Transport, Verkehr

Bahn bekommt neuen Wettbewerber im Fernverkehr

01.09.2019 - 09:48:25

Bahn bekommt neuen Wettbewerber im Fernverkehr. FRANKFURT/STUTTGART/MÜNCHEN - Die Deutsche Bahn bekommt im Fernverkehr einen weiteren Konkurrenten: Das Unternehmen Rheinjet aus Meerbusch bei Düsseldorf will vom 8. November an eine Zugverbindung zwischen Stuttgart, München und Frankfurt anbieten. Ein Zug soll die drei Städte alle zwei Wochen freitags nacheinander anfahren, sagte Rheinjet-Geschäftsführer Martin Michael der Deutschen Presse-Agentur. Dabei arbeite das Unternehmen mit externen Betreibern zusammen. Die Zeiten seien angemeldet und bereits genehmigt. Schon seit rund einer Woche können Kunden die Fahrten buchen. Je nach Nachfrage soll das Angebot künftig ausgeweitet werden.

Damit wagt sich nach Flixtrain ein weiterer Anbieter auf den Fernverkehrsmarkt, der mit einem Marktanteil von rund 99 Prozent nahezu komplett von der Deutschen Bahn dominiert wird. "Wir wenden uns vor allem an Pendler, die etwa unter der Woche in einer Stadt arbeiten und am Wochenende nach Hause möchten", sagte Michael. Aufgrund der unterschiedlichen Verkehre bestehe kein direkter Wettbewerb mit der Bahn, hieß es. Angebote wie das von Rheinjet fallen unter den sogenannten Gelegenheitsverkehr.

Allerdings kritisierte Michael die harten Bedingungen beim Vertrieb und Verkauf der eigenen Tickets, weil Kunden bei Buchungen im Fernverkehr in der Regel nur bei der Bahn suchten. Die Vergabe der Trassen erfolge zudem über ein Tochterunternehmen der Bahn und sei damit nicht neutral. Rheinjet vermittelte bislang vor allem private Charterflüge.

Die Bahn reagierte gelassen auf den neuen Anbieter. "Konkurrenz belebt das Geschäft", teilte eine Sprecherin am Samstag mit. "Auch wir als DB sind durch den Wettbewerb besser geworden." Den Vorwurf, die Trassenvergabe sei nicht neutral, wies das Unternehmen allerdings entschieden zurück. "Das Trassenvergabeverfahren wird von der zuständigen Bundesbehörde, der Bundesnetzagentur, streng überwacht und folgt klaren, transparenten Regeln", so die Sprecherin.

Der Konzern teilte mit, dass der neue Fahrplan für 2020 inzwischen feststehe, der von Dezember dieses Jahres an in Kraft trete. Insgesamt wurden dafür laut Bahn 72 000 neue Trassenanmeldungen eingereicht. Bei knapp 5000 davon handele es sich um Anmeldungen im Fernverkehr, von denen wiederum rund 400 von externen Eisenbahnverkehrsunternehmen eingegangen seien, die nicht zum DB-Konzern gehörten. Dies seien doppelt so viele externe Anmeldungen wie noch im Vorjahr, sagte die Sprecherin.

Dennoch war Flixtrain - ein Ableger des Fernbusunternehmens Flixmobility - bislang der einzige Konkurrent im Fernverkehr. Vier Verbindungen bietet das Unternehmen derzeit mehrmals täglich an. Zum Vergleich: Die Deutsche Bahn hatte Ende 2018 allein 274 ICE-Züge im Einsatz. 148 Millionen Reisenden im Fernverkehr des Staatskonzerns stehen bei Flixtrain gut 750 000 im ersten Jahr des Regelbetriebs gegenüber. An den Verhältnissen dürfte sich auch mit dem Einstieg von Rheinjet wenig ändern.

Während die Deutsche Bahn im Fernverkehr nahezu eine Monopolstellung hat, ist der Wettbewerb im Nah- und Güterverkehr deutlich stärker. Laut aktuellen Daten der Monopolkommission lag der Marktanteil des Konzerns im Nahverkehr im Jahr 2016 bei rund 67 Prozent - gemessen an den Zugkilometern. Der Bahn zufolge kamen rund die Hälfte der Trassenanmeldungen im Regionalverkehr von externen Anbietern.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Söder rechnet mit internationaler Beachtung für deutsches Klimapaket. Mit Blick auf die Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum UN-Klimagipfel sagte der bayerische Ministerpräsident am Sonntag im ARD-"Bericht aus Berlin", er glaube, die Kanzlerin werde in New York international große Beachtung für die Pläne Deutschlands finden. "Denn wir sind von den Industrienationen jetzt das Land, das am führendsten vorangeht", wenn es um Klimaschutz, aber auch Erhalt von Wohlstand und Konjunktur gehe. BERLIN - Der CSU-Vorsitzende Markus Söder hat das Klimapaket der Bundesregierung verteidigt. (Wirtschaft, 22.09.2019 - 19:19) weiterlesen...

Ministerin Schulze: Klimapaket wird weltweit wahrgenommen. "Ich glaube, dass wir noch gar nicht so sehr wahrnehmen in Deutschland, wie wichtig die Entscheidung von Freitag international ist und wie stark das wahrgenommen wird", sagte sie am Sonntag vor dem UN-Klimagipfel in New York. Die beschlossenen verbindlichen Ziele stießen auf große Aufmerksamkeit. NEW YORK - Trotz der heftigen Kritik am Klimaschutzpaket der großen Koalition hat Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) die Signalwirkung für andere Länder hervorgehoben. (Boerse, 22.09.2019 - 17:19) weiterlesen...

Nord-Ostsee-Kanal für große Schiffe gesperrt. Sedimente hätten ein Tor in Brunsbüttel im Kreis Dithmarschen blockiert, sagte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) am Sonntag. Schiffe mit einer Länge von mehr als 120 Metern können demnach seit Samstagmittag nicht mehr geschleust werden. Die beiden kleinen Schleusen sind weiterhin passierbar. BRUNSBÜTTEL - Der Nord-Ostsee-Kanal - eine der meistbefahrensten künstlichen Wasserstraßen der Welt - ist wegen eines Problems an einem Schleusentor für große Schiffe gesperrt worden. (Boerse, 22.09.2019 - 17:16) weiterlesen...

Großer Wurf oder zu kurz gesprungen?. Auf internationalem Parkett könnte das Urteil über die deutschen Maßnahmen zur Reduzierung des Ausstoßes des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) wesentlich freundlicher ausfallen, als zuhause. Immerhin haben viele Länder bisher kaum Programme zum Klimaschutz, US-Präsident Donald Trump bestreitet gar, dass die Erderwärmung überhaupt menschengemacht ist. In Deutschland allerdings ließen Opposition, Umweltschützer und Wirtschaftsverbände kaum ein gutes Haar an den Plänen der Bundesregierung. BERLIN/NEW YORK - Nach der heftigen Kritik am Klimaschutzpaket der großen Koalition will Bundeskanzlerin Angela Merkel an diesem Montag beim Klimagipfel in New York für den weltweiten Kampf gegen die Erderwärmung werben. (Boerse, 22.09.2019 - 16:26) weiterlesen...

Kramp-Karrenbauer beim Klimapaket zu Gesprächen bereit. "Für die Umsetzung benötigen wir das Einvernehmen mit Bundesländern, Städten und Gemeinden und natürlich die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger", sagte Kramp-Karrenbauer der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Montag). Union und SPD haben im Bundesrat keine eigene Mehrheit und brauchen zumindest für Teile des Gesetzespaketes Unterstützung auch von Landesregierungen, an denen Grüne und Liberale beteiligt sind. BERLIN - Nach der harten Kritik am Klimaschutzprogramm der Bundesregierung hat die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ihre Bereitschaft zu Verhandlungen mit Grünen und Freidemokraten bekräftigt. (Boerse, 22.09.2019 - 15:42) weiterlesen...

WDH: Bahn will Wachstumsprogramm nach Klima-Einigung schnell umsetzen. Absatz, 2. (Im 6. (Boerse, 22.09.2019 - 15:40) weiterlesen...