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BERLIN - Angesichts der immer stärkeren Ausbreitung der neuen Corona-Variante Omikron in Deutschland sollen Auffrischimpfungen auf noch breiterer Front vorankommen.

13.01.2022 - 16:55:28

Booster-Impfungen sollen weiter zulegen - Stiko: Auch für Jugendliche. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) versicherte am Donnerstag, für jeden, der dies jetzt wolle, stehe der Impfstoff zur Verfügung. "Durch diese Kampagne kann es gelingen, aus der Wand der Omikron-Welle einen steilen Hügel zu machen oder zumindest die Höhe der Wand zu begrenzen." Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich nun generell für Auffrischimpfungen (Booster) auch für Kinder von 12 bis 17 Jahren aus.

"in der altersentsprechenden Dosierung" und mindestens drei Monate nach der vorangegangenen Impfung, wie das RKI mitteilte. Der Entwurf muss noch in ein Stellungnahmeverfahren, ist also noch keine endgültige Empfehlung. Die Lage mit stark steigenden Fallzahlen durch Omikron mache eine Ausweitung der Impfkampagne nötig. Bislang werden Booster für Kinder ab 12 in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Lauterbach begrüßte die schnelle Reaktion des unabhängigen Gremiums: "Jetzt haben alle Jugendlichen und ihre Eltern Gewissheit."

Der SPD-Politiker warb erneut für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht als "sichersten und schnellsten Weg" aus der Krise. Er machte deutlich, dass dies auch moralisch geboten sei: "Wenn wir uns alle weigern würden, die gut erforschte und nebenwirkungsarme Impfung zu nutzen, um uns selbst und andere vor Tod und schwerer Krankheit zu schützen, würden wir die Pandemie wahrscheinlich nie beenden können." Daher könne eine solche Verweigerung nie die Maxime des Handelns für alle sein. Eine Kombination von Impfung und Medikamenten-Behandlung sei eine realistische, maßvolle Möglichkeit. "Wir beenden damit einen Belagerungszustand unserer Gesellschaft durch ein Virus."

In Test-Laboren nimmt die Auslastung inzwischen zu. "Die hohen Infektionszahlen gehen mit vielen Tests einher. Weil derzeit kaum priorisiert wird bei PCR-Tests, stoßen die Labore in Deutschland zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen", sagte der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin, Michael Müller, der "Rheinischen Post" (Donnerstag). Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums von Montag war die mögliche Wochenkapazität von 2,4 Millionen PCR-Tests mit zuletzt bis zu 1,5 Millionen Tests zunächst aber noch nicht ausgereizt.

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sprach sich für eine Priorisierung bei den genaueren PCR-Tests aus. Sie müssten für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten und für Personal der kritischen Infrastruktur vorrangig bereitgehalten werden. "Das kann bedeuten, dass im Einzelfall, beispielsweise beim Freitesten, es zu Verzögerungen kommt", sagte er im rbb-Inforadio. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sagte, Schulen gehörten zur kritischen Infrastruktur - falls Testkapazitäten knapp würden, dürfen Schülerinnen und Schüler nicht das Nachsehen haben.

Der Bundestag sollte am Donnerstagabend über einen Rahmen für neue Quarantäneregeln abstimmen, die Bund und Länder vereinbart haben. Eine entsprechende Verordnung soll unter anderem festlegen, dass Geboosterte von einer Quarantäne als Kontaktperson Infizierter künftig ausgenommen sind. An diesem Freitag soll sich der Bundesrat abschließend damit befassen. Letztlich umgesetzt werden die Regeln von den Ländern. Außerdem sollen kürzere Quarantänezeiten den personellen Zusammenbruch wichtiger Versorgungsbereiche verhindern, wenn die Infektionen sehr stark steigen.

Die Opposition kritisierte erneut den Corona-Kurs der Regierung. Diese mache keine Politik der ruhigen Hand, sondern eine "Politik der eingeschlafenen Füße", sagte der CDU-Abgeordnete Tino Sorge in einer Debatte zur Gesundheitspolitik der Koalition im Bundestag. Er warf Lauterbach "dröhnendes Schweigen" bei wichtigen Fragen vor, etwa dazu, welches primäre Ziel eine Impfpflicht erreichen solle. Laut RKI haben mindestens 72,3 Prozent der Bevölkerung (60,1 Millionen Menschen) den vollständigen Grundschutz mit der dafür meist nötigen zweiten Impfung. Zusätzlich einen Booster haben 45,1 Prozent aller Einwohner (37,5 Millionen) erhalten.

@ dpa.de

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