Internet, Software

BAMBERG - Hacker fahren beim Einsatz von Verschlüsselungstrojanern ("Ransomware") nach Beobachtungen von Ermittlern verstärkt Angriffe auf zahlungskräftige Unternehmen.

02.01.2022 - 14:21:28

Hacker richten Ransomware zunehmend gegen zahlungskräftige Firmen. Die letzten Monate hätten sehr deutlich bewiesen, "dass die Täter mit großen technischen Möglichkeiten auch vor großen Opfern nicht mehr zurückschrecken", sagte Thomas Goger von der Zentralstelle Cybercrime in Bamberg.

Die Masche habe sich in den vergangenen fünf, sechs Jahren zunehmend weg von Privatleuten als Opfern verschoben: "Von "Wir treffen möglichst viele und kassieren jeweils 500 Dollar ab" hin zu "Uns reicht schon einer, bei dem wir 70 Millionen abkassieren können"".

Bei einem Ransomware-Angriff wird ohne das Wissen des Opfers Schadsoftware installiert, die Daten verschlüsselt. Geschädigte können so nicht mehr auf diese zugreifen. Die Täter verlangen Lösegeld (englisch "ransom") für die Entschlüsselung.

Man beobachte, dass sich Täter ganz gezielt wirklich zahlungskräftige Unternehmen suchten und sich Zeit nähmen, diese auszukundschaften, sagte Goger. So traf es in diesem Jahr etwa das Modehaus Hirmer und die Elektromärkte Media Markt und Saturn. In den Fällen führe die Zentralstelle Ermittlungen, sagte Goger.

Bei Ransomware handle es sich um organisierte Kriminalität. Viele Spuren führten nach Russland, auch in der Ukraine habe es Festnahmen gegeben. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, 2021 wurde seitens der Zentralstelle in dem Bereich niemand festgenommen. "Wenn das ein 100-Meter-Lauf ist, dann sind wir gerade erst aus dem Startblock rausgekommen", sagte Goger. "Da hat man noch eine Aufholjagd vor sich." Im Umgang mit Bitcoin - der Kryptowährung, die die Betrüger oft verwenden - haben die Ermittler zumindest keine Schwierigkeiten mehr. Das Verständnis und der "Werkzeugkasten" der Behörden sei viel besser geworden, sagte Goger.

Die Täter nutzten oft Schwachstellen in weit verbreiteter Standardsoftware aus. "Teils ist man überrascht, welche Sicherheitslücken noch offen sind, die eigentlich schon seit Jahren hätten geschlossen werden können", sagte er. Meistens sei das Einfallstor aber trotzdem immer noch der Mitarbeiter, der unbedacht auf irgendwas klicke.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

ANALYSE-FLASH: Goldman belässt Microsoft auf 'Conviction Buy List'. Die Einstufung lautet weiterhin "Buy". Die Sparte "More Personal Computing" des Software-Anbieters habe die Erwartungen übertroffen, schrieb Analyst Kash Rangan in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Investoren erachteten das Wachstum in diesem Segment allerdings als weniger dauerhaft. NEW YORK - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Aktien von Microsoft nach Quartalszahlen auf der "Conviction Buy List" mit einem Kursziel von 400 US-Dollar belassen. (Boerse, 26.01.2022 - 10:55) weiterlesen...

'Mit Kuchen überfallen' - Rettungsversuch für Johnson geht viral. Johnson steht wegen mehrerer Partys während des Lockdowns unter Druck. "Er ist gewissermaßen mit Kuchen überfallen worden", sagte der Tory-Abgeordnete Conor Burns am Dienstagabend dem Sender Channel 4 über eine mutmaßliche Geburtstagsparty, bei der mitten im Lockdown rund 30 Gäste in der Downing Street Kuchen gegessen und gesungen haben sollen. LONDON - Ein treuer Unterstützer des britischen Premiers Boris Johnsons ist mit einem ungewöhnlichen Rettungsversuch zum Internet-Hit geworden. (Boerse, 26.01.2022 - 09:43) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: Jefferies belässt Microsoft auf 'Buy' - Ziel 400 Dollar NEW YORK - Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für Microsoft nach Quartalszahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 400 US-Dollar belassen. (Boerse, 26.01.2022 - 09:36) weiterlesen...

Kryptowährung - IWF fordert El Salvador zu Bitcoin-Aufgabe auf. Der IWF warnt: mit der Verwendung von Bitcoin seien große Risiken verbunden. Als erstes Land der Welt hat El Salvador der Kryptowährung den Status als gesetzliches Zahlungsmittel verliehen. (Wirtschaft, 26.01.2022 - 07:22) weiterlesen...

Microsofts Cloud-Geschäft wächst weiter schnell. Im vergangenen Quartal steigerte der Software-Riese seinen Umsatz im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 51,7 Milliarden Dollar (45,7 Mrd Euro). Das übertraf die Erwartungen der Analysten, die eher mit rund 50,9 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Unterm Strich verdiente Microsoft in dem Ende Dezember abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal knapp 18,8 Milliarden Dollar - ein Plus von 21 Prozent. REDMOND - Das boomende Cloud-Geschäft hält Microsoft weiter auf Wachstumskurs. (Boerse, 26.01.2022 - 06:33) weiterlesen...

IWF fordert El Salvador zu Aufgabe von Bitcoin als Zahlungsmittel auf. Als erstes Land der Welt hatte der mittelamerikanische Staat der Kryptowährung im September diesen Status verliehen. Nach einer Mitteilung vom Dienstag betonte der IWF-Vorstand, mit der Verwendung von Bitcoin seien große Risiken verbunden - für die Finanzstabilität, die finanzielle Integrität und den Verbraucherschutz sowie die damit verbundenen steuerlichen Eventualverbindlichkeiten. WASHINGTON - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat El Salvador aufgefordert, der Digitalwährung Bitcoin den Status als gesetzliches Zahlungsmittel wieder zu entziehen. (Boerse, 26.01.2022 - 05:56) weiterlesen...