Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Wirecard, DE0007472060

BERLIN - Bei der Aufarbeitung des Wirecard -Skandals hat der CSU-Finanzpolitiker Hans Michelbach einen Ausschluss der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY von Regierungsaufträgen ins Spiel gebracht.

23.11.2020 - 17:03:01

CSU-Politiker gegen Staatsaufträge für Wirecard-Wirtschaftsprüfer. Michelbach begründet dies mit der Weigerung der Wirtschaftsprüfer, vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Wirecard-Pleite auszusagen. "Es ist jedenfalls klar, dass eine Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft, die einen solchen Blockadekurs unterstützt, kein Geschäftspartner mehr für die Bundesregierung sein kann", sagte Michelbach der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). Der CSU-Politiker ist stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses.

EY gehört zu den großen Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften weltweit. Zu den Kunden gehört auch die Bundesregierung. EY testierte jahrelang den Jahresabschluss des Skandalkonzerns Wirecard, kam aber dem Betrug um fehlende Milliarden nicht auf die Schliche. Am Donnerstag sollen drei Wirtschaftsprüfer des Unternehmens Fragen der Abgeordneten im Untersuchungsausschuss des Bundestages beantworten. Sie wollen aber die Aussage verweigern und berufen sich auf ihre Verschwiegenheitspflicht. Dass der Insolvenzverwalter sie davon entbunden habe, ändere nichts, erklärten Anwälte in einem Schreiben.

Michelbach will das Argument nicht gelten lassen. "Hier soll unter fadenscheinigen Vorwänden eine Aufklärung des Wirecard-Skandals blockiert werden", sagte er.

EY erklärte am Montag, die Aufklärung der Vorgänge bei Wirecard habe für das Unternehmen oberste Priorität. EY habe die "klare Absicht", gegenüber dem Untersuchungsausschuss zur politischen Aufklärung des Falles beizutragen. "Dies geht bislang aber nur in den Grenzen der gesetzlichen und berufsrechtlichen Verschwiegenheitsverpflichtungen, denen wir als deutsche Wirtschaftsprüfer unterliegen und die es uns derzeit noch nicht erlauben, konkret über Wirecard und insbesondere über unsere Prüfungshandlungen Auskunft zu geben." Jede Verletzung der Verschwiegenheitspflicht habe strafrechtliche und berufsrechtliche Konsequenzen.

Auch die Mitarbeiter von EY, die als Zeugen vor den Untersuchungsausschuss geladen seien, unterlägen derzeit noch dieser gesetzlichen und berufsrechtlichen Verschwiegenheitsverpflichtung. Der Untersuchungsausschuss sei gebeten, eine rechtssichere Klärung der Sachlage zu unterstützen und damit eine wirksame Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht herbeizuführen. Auf der Basis einer solchen angestrebten rechtssicheren Entbindung würden im Untersuchungsausschuss umfassende Aussagen möglich.

Die SPD-Politikerin Cansel Kiziltepe kritisierte: "EY will scheinbar nicht zur Aufklärung des Wirecard Skandals beitragen." Von einer ordentliche Abschlussprüfung könne derzeit nicht ausgegangen werden. Zuvor hatten auch Vertreter von FDP, Grünen und Linken die Wirtschaftsprüfer kritisiert.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Wirecard-Skandal: Brüssel nimmt Haftungsregeln für Prüfer ins Visier. "Ausreichend hohe oder gar unbegrenzte Haftung der Rechnungsprüfer können Anreize bieten, um zu verhindern, dass in Abschlussprüfungen Kompromisse gemacht werden, die für qualitativ schlechtere Prüfungen sorgen", heißt es in einem Diskussionspapier der Brüsseler Behörde. Darüber berichtet die "Welt". Das Papier liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor. BRÜSSEL - Als Konsequenz aus dem Wirecard -Skandal bringt die EU-Kommission schärfere europäische Haftungsregeln für Wirtschaftsprüfer ins Gespräch. (Boerse, 18.01.2021 - 18:33) weiterlesen...

Deutsche-Bank-Chef: Wusste nichts von Übernahmeplänen von Wirecard BERLIN - Der Vorstandschef der Deutschen Bank, Christian Sewing, wusste nach eigenen Angaben nichts von den Übernahmeplänen des Skandalunternehmens Wirecard zu übernehmen und ließ dies von einer Beratungsgesellschaft prüfen. (Boerse, 15.01.2021 - 05:42) weiterlesen...

Commerzbank hatte keine Zweifel an Werthaltigkeit von Wirecard-Kredit. "Die Werthaltigkeit des Kredits war zu diesem Zeitpunkt nicht infrage gestellt", sagte Zielke am Donnerstagabend im Untersuchungsausschuss des Bundestags zum Wirecard-Bilanzskandal. Hintergrund seien im wesentlichen Zweifel an der Compliance gewesen - so bezeichnet man die Einhaltung von Gesetzen und freiwilligen Richtlinien. BERLIN - Der Ausstieg der Commerzbank aus dem Geschäft mit Wirecard hatte nach Angaben des früheren Bankchefs Martin Zielke nicht mit Zweifeln an der Deckung des Kredits zu tun. (Boerse, 14.01.2021 - 22:02) weiterlesen...

Risiko zu hoch - Banken gingen früh auf Distanz zu Wirecard. Der Landesbank-Manager betonte aber zugleich: Zu keinem Zeitpunkt sei man von irgendwelchen kriminellen Handlungen oder von Betrug ausgegangen. BERLIN - Mehr als ein Jahr vor der spektakulären Wirecard am Donnerstag im Wirecard- Untersuchungsausschuss des Bundestags. (Boerse, 14.01.2021 - 18:33) weiterlesen...

Bayerische Landesbank ging früh auf Distanz zu Wirecard. Man habe sich 2018 entschieden, aus einer Kreditbeziehung auszusteigen, sagte ein Vorstandsmitglied der LB Bayern am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags. BERLIN - Die Bayerische Landesbank ist schon mehr als ein Jahr vor Auffliegen des Wirecard -Bilanzbetrugs auf Distanz zu dem Skandalunternehmen gegangen. (Boerse, 14.01.2021 - 14:44) weiterlesen...

Merkel-Berater: Wirecard-Anliegen in China 'hat einfach gepasst'. Das Anliegen des deutschen Fintechs, in den chinesischen Markt einzusteigen, habe nach damaligem Wissen hundertprozentig in das Programm der Bundesregierung gepasst, sagte der wirtschaftspolitische Berater Lars-Hendrik Röller am Dienstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags. Das Kanzleramt habe zu diesem Zeitpunkt keine Informationen über schwerwiegende Unregelmäßigkeiten bei Wirecard gehabt. Merkel hatte sich während einer China-Reise im Jahr 2019 für das Unternehmen ins Zeug gelegt. Im Sommer 2020 war der mutmaßliche Milliarden-Bilanzbetrug dann aufgeflogen. BERLIN - Ein hochrangiger Mitarbeiter des Kanzleramts hat verteidigt, dass sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Auffliegen des Bilanzskandals in China für Wirecard eingesetzt hat. (Boerse, 12.01.2021 - 17:21) weiterlesen...