren. Entscheidend sei aber eine langfristige Perspektive.

Zur akuten Unterstützung der Schweinehalter soll die Antragsfrist für Corona-Überbrückungshilfen bis Ende Dezember verlängert werden, wie Klöckner sagte. Außerdem habe sie die EU-Kommission aufgefordert, Erleichterungen etwa bei Beihilfen zu prüfen. Landwirte könnten sich auch an die Finanzämter wenden, wenn es um Steuerstundungen gehe, sagte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU), die wie die nordrhein-westfälische Ressortchefin Ursula Heinen-Esser (CDU) an dem Gespräch teilnahm. In beiden Bundesländern werden rund 60 Prozent der deutschen Schweine gehalten.

Die drei Ministerinnen hoben die Verantwortung aller in der Kette vom Stall bis in die Läden hervor, gemeinsame Lösungen zu finden. Daher sollte es wie schon bei Milch eine Branchenstrategie zu Schweinen mit allen Beteiligten geben, sagte Klöckner.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

WAHL: Union, SPD und Grüne wollen schärferes Vorgehen gegen Hass im Netz. "Die Radikalisierung beginnt im Netz, immer aggressiver, immer lauter", sagte der CDU-Vorsitzende Armin Laschet am Donnerstag in der Sendung "Schlussrunde" von ARD und ZDF. "Und irgendwann ist einer da und vollendet diese Tat. BERLIN - Nach dem tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Kassierer durch einen Maskenverweigerer haben die Kanzlerkandidaten von SPD, Union und Grünen ein schärferes Vorgehen gegen Hass im Internet verlangt. (Boerse, 23.09.2021 - 20:53) weiterlesen...

Stiko empfiehlt Corona-Auffrischungsimpfungen für Immungeschwächte. Eine Empfehlung für die sogenannten Booster nach Altersgruppen gebe das Gremium derzeit noch nicht, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens und bestätigte damit einen Bericht der Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). BERLIN - Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Corona-Auffrischungsimpfungen bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem. (Boerse, 23.09.2021 - 20:52) weiterlesen...

GESAMT-ROUNDUP: Guterres und Johnson machen vor Klimakonferenz Druck auf Staaten. "Ich fordere alle Mitgliedstaaten auf, in ihren nationalen Beiträgen für Cop 26 mehr Ehrgeiz zu zeigen und ihre Verpflichtungen in konkrete und sofortige Maßnahmen umzusetzen", appellierte UN-Generalsekretär António Guterres am Donnerstag bei einer hochrangig besetzten Sitzung des UN-Sicherheitsrats zum Thema Klima und Sicherheit. Konkret heiße das, dass bis 2030 die globalen Emissionen um 45 Prozent gesenkt werden müssen. Sonst würden die "verheerenden Auswirkungen" der Klimakrise unkontrollierbar. NEW YORK - Wenige Wochen vor der mit Spannung erwarteten und zu scheitern drohenden Klimakonferenz von Glasgow wird der Druck auf stärkere Anstrengungen größer. (Boerse, 23.09.2021 - 20:10) weiterlesen...

WAHL/Presse: Hackerangriff auf Wahl-Behörde - 'Keine Gefahrenlage'. Konkret sei am Mittwoch offenbar auf einem Programm eine Software installiert worden, berichtete "Business Insider" am Donnerstag. Diese ermögliche einen externen Zugriff auf Server und Dateisysteme. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik stufe das Ereignis als Cyberangriff im Zusammenhang mit der Bundestagswahl ein, hieß es. WIESBADEN - Wenige Tage vor der Bundestagswahl soll es einem Medienbericht zufolge zu einem Hacker-Angriff auf das Statistische Bundesamt gekommen sein, dessen Chef zugleich der Bundeswahlleiter ist. (Boerse, 23.09.2021 - 20:10) weiterlesen...

'Gesundes Essen jederzeit für alle': UN-Gipfel zum Kampf gegen Hunger. "Wir müssen eine Welt bauen, in der gesundes und nahrhaftes Essen jederzeit für alle vorhanden und bezahlbar ist", sagte Guterres am Donnerstag bei einem Gipfel zum Kampf gegen den Hunger am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Guterres erinnerte daran, dass drei Milliarden Menschen weltweit sich keine gesunde Ernährung leisten könnten und 462 Millionen Menschen untergewichtig seien - während gleichzeitig zwei Milliarden Menschen übergewichtig seien und fast ein Drittel aller Nahrungsmittel verloren gingen oder weggeworfen würden. NEW YORK - UN-Generalsekretär António Guterres hat eine klimafreundlichere Produktion und gerechtere Verteilung von Nahrungsmitteln weltweit gefordert. (Boerse, 23.09.2021 - 20:02) weiterlesen...

Konzern verteidigt sich - Frankreich will Taten sehen. Der Chef des französischen Marine-Konzerns Naval Group, Pierre Éric Pommellet, führte das Scheitern des 56 Milliarden Euro schweren U-Boot-Geschäfts mit Australien auf politische und nicht sachliche Entscheidungen zurück. Frankreich sei ebenso gut wie die USA und Großbritannien in der Lage, nuklear angetriebene U-Boote zu liefern, sagte er der Zeitung "Le Figaro" (Donnerstag). Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian forderte bei einem Treffen mit seinem US-Kollegen Antony Blinken indes konkrete Schritte von den USA, um neues Vertrauen aufzubauen. Ein Ende der Krise zwischen den beiden Ländern werde Zeit brauchen. PARIS - Nach dem heftigen U-Boot-Streit hat Frankreich weitere Erwartungen formuliert und seine Industrie sich verteidigt. (Boerse, 23.09.2021 - 19:23) weiterlesen...