Transport, Verkehr

(Berichtigung: Name des Tiefs korrigiert.)

10.08.2018 - 12:43:25

WDH/ROUNDUP 2: Nach Gewittertief weiter Einschränkungen im Zugverkehr

OFFENBACH/BERLIN - Nach den Unwettern vom Donnerstag ist der Zugverkehr in Deutschland weiter eingeschränkt - vor allem im Norden. Auf mehreren Fernverkehrsverbindungen müssten Passagiere am Freitagmorgen mit Verspätungen in Folge der Störungen rechnen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Auch im Regionalverkehr sollten sich Fahrgäste auf Ausfälle und Verspätungen einstellen.

Noch gesperrt waren laut Bahn.de am Vormittag die wichtigen Strecken Hannover-Hamburg und Bremen-Hamburg. Wegen Unwetterschäden zwischen Wolfsburg und Hannover komme es außerdem auf der Verbindung vom Ruhrgebiet nach Berlin zu einer Umleitung und Verspätungen.

"Wir rechnen damit, dass die Störungen gegen Mittag behoben sind", sagte ein Bahnsprecher in Hamburg. Für gestrandete Zugreisende hatte das Unternehmen in der Nacht an mehreren Bahnhöfen wie Dortmund, Hamm/Westfalen, Hannover, Braunschweig und Berlin Aufenthaltszüge bereitgestellt.

Mit orkanartigen Böen war Gewittertief "Oriana" über Deutschland hinweggefegt. Mehrere Menschen wurden durch umstürzende Bäume verletzt. Auch zentrale Strecken im Straßen- und Flugverkehr waren betroffen.

Besonders heftig war der Sturm am Donnerstag im Raum Hannover und an der Nordsee, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am frühen Freitagmorgen sagte. An der Küste seien Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern gemessen worden.

Wegen der Gewitterfront war am Donnerstagnachmittag an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt für etwa eine halbe Stunde der Betrieb eingestellt worden. Etwa ein Zehntel der mehr als 1500 geplanten Starts und Landungen fiel aus. Auch in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland knickte der Sturm Bäume um und verursachte Verkehrsbehinderungen.

Zum Wochenende dürfte sich das Wetter wieder beruhigen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist die große Hitze dann zwar vorerst vorbei - sommerlich warm bleibt es trotzdem. Die Höchsttemperaturen sollen nach langer Zeit flächendeckend aber unter 30 Grad liegen. Hoch "Kevin" bringt trockene Luft - außer dem Südosten Bayerns und Schleswig-Holstein.

Trotz der Gewitter ist die Trockenheit der vergangenen Wochen nach wie vor ein großes Problem. Der Landkreis Kassel hat verboten, Wasser aus Flüssen, Bächen und Seen zur Bewässerung zu entnehmen, damit sich die Lebensbedingungen für Fische und andere Organismen nicht weiter verschlechtern. Wer sich nicht an das Verbot halte, müsse mit einem Bußgeld von bis zu 50 000 Euro rechnen.

In Oberbayern kämpfte die Feuerwehr am Freitag weiter gegen einen Brand im Bergwald. Die Flammen hätten sich in der Nacht durch den Wind ausgebreitet, sagte ein Sprecher des Landratsamts Rosenheim. Auf einer Fläche von 500 Meter mal 300 Meter glimme der Boden auf dem Schwarzenberg bei Oberaudorf am Inn.

In Mecklenburg-Vorpommern sind die Einwohner zweier kleiner Dörfer am Donnerstagabend dank des Regens nur knapp einer Brandkatastrophe entkommen. In der Lübtheener Heide waren zehn Hektar Nadelwald in Brand geraten. Einsatzkräfte hatten 117 Menschen aus ihren Häusern und Wohnungen geholt. Kurz nach dem Gewitterregen konnten sie nach mehreren Stunden Bangen allerdings wieder zurückkehren.

Eine überwiegende Mehrheit der Deutschen hält die wochenlange Hitze für nicht mehr normal. Nach dem ZDF-Politbarometer sehen 68 Prozent der Befragten die hohen Temperaturen als eine Folge des Klimawandels. Für 28 Prozent liegt die Hitze im Bereich üblicher Wetterschwankungen.

@ dpa.de

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