Transport, Verkehr

BERLIN - Auf der BER-Baustelle könnte sich die umfassende Prüfung aller Anlagen verzögern - der Hauptstadtflughafen soll aber trotzdem im Oktober 2020 öffnen.

30.11.2018 - 21:28:24

Nicht überall so weit wie erhofft. Die Entrauchungssteuerung sei nun fertig programmiert, die Sprinkler sollen im Februar oder März fertig sein, wie Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag sagte.

Bei Brandmeldeanlage und Kabeln sei die Lage komplizierter. "Wir haben dort noch nicht den Progress, den wir uns eigentlich wünschen", sagte Lütke Daldrup nach einer Sitzung des Aufsichtsrats. Auch TÜV-Experten und Termincontroller sähen diese beiden Themen kritisch.

Der BER in Schönefeld sollte eigentlich 2011 in Betrieb gehen und zwei Milliarden Euro kosten. Die Eröffnung wurde wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Technikproblemen mehrfach verschoben. Auch die Kosten sind gestiegen. Der Finanzrahmen liegt nun bei 6,5 Milliarden Euro.

Die Flughafengesellschaft will im Mai oder Juni 2019 so weit sein, dass alle Anlagen umfassend geprüft werden können. "Die Controller sind da etwas vorsichtiger", sagte Lütke Daldrup. Die Kontrolleure wollten weitere Risiken einpreisen und gingen davon aus, dass die sogenannte Wirk-Prinzip-Prüfung erst im August oder September beginnen könne.

Auch dann schafften sie aber noch den Eröffnungstermin, sagte Lütke Daldrup. "Und wir haben auch noch Puffer." Auf der Baustelle müsse weiter hart gearbeitet werden, an Wochenenden und im Mehrschichtbetrieb. "Aber wir haben die Baustelle im Griff."

Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider hält ebenfalls am Eröffnungstermin fest - "auch wenn nicht alle Zwischenziele eingehalten werden konnten", wie er mitteilte. Nach seinen Angaben ist auch die Finanzierung bis zur Eröffnung gesichert. Geld, das eigentlich für den Ausbau des Flughafens vorgesehen war, soll umgeschichtet werden und in die Fertigstellung fließen.

Teurer wird der Lärmschutz für die Anwohner. Die Flughafengesellschaft muss nach einem Gerichtsurteil vom Sommer Schallschutz auch für Wohnküchen, niedrige Räume und Wintergärten finanzieren. Lütke Daldrup bezifferte die Mehrkosten nun auf etwa 25 Millionen Euro. "Genau kann man das erst sagen, wenn sich die Betroffenen bei uns gemeldet und wir ihre Ansprüche erneut geprüft haben", sagte er der "Märkischen Allgemeinen".

Beim Lärmschutz für die rund 26 000 Haushalte rund um den Flughafen musste der Airport wiederholt nachbessern, weil ein Gericht ihn dazu zwingt. Die Kosten für das Schallschutzprogramm verfünffachten sich und erreichen nun voraussichtlich rund 755 Millionen Euro.

Bisher gibt es mit Tegel (TXL) und Schönefeld (SXF) zwei Flughäfen in der Region. Für das laufende Jahr erwartet der Flughafenchef trotz Insolvenz von Air Berlin mehr Passagiere. 2017 seien es 33,3 Millionen Passagiere gewesen - in diesem Jahr könnten es 35 Millionen werden. In Zukunft soll es mit dem BER nur noch einen Airport geben.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Bahn und Gewerkschaft EVG einigen sich auf Lohnplus von 6,1 Prozent. BERLIN - Die Deutsche Bahn AG und die Gewerkschaft EVG haben ihren Tarifkonflikt beigelegt und sich auf eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent in zwei Stufen geeinigt. Zum 1. Juli 2019 sollen die Löhne um 3,5 Prozent steigen, ein Jahr später noch einmal um 2,6 Prozent, wie die EVG und die Bahn AG am Samstag in Berlin mitteilten. Zudem erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 1000 Euro. Die neuen Tarifverträge gelten rückwirkend vom 1. Oktober 2018 bis zum 28. Februar 2021 und haben damit eine Laufzeit von 29 Monaten. Bahn und Gewerkschaft EVG einigen sich auf Lohnplus von 6,1 Prozent (Boerse, 15.12.2018 - 12:47) weiterlesen...

ROUNDU/Von der Haustür zur Haltestelle: Nachfrage nach Ridesharing steigt. Die Kunden erwarteten vor Ort "ein funktionierendes Gesamtsystem und keinen größer werdenden Flickenteppich oder Rosinenpickerei einzelner Anbieter zulasten der Gesamtheit", mahnte VDV-Geschäftsführer Jan Schilling. HAMBURG - Angesichts von steigender Nachfrage nach Leihfahrrädern, Carsharing und Sammeltaxis ruft der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zur Zusammenarbeit auf. (Boerse, 15.12.2018 - 10:32) weiterlesen...

Bahn-Tochter Ioki setzt Sammeltaxi-Fahrten in Hamburg fort. In Hamburg verlängern die Bahn-Tochter Ioki und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) ihr seit Mitte Juli bestehendes Angebot in zwei westlichen Stadtteilen (Lurup, Osdorf) um zwei Jahre. Das kündigten die Projektpartner am Samstag an. Seit dem Start seien 91 000 Fahrgäste befördert worden, die Hälfte lasse sich zu größeren ÖPNV-Haltestellen bringen. HAMBURG - Nach Leihfahrrädern und Carsharing-Angeboten nehmen in Städten und Kommunen die Angebote mit Sammeltaxis im öffentlichen Nahverkehr allmählich zu. (Boerse, 15.12.2018 - 09:58) weiterlesen...

Air-Berlin-Verwalter verklagt Etihad auf Milliarden-Schadenersatz. Der entsprechende Antrag ist beim Landgericht Berlin eingegangen, wie die Pressestelle des Gerichts am Freitag mitteilte. Zuvor hatte die Zeitung "Bild am Sonntag" darüber berichtet. BERLIN - Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin verklagt ihre arabische Großaktionärin Etihad auf einen Schadenersatz von bis zu zwei Milliarden Euro. (Boerse, 14.12.2018 - 19:37) weiterlesen...

Bahn-Tarifrunde wird zur Hängepartie - GDL erwägt Schlichtung (durchgehend aktualisiert) (Boerse, 14.12.2018 - 18:18) weiterlesen...

Bundesrat: Bundesregierung soll Diesel-Nachrüstungen schnell regeln. Der Bundesrat beschloss am Freitag in Berlin eine entsprechende Stellungnahme. BERLIN - In der Dieselkrise haben die Länder die Bundesregierung aufgefordert, geplante Ausnahmen von Fahrverboten konkreter zu regeln. (Boerse, 14.12.2018 - 15:04) weiterlesen...