Varta, DE000A0TGJ55

Batteriekonzern Varta senkt Umsatzprognose

05.11.2021 - 11:11:29

nun erst einmal reichlich Geld in die Hand nehmen. "In den Geschäftsjahren 2022 und 2023 bereitet sich das Unternehmen auf eine große Wachstumsoffensive mit der neu entwickelten ultra-hochleistungsfähigen V4Drive-Zelle und dem Einstieg in das E-Mobility-Geschäft vor", hieß es. Hierfür werde viel in die Mitarbeiterqualifikation, die Einstellung neuer Angestellter sowie in neue Produktionsanlagen investiert. Erste Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus diesem Geschäftsfeld würden ab 2024 erwartet.

Vor diesem Hintergrund werde das bereinigte operative Ergebnis in den kommenden beiden Jahren voraussichtlich langsamer wachsen als der Umsatz, hieß es weiter. Beim Umsatz rechnet das Management für 2022 und 2023 mit einem Anstieg um jeweils rund 100 Millionen Euro. Varta könnte im kommenden Jahr also die Umsatzmilliarde knacken. Die durchschnittlichen Analystenschätzungen für die nächsten zwei Jahre sind allerdings höher.

Ein Händler sieht denn auch den Umsatzausblick als mögliche Belastung für die Aktie. Schließlich habe die Umsatzentwicklung nichts mit den angekündigten Investitionen in das Geschäft mit Batterien für E-Autos zu tun.

Analyst Michael Punzet von der DZ Bank sieht in den Neuigkeiten ebenfalls eine Belastung. Auch wenn tendenziell positive Nachrichten zur V4Drive Zelle möglich erschienen, werde das Anlegervertrauen durch die Prognosesenkung für 2021 sowie die im Vergleich zu den Erwartungen vorsichtigen Aussagen zu 2022 und 2023 nachhaltig belastet. Punzet reduzierte seine Gewinnerwartungen und senkte den fairen Wert für die Aktie von 145 auf 90 Euro. Damit sieht er weitere Kursrisiken und stufte die Papiere von "Kaufen" auf "Verkaufen" ab.

Die Anleger am Aktienmarkt sahen das offenbar ähnlich und zogen die Reißleine. Der Varta-Kurs brach im Tief um fast ein Viertel ein und rutschte dabei sogar unter die Marke von 100 Euro, bevor er sich ein wenig berappelte. Zuletzt waren die Aktien mit minus 15 Prozent bei 110,45 Euro aber immer noch das Schlusslicht im MDax.

@ dpa.de