Moderna, US60770K1079

BERLIN - Angesichts immer weiter steigender Corona-Zahlen in Deutschland rücken Auffrischungsimpfungen als Schutz für den Winter zusehends in den Blick.

28.10.2021 - 17:05:26

Appell zu Auffrischungsimpfungen als Corona-Schutz im Winter. Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rief am Donnerstag zu einer solchen Verstärkung ("Booster") länger zurückliegender Impfungen auf - zumal viele bisher Nicht-Geimpfte anscheinend kaum noch dafür zu gewinnen seien. Laut einer Umfrage im Auftrag des Ministeriums wollen sich fast neun von zehn Nicht-Geimpften auch in den kommenden acht Wochen eher nicht impfen lassen. Kliniken warnten vor weiter zunehmenden Belastungen.

und Johnson & Johnson angeboten.

Die Verstärker-Spritzen: Spahn ließ sich am Donnerstag selbst eine Auffrischungsimpfung geben und warb dafür, dass viele andere dies auch tun. "Wir sollten uns in einen sicheren Winter "boostern"", sagte er nach Ministeriumsangaben bei einer deutsch-israelischen Fachkonferenz in Berlin. Dabei gelte es, bei den Auffrischungen dem Beispiel Israels zu folgen - insbesondere, da viele derjenigen, die bis jetzt nicht geimpft seien, nicht mehr überzeugt werden dürften. Umso wichtiger sei es, dass alle anderen geschützt blieben. Israel hatte Ende Juli als erstes Land weltweit Dritt-Impfungen gestartet.

Die Bedingungen: Hierzulande laufen Auffrischungen in größerem Stil seit September. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten beschlossen, dass sie Menschen ab 60 Jahre nach ärztlicher Beratung angeboten werden können. Genesene, die eine Impfung mit Astrazeneca oder Johnson & Johnson bekommen haben, können sich eine Auffrischung mit Biontech oder Moderna geben lassen - so machte es nun auch Spahn. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Auffrischungen vorerst ab 70, zudem unter anderem für Pflegekräfte und medizinisches Personal mit Patientenkontakt sowie für Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Die Impfverordnung sieht die Möglichkeit für Auffrischungsimpfungen grundsätzlich für alle vor, für die es zugelassene Impfstoffe gibt.

Die Nicht-Geimpften: Auch zehn Monate nach dem Impfstart haben sich Millionen Menschen noch nicht beteiligt. In der Umfrage im Auftrag des Ministeriums zu Ungeimpften gaben 65 Prozent an, sich auch in den kommenden acht Wochen "auf keinen Fall" impfen zu lassen - 23 Prozent sagten "eher nein". Nur 5 Prozent wollen es "auf jeden Fall" oder "eher" tun, 7 Prozent äußerten sich unentschlossen. Als Gründe, warum sie sich nicht impfen ließen, sagten 34 Prozent, sie hielten die Impfstoffe für nicht ausreichend erprobt. Angst vor Nebenwirkungen nannten 18 Prozent. Das Institut Forsa befragte vom 29. September bis 10. Oktober 3048 Menschen ab 14 Jahre, die bisher keine Impfung hatten. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete zuerst darüber.

Der Impf-Stand: Insgesamt sind nach Meldedaten von Donnerstag nun mindestens 55,3 Millionen Menschen oder 66,5 Prozent der Bevölkerung vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft. Zumindest eine erste Impfung bekommen haben mindestens 57,6 Millionen Menschen oder 69,3 Prozent aller Einwohner. Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen schon etwas mehr Menschen geimpft sind, als die Meldedaten zeigen. Regionale Unterschiede sind groß: In Bremen sind 77,9 Prozent der Einwohner vollständig geimpft. Am niedrigsten sind diese Impfquoten in Sachsen (56,5 Prozent), Brandenburg (60,3), Thüringen (60,4), Sachsen-Anhalt (62,9) und Bayern (64,3 Prozent).

Die Lage: Die Corona-Ausbreitung beschleunigt sich weiter. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen stieg laut RKI auf 130,2 - nach 118 am Vortag und 85,6 vor einer Woche. Gemeldet wurden nun 28 037 neue Fälle binnen eines Tages, nur etwas weniger als zum Pandemie-Höhepunkt rund um Weihnachten. Wie viele Menschen mit Corona in Kliniken müssen, unterscheidet sich regional stark. So waren es nach RKI-Zahlen je 100 000 Einwohner in Thüringen mehr als zehn Mal so viele wie in Hamburg. Der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sprach im Redaktionsnetzwerk Deutschland von einer "kritischen Situation". Wenn die Entwicklung anhalte, gebe es in zwei Wochen 3000 Patienten auf Intensivstationen.

Die Corona-Bekämpfung: Vor allem im Südosten Deutschland wird die Lage gerade kritischer. In Sachsen, Thüringen und Bayern durchbrach die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI inzwischen die 200-er Marke. Für Bayern kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag an, dass Schulkinder nach den Herbstferien voraussichtlich auch im Unterricht wieder Masken tragen müssen. Es werde keinen generellen Lockdown geben - zumal die meisten geimpft seien. Für Regionen mit sehr hohen Corona-Zahlen stellte er aber schärfere Zugangsregelungen zu bestimmten Bereichen in Aussicht. In Nordrhein-Westfalen soll die Maskenpflicht am Sitzplatz im Klassenraum dagegen zum 2. November wegfallen - die Sieben-Tage-Inzidenz dort liegt laut RKI bei 91,7.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

GESAMT-ROUNDUP: Bundesweit härtere Corona-Regeln - Mehr Schub für Impfungen. Bund und Länder beschlossen am Donnerstag nach langem Ringen eine Reihe von Maßnahmen mit Folgen für Millionen Bürger, um die Virusausbreitung zu bremsen. Ungeimpften wird im Weihnachtsgeschäft der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt. Auch Apotheken und Pflegefachkräfte sollen Impfungen übernehmen können, im Dezember kommen Millionen Dosen zusätzlich. Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird bundesweit verboten. BERLIN - Im Kampf gegen die beispiellose Corona-Welle greifen im Advent in ganz Deutschland strengere Schutzauflagen - und umfassende Beschränkungen für Ungeimpfte. (Wirtschaft, 02.12.2021 - 17:22) weiterlesen...

Schärfere Corona-Vorgaben in Sicht - Mehr Impfstoff im Dezember. Eine Bund-Länder-Runde mit der scheidenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem designierten Nachfolger Olaf Scholz (SPD) beriet am Donnerstagvormittag unter anderem über deutliche Einschränkungen für Sport- und andere Großveranstaltungen. Eine Vorlage sah nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auch Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und 2G für Kinos, Gaststätten und im Einzelhandel vor - also Zugang nur für Geimpfte und Genesene. Der Bund organisiert für Dezember Millionen zusätzliche Impfdosen. BERLIN - Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle zeichnen sich schärfere bundesweite Schutzvorgaben und weitere Beschränkungen für Ungeimpfte ab. (Boerse, 02.12.2021 - 13:03) weiterlesen...

Bund organisiert zusätzliche Impfdosen für Dezember. Nach Verhandlungen mit dem Hersteller Moderna kann eine Lieferung von zehn Millionen Dosen aus dem dritten Quartal 2022 auf Dezember vorgezogen werden, wie aus Informationen des Gesundheitsministeriums für die Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag hervorgeht. Dies entspricht 20 Millionen "Booster"-Dosen, da bei Moderna dafür eine halbe Dosis gespritzt wird. Zudem sollen acht Millionen Moderna-Dosen zusätzlich im Dezember kommen - weil die Abgabe zugesagter Dosen an andere Länder über die internationale Initiative Covax langsamer läuft. BERLIN - Für die geplante Beschleunigung der Corona-Impfungen bis zum Jahresende organisiert der Bund zusätzliche Impfdosen. (Boerse, 02.12.2021 - 11:33) weiterlesen...

RKI: Gut 800 000 Impfungen am Dienstag - Impfquote bei 68,6. Das sind 68,6 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus dem Impfdashboard des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hervorgeht (Stand: Mittwoch 9.38 Uhr). Am Dienstag wurden demnach rund 807 000 Dosen verabreicht. Dabei handelte es sich um 90 729 Erstimpfungen, 59 847 Zweit- und 656 743 Auffrischungsimpfungen. BERLIN - In Deutschland sind inzwischen mindestens 57 Millionen Menschen vollständig gegen Covid-19 geimpft. (Boerse, 01.12.2021 - 12:58) weiterlesen...

Bund: Genug Dosen für mehr Corona-Auffrischimpfungen verfügbar. Aktuell würden bis einschließlich nächster Woche 28 Millionen Dosen ausgeliefert, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin. Eine Knappheit sei nicht zu sehen. Es hänge aber auch vom Bestellverhalten von Praxen und Impfstellen ab, dass Impfstoff sie erreiche. In der vergangenen Woche habe es einzelne Nachbestellungen gegeben, die dann häufig nicht mehr bedienbar gewesen seien. BERLIN - Für die bis Jahresende geplante Beschleunigung von Corona-Auffrischimpfungen ist laut Bundesgesundheitsministerium genug Impfstoff verfügbar. (Wirtschaft, 01.12.2021 - 12:31) weiterlesen...

Woidke kündigt mehr Impfkapazitäten an - Impfstoffe knapp. "Unser Ziel ist es, in den nächsten Wochen, also spätestens bis nächste Woche, 100 zusätzliche Impfmöglichkeiten zu schaffen für die Menschen im Land", sagte er am Mittwochmorgen im RBB-Inforadio. Dazu gehörten fest installierte Impfstellen, aber auch kleinere, zeitlich begrenzte Impfaktionen sowie mobile Impfteams. "Niedrigschwellige Angebote heißt, wir wollen möglichst ohne Terminvergabe arbeiten in vielen Bereichen." Die Nachfrage sei inzwischen - anders als noch vor einigen Wochen - wieder sehr hoch. POTSDAM - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will die Impfkapazitäten im Bundesland schnell ausbauen. (Boerse, 01.12.2021 - 08:02) weiterlesen...